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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 15 (1887)

Zur Küstenbeschreibung von Kaiser Wilhelms-Land. 
Streifen gelegene Ebene macht einen sehr fruchtbaren Eindruck. Von den 
Bächen heißt der eine Jakai, der andere Bring. 
Vor der folgenden Huk war das Wasser ziemlich weit nach See hin 
entfärbt; da jedoch mit 27m Leine kein Grund gelothet wurde, so rührte die 
Entfärbung wohl von dem Wasser der Küstenbäche her. 
Weiter nach Westen, in der Mitte der folgenden, sehr langen und nicht 
sehr tiefen Bucht, werden hinter einander einige Gebirgszüge sichtbar, die sich 
gegen einander so verschieben, dafs ein in das Innere führendes Thal sichtbar 
wird. Die Vorberge beginnen hier mehr Wald zu tragen, und das Hauptgebirge 
ist .ganz bewaldet, die Rücken haben ‚plateauartiges Aussehen ohne Spitzen. 
Die weiter östlich parallel der Küste gehende Richtung des Gebirgszuges ändert 
sich derart, dafs die Züge im spitzen Winkel allmählich sich der Küste nähern 
und in Kaps auslaufen. Mehrfach stürzen sich Bergflüsse in mächtigen Kaskaden 
von dem Hauptgebirge in die Tiefe und vereinigen sich vermuthlich in einem 
steinerfüllten Flufsbett, das noch östlich der folgenden Huk sichtbar wird, 
welches jedoch nicht schiffbar ist. 
Ein kürzerer, aber hoher Bergrücken tritt nahe an den Boden der folgen- 
den sehr langen Bucht und läuft in die folgende Spitze aus. Oestlich derselben 
wird wieder ein breites, zum Theil mit hellem Grase bestandenes Bett eines 
Gebirgsflusses sichtbar. Die Fahrt der „Ölttilie“ an dieser Küste wurde be- 
gleitet durch eine Reihe von Rauchsäulen, durch welche sie von Stamm zu 
Stamm signalisirt zu werden schien. Nach Ort und Anzahl der Feuer zu 
schliefsen, ist die Küste bis hoch in die Berge hinein bewohnt und ziemlich 
bevölkert. 
Kap Rigny, der nächste Auslänfer des Gebirges, ist ebenso wie die 
vorigen Spitzen dicht bewaldet, aber erheblich höher als diese. Hinter dem- 
selben werden die Spitzen der hohen Gebirge sichtbar, welche den Hintergrund 
der Astrolabe-Bai nach Süden bilden und. allmählich in vielgebrochener Linie 
zu der grofsen Ebene südwestlich von Friedrich Wilhelms-Hafen abfallen, 
Zwischen Kap Rigny und der Spitze Novosilsky liegen noch zwei Huks, 
während die Brit. Adm.-Karte nur eine aufweist. Bald hinter Kap Rigny beginnt 
ausgedehntes ziemlich ebenes Vorland, da das Hauptgebirge hier weit zurück- 
tritt und die Vorberge fast ganz fehlen. Es folgt bald das breite mit Gras 
bestandene Flufßsbett bei der Bergmann-Spitze und dann ein noch breiteres 
westlich dieser Spitze, worauf die geschlossene Mündung des Flusses Gabina 
sichtbar wird. 
Westlich der Spitze Novosilsky ergiefst sich gelbgrünes Wasser aus einer 
Flufsmündung, welche weder der Lage noch der Gröfse des Flusses nach dem 
kleinen Bache entspricht, der in der Karte bei Gumbwu eingezeichnet ist. 
Von Konstantin-Hafen westlich fangen die Vorberge wieder an, bis nahe 
an die Küste zu treten. 
Von letzterem Hafen unternahm der Landeshauptmann eine Exkursion 
nach den südlich und westlich gelegenen Dörfern Correndu und Bongu. Die- 
selben bestehen aus ungefähr 100.gut erhaltenen Häusern, zeichnen sich durch 
grofßse Sauberkeit aus .und sind die schönsten bisher gesehenen Dörfer in 
Kaiser Wilhelms-Land,. 
Die bis an das Ufer tretenden Berge schließen westlich vom Konstantin- 
Hafen mit dem ca 200 m hohen Konstantin-Berge ab. Hier beginnt eine grofse 
Ebene, Astrolabe-Ebene genannt, welche die Küste bis zu 4° 20‘ S-Br be- 
gleitet, um dort in die grofse Augustaflufs-Ebene überzugehen, und in 
welche sich nur einzelne Ausläufer des Hauptgebirges hinein erstrecken, 
W'/AN von Konstantin-Hafen wurden !/z Sm: von der Küste 11 und 13m 
Wasser gelothet. Das in der Admiralitäts-Karte eingetragene Riff läge hier- 
nach ungefähr bei der nächstfolgenden Huk und erstreckte sich viel weiter nach 
See heraus. Hier liegt auch das Dorf Male und nicht bei dem 2 Sm weiter 
nördlich gelegenen Male Point. Die Flüsse an dieser Küstenstrecke, auch der 
südlich der Spitze Male mündende, sind unbedeutend und ihre Mündungen durch 
Barren versperrt. Auf diese Spitze folgt ebenes, sich mehrere Meilen einwärts 
arstreckendes Land, welches bis zur Spitze Koptif unbewohnt ist. Bei letzterer 
and weiter nördlich wurde %/4 Sm vom Strande Ankergraund in 25 bis 31m 
Wasser gefunden und von der „Öttilie“ auch als solcher benutzt. In geringer 
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