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Zwei Orkane im nordwestlichen Theile des Stillen Oceans,
Die längste Regendauer betrug im Monat Juni 1886 vom 27. bis 28,
13 Stunden, darauf nach einer zweistündigen Pause vom 28. bis 29. 30 Stunden,
wobei es meistens stark und sehr stark regnete, mit einer nur kurzen Unter-
brechung von 20 Minuten. Am häufigsten kam derselbe aus SW und NO, und
wurde die Temperatur desselben im Monat Juni zu 23,5° gemessen.
Blitze wurden fast täglich beobachtet, zuweilen ınit starken Gewittern
und Regen, wie nachstehende Uebersicht zeigt.
1885
1886
Beobacht. Tage Jan. Febr. April Mai Juni Juli Aug. Sept. Okt, Nov. Dez.
im Ganzen . 30 31 26 15 — 22 25 15 11
mit Blitzen . 24 30 19 6 — 16 24 14 5
mit Gewitter . 7 10 8 2 m 7 u 6 0
i im Ganzen. . 381 16 — — 30 31 20 30 — — m
mit Blitzen . . 9 4 — — 28 13 8 17 — — —
| mit Gewitter. 5. 3 2— 28— B3B 5 20 22T LS
Land- und Seebriese traten ziemlich regelmäfsig auf, erstere aus
NE—NW, Stärke 1—2, auf Rhede Stärke 3—4, letztere aus WSW—SW bis
zur Stärke 6. Der Eintritt der Seebriese erfolgte gewöhnlich um 12* Mittags;
sie war am stärksten, wenn Nachmittags Fluth lief; nur einmal blieb dieselbe
gänzlich aus,
Tornados traten hauptsächlich im Juni, Oktober und November auf;
ihre Dauer betrug 15—20 Minuten, und war das Herannahen eines solchen stets
an einer schnell über Land aufsteigenden drohenden Wolkenbank zu erkennen,
deren Farbe dunkelgrau bis gelblich, einmal mit grünlichem Schimmer, war.
Der begleitende Regen war durchschnittlich äufserst stark und dauerte mehrere
Stunden.
Die trockene Jahreszeit rechnet von Mitte November bis Ende April
und kennzeichnet sich, besonders im Dezember und Januar, durch anhaltende
diesige Luft. Die Regenzeit beginnt im Juni und endet im Oktober. Sie
hatte im Jahre 1886 einen sehr ausgeprägten Charakter, während 1885 kaum
ein Unterschied mit der trockenen Zeit bemerkt wurde.
Die Gezeiten liefen unregelmäfsig, und wurde Anfangs Oktober 1886
im Hafen von Kamerun fast gar kein Fluthstrom, sondern nur ein schwaches
Steigen des Wassers beobachtet, so dafs das Schiff wiederholt nicht schwaite.
Die Dauer der Ebbe sowie die Geschwindigkeit des Stromes ist von der ge-
fallenen Regenmenge abhängig. Die Richtung der Strömung ist verschieden,
je nachdem der Hauptstrom mit dem Wasser der gröfseren Creeks in Ver-
bindung tritt. Am stärksten trat derselbe dicht am Kap Kamerun auf.
Zwei Orkane im nordwestlichen Theile des Stillen Oceans, in der
Nähe von Japan.
(Mittheilung von der Deutschen Seewarte.)
Das Deutsche Vollschiff „Theodor Rüger“, Kapt. J. C. Meyer, befand
sich am 1. Juli 1885 um 12 Uhr Mittags auf 34° 5‘ N-Br und 138° 8‘ O-Lg
unter der Südküste von Nipon. Das Barometer war bei anhaltend regnerischem
Wetter und steifem.bis stürmischem Ostwinde langsam gefallen und hatte um
diese Zeit einen Stand von annähernd 748 mm (redueirl) erreicht, auf dem es
sich eine Zeitlang ruhig hielt, Gegen 1* p. m. nahm der Wind aus ENE bis
Stärke 10 zu, worauf dann das Barometer innerhalb einer halben Stunde sehr
rasch auf seinen niedrigsten Stand von 734,3 mm herunterging. Gewaltige
Regenmengen ergossen sich vom Himmel, und die unregelmäfsig laufende See
nahm bedeutend an Höhe zu. Zwischen 2* und 4" p. m, wehte der Taifun mit
der gröfsten Stärke (12), während sich seine Richtung — seit 12% m. — von