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Kleine Notizen.
aus Holz gebaut und haben eine Länge von 10 bis 20 m. Der gröfste derselben
trägt die beiden Hafenfeuer.
Der Ankergrund ist ein vorzüglicher; Vertäuvorrichtungen, Landfesten
und Bojen befinden sich in der Nähe des Arsenals.
Das Arsenal ist in zwei Theile getheilt, deren einer am Westende der
Stadt liegt, und zwei kleine Werften und ein Dock für Torpedoboote hat. Nahe
dem Ostende der Bucht liegen zwei Schwimmdocks für gröfsere Schiffe; das
eine ist jedoch noch im Bau.
Kriegsschiffe können sich in Wiadiwostok anstandslos verproviantiren,
Der Kohlenvorrath, nur Kohlen der Saghalin - Gesellschaft, ist nicht grofs
(2000 Tonnen). Maschinenbetriebsmaterial ist sehr theuer. Reparaturen sind
wegen Mangel an industriellen Etablissements schwer zu bewirken.
Die Witterungsverbältnisse sind ungünstig; im Sommer herrscht viel
dichter Nebel und Regen; im Winter ist der stürmische NW-Wind besonders
gefürchtet, der oft den Landverkehr unmöglich macht. Beim Einsetzen desselben
{Allt die Temperatur um 10—15° C. Während dieser Zeit ist der Hafen meist
fest gefroren, und soll nicht selten 0,9 m dickes Eis entstehen.
11. Ueber Karsakowsk, Südende der Insel Sachalin,') berichtet
derselbe Kommandant („Hydrograph. Nachricht“, Pola 1887, No. 6) Folgendes:
Die Karte (Tit. XI: 204, Br. A.-K. No. 2192) ist richtig und das An-
laufen bei nicht sehr dickem Wetter leicht. In der Russischen Ansiedelung sind
weit mehr Gebäude vorhanden, als der Plau angiebt; besonders auffällig ist
das Gefängnifs, ein Blockhaus mit vier Erkerthürmen, 3,8 Kabllg. NNO'/40 von
dem durch eine Russische Flagge gekennzeichneten Beobachtungsorte. Das
Japanische Dorf besteht nur aus der halben Anzahl der verzeichneten Hütten,
Der Damm beim Beobachtungsorte besteht nicht, jedoch befindet sich
3 Kabllg, südlicher ein etwa 0,5 Kabllg. langer fester Holzdamm mit vier
breiten Anlegetreppen, die selbst für tiefgehende Boote zu benutzen sind,
Unter Land schreitet die Versandung fort und mufs man dort auf geringere
Tiefen rechnen, als angegeben. Der „Nautilus“ lag nahe dem südlich verzeich-
aeten Anker; der sandige Grund hält aber schlecht und man trieb schon bei
Windstärke 5—6.
An Lebensmitteln ist zu erhalten Brod, Fleisch, lebendes Vieh, etwas
Reis, Milch und Butter gut und in genügender Menge, sowie gutes Trinkwasser
aus Bächen und Brunnen. Ein Kohlenlager gehört der Regierung; die Kohlen
stammen aus Duz und stehen selbst der Japanischen nach. Es ist viel Brenn-
holz, jedoch kein Maschinenbetriebsmaterial vorhanden. Es besteht ein regel-
mäfiger Postdienst mit Dui und Wladiwostok.
12. (D.S.) Ueber die Kaan-Inseln, im Südlichen Stillen Ocean,
auf 3° 32‘ S-Br und 153° 30‘ O-Lg, berichtet Kapt. F. Albrecht von dem
Deutschen Vollschiffe „Rajah“:
„Die verschiedenen Auflagen des „South Pacific Ocean Directory“ lassen
dio Zahl der einzelnen Inseln dieser Gruppe zweifelhaft. Da ich dieselbe auf
meiner Reise von Newcastle N. S. W. nach Manila am 18. Juni 1885 in unmittel-
barer Nähe passirte, so bin ich in der Lage, angeben zu können, dafs sie aus
acht verschiedenen Inseln gebildet wird. Die mittlere derselben hat eine ziem-
lich bedeutende Höhe und Ausdehnung. Die drei kleineren östlichen Inseln der
Gruppe, an denen wir in einem Abstande von 2 Sm nordwärts entlang segelten,
sind mit der höheren mittleren Insel durch Riffe verbunden, auf denen eine
starke Brandung stand. Die nördlichste Insel der Gruppe, welche niedriger als
die übrigen ist, hat die gröfste Flächenausdehnung. Da der Wind zu schral
war, um die Gruppe mit einem Schlage auf nördlichem Kurse klaren zu können,
so hielten wir ab, und nahmen die Passage zwischen der nördlichsten Insel und
der Gruppe im Süden, welche eine Breite von etwa 4 Sm hat und, soweit dieses
zu erkennen war, frei von irgend welcher Gefahr für die Schiffahrt ist. Nur
von der Südwestspitze der nördlichen Insel erstreckt sich ein Riff ca */a Sm
nach S. Wir fanden, daß die nördliche Insel bewohnt ist; die Eingeborenen
) „China Sea Directory“, Vol. IV, 1884, S. 604,