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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 15 (1887)

Zur Küstenbeschreibung von Kaiser Wilhelms-Land. 
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Stürme kommen sehr selten vor; die wenigen, welche beobachtet worden 
sind, kamen über Land und konnten den Schiffen in keiner Weise gefährlich 
werden, da der Ankergrund einerseits vorzüglich ist, andererseits die Wind- 
richtung das Aufkommen der See ausschließt. 
Verproviantirung, Wasser, Geld. Rindfleisch kann in guter Qualität 
und ausreichender Quantität zu billigen Preisen, 75 Pfg. das kg, beschafft 
werden. Schweinefleisch ist vorhanden, aber infolge der mangelhaften Ernährung 
der Thiere schlecht. Gemüse und Früchte waren in dieser Zeit nicht zu be- 
kommen. Die Bucht ist reich an gutschmeckenden Fischen, die die Mannschaft 
selbst fangen muß. 
Wasser findet sich in den zahlreichen kleinen Bächen von ziemlich guter 
Beschaffenheit, läfst sich aber in gröfseren Quantitäten schwer an Bord schaffen, 
Die Zahlung geschicht in Mexikanischen Dollars, von ‚denen sechs auf 
1 Lstrl. gehen, 
Zur Küstenbeschreibung von Kaiser Wilhelms - Land. 
(Hierzu Tafel 7.) 
Der Landeshauptmann von Kaiser Wilhelms-Land und dem Bismarck- 
Archipel, Freiherr von Schleinitz, hat Ende vorigen Jahres an der Küste 
von Kaiser Wilhelms-Land zwei Rekognoscirungsfahrten unternommen, die eine 
im Huon-Golf, die andere nördlicher, von Fortifikation-Spitze bis zur Mündung 
des Kaiserin Augusta-Flusses und nach den Purdy-Inseln, welche eine Fülle 
neuen Materials für die Berichtigung und Vervollständigung des noch unvoll- 
kommenen Bildes dieser Küste, und nicht nur für die Erweiterung der geo- 
graphischen Kenntnisse über die Gestaltung und Beschaffenheit des Küsten- 
striches werthvolle Beiträge geliefert haben, sondern auch für die dortige 
Schiffahrt von besonderem Interesse und hervorragender Bedeutung sind. 
Die auf diesen Fahrten gemachten Küstenaufnahmen sind in Karten 
niedergelegt und nebst den begleitenden Berichten des Landeshauptmanns in 
Heft 1 und 2 der diesjährigen „Nachrichten über Kaiser Wilhelms-Land und 
den Bismarck-Archipel“ veröffentlicht. Heft 1 enthält aufserdem noch eine 
weitere Karte in gröfserem Mafsstabe von der Küstenstrecke von Finsch-Hafen 
bis zum Huon-Golf und den Tami- oder Cretin-Inseln, welche gröfstentheils auf 
den Messungen und Aufnahmen des Hauptmanns Dreger und des Landmessers 
Schneider auf ihrer Fahrt nach den Tami-Inseln, und derjenigen des Gärtners 
Schollenbruch, welcher vom Dreger-Hafen aus den genannten Küstenstrich 
zu Fufs bereiste, beruht, sowie noch ein Karton des Gebietes von Kap Cretin 
bis zum Kap Fortifikation. 
Indem wir nach diesen Karten angefertigte Skizzen auf Tafel 7 beifügen,‘) 
entnehmen wir den erwähnten Berichten die folgenden interessanten und wich- 
tigen Angaben, 
Auf der ersten Fahrt, welche in der Zeit vom 7. bis 13. Oktober auf 
dem Dampfer „Samoa“ ausgeführt wurde, wurden 8 Baien resp. Häfen und 
9 Flüsse zum Theil neu aufgefunden und mehr oder weniger genau untersucht. 
Die „Samoa“ lief zunächst nach den bei Kap Cretin liegenden Gingala- 
Inseln, einem Archipel von 6 gröfseren und 2 kleineren Inseln, welche, etwas 
südlich von der Langemak-Bucht beginnend, sich nahezu parallel der Küste 
hinziehen und durch eine Spitze des Festlandes, Nababangeduw von den Ein- 
geborenen genannt, in eine nördliche und eine südliche Gruppe geschieden sind. 
Die Inseln sind unter einander und mit dem Festlande meist durch Riffe ver- 
bunden. Nur im Süden einer jeden Gruppe ist ein Eingang, der jedoch bei 
1) Eine Gesammt-Karte von Kaiser Wilhelms-Land und dem Bismarck-Archipel, bei welcher 
auch das vorliegende Material verwerthet ist, ist in Arbeit und wird demnächst vom Hydrographischen 
Amte herausgegeben werden.
	        
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