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Zur Küstenbeschreibung von Kaiser Wilhelms-Land.
kapartig vorspringenden Ausläufern des Küstengebirges im Norden und Süden
begrenzt werden. Diese Kaps sind gewöhnlich von mehr oder weniger aus-
gedehnten Riffen umgeben, so dafs die Buchten leidlich geschützte Ankerplätze
bieten, da man überall in Entfernungen von 1 bis 2 Kabllg. vom Lande Anker-
grund anf 27—46 m Wassertiefe hat.
In der ersten (nördlichsten) dieser Buchten wurden sogar eine gute halbe
Seemeile vom Sandstrande in der Peilung Kap Parsee SOz0'/40 nur 11m
Wasser gelothet, so dafs man schon hier einen gegen den meist aus SSO bis SO
wehenden Südost-Passat leidlich geschützten Ankerplatz findet. Der Nordwest-
Monsun würde hier aber über die Küste wehen, unter der man ankert. Gegen
Ost- und Nordost-Winde sind diese Ankerplätze dagegen ungeschützt,
Mehr nach Süden nehmen die Wassertiefen iu der Nähe der Küste zu.
Ziemlich dicht bei der folgenden Schneider-Spitze passirend, an deren Nord-
seite ein Bach mündet, und auf der drei Dörfer in hübscher Lage unter dem
fast senkrecht abfallenden Berge liegen, kam die „Samoa“ an ein von der
Spitze ausgehendes Korallenriff, das in ziemlich weitem Bogen umgangen
werden mufste,
In die folgende Bucht wurde eingelaufen und auf 29m Wasser ungefähr
1 Kabllg. vom Strande geankert, um Gesteinsproben von dem vorher passirten
Kap zu holen. Bei der Bootsfahrt nach dem Kap wurden die dortigen Dörfer,
jedes ans ca 30 Häusern bestehend, von der Bevölkerung fast verlassen gefunden,
nur von einem alten Manne mit Speer und Keule bewacht. Die Frauen und
Kinder waren auf die Berge geflohen, die Männer aber befanden sich mit ihren
Booten bei der „Samoa“, um welche zuweilen bis 50 Kanoes mit je 3 bis 10 In-
sassen lagerten.
Einige unbedeutende Bäche münden in diese Bucht, welche Lagunen zu
antwässern scheinen, die das von den steil aufsteigenden Bergen abfliefsonde
Wasser aufuehnen. Das Land senkt sich, an mehreren Stellen wenigstens,
unmittelbar hinter dem ca 1% bis 2m hohen Sandstrande, der von der See
aufgeworfen und mit dichtem Baumwuchs bestanden ist. Verschiedene Pfade,
die nach dem Innern führten, und deren Betreten die Eingeborenen zu verhindern
suchten, lassen darauf schliefsen, dafs es trotz der geringen Breite des flachen
Landgürtels hier noch gutes Land giebt; auf den Bergen wurden verschiedent-
lich Plantagen gesehen.
Die folgende Spitze ist von einem noch viel ausgedehnteren Riffe um-
yeben, als die zuletzt erwähnte. KEin kleineres Riff umgiebt die dann folgende
Manteuffel- Spitze, namentlich an ihrer Ostseite, hinter welcher sich ein
tiefes und schönes Bassin aufthut, das von aufsen schwer bemerkbar ist. Die
„Samoa“ lief ein und fand hier einen ausgezeichneten Hafen, welcher Samoa-Hafen
benannt wurde, der gegen alle Wirde geschützt ist, Ankergrund für viele Schiffe
in jeder beliebigen Wassertiefe hat und gutes Trinkwasser aus einem Bergbache
bietet, Der innerste Theil des Hafens ist von ganz gleichmäfsiger Tiefe, welche
an der Südseite bis auf %4 Kabllg., an den übrigen Seiten bis auf 1’ bis
3 Kabllg. vom Lande 3,6 m beträgt. Da Seegang im Hafen nicht stehen kann,
so können Schiffe bis 3m Tiefgaug hier überall liegen, tiefer gehende Schiffe
müssen etwas mehr im äußeren ‘Theilo des Bassins aukern, wo sie indefs ebenso
sicher liegen. Der Ankergrund besteht aus Quarzsand und Mudd (Schlick).
Die „Samoa“ ankerte auf 7m (3%4 Fad.) Wasser, Kap Parsee (d. h. die Nord-
seite dieses Bergausläufers, nicht die vom Ankerplatze aus unsichtbare Nordost-
spitze) in NNO!4AO0, die 10 Sm entfernte Steinmetz-Spitze in NNW peilend.
Der Hafen ist nur an der Nordseite offen; bedeutender Seegang kann aber aus
dieser Richtung auch nicht aufkommen, weil dort die nur 10 bis 20 Sm ent-
fernte Nordküste des Huon-Golfes legt. Im Nordosten wird der Hafen von
dem Bergzuge hegrenzt, dessen Nordostspitze von Kapt. Moresby Parsee Point
benannt wurde. Dieser Bergzug ist früher eine Insel gewesen und gegenwärtig
mit dem Hauptlande nur durch einen bewaldeten Sanddamm verbuuden, der an
seiner schmalsten Stelle 60 Schritt breit ist. Auf der anderen Seite der Land-
enge liegt wieder eine schöne, aber weniger tief ins Land gehende Bai, welche
den Namen Baiern-Bucht erhielt,
In der Südwestecke des Samoa-Hafens mündet ein kleiner Flulfs, der ein
dort sich ziemlich weit in die Berge hineinziehendes Thal zu entwässern scheint.
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