accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 15 (1887)

171 
Zwei Orkane im nordwestlichen Theile des Stillen Oceans, 
Die längste Regendauer betrug im Monat Juni 1886 vom 27. bis 28, 
13 Stunden, darauf nach einer zweistündigen Pause vom 28. bis 29. 30 Stunden, 
wobei es meistens stark und sehr stark regnete, mit einer nur kurzen Unter- 
brechung von 20 Minuten. Am häufigsten kam derselbe aus SW und NO, und 
wurde die Temperatur desselben im Monat Juni zu 23,5° gemessen. 
Blitze wurden fast täglich beobachtet, zuweilen ınit starken Gewittern 
und Regen, wie nachstehende Uebersicht zeigt. 
1885 
1886 
Beobacht. Tage Jan. Febr. April Mai Juni Juli Aug. Sept. Okt, Nov. Dez. 
im Ganzen . 30 31 26 15 — 22 25 15 11 
mit Blitzen . 24 30 19 6 — 16 24 14 5 
mit Gewitter . 7 10 8 2 m 7 u 6 0 
i im Ganzen. . 381 16 — — 30 31 20 30 — — m 
mit Blitzen . . 9 4 — — 28 13 8 17 — — — 
| mit Gewitter. 5. 3 2— 28— B3B 5 20 22T LS 
Land- und Seebriese traten ziemlich regelmäfsig auf, erstere aus 
NE—NW, Stärke 1—2, auf Rhede Stärke 3—4, letztere aus WSW—SW bis 
zur Stärke 6. Der Eintritt der Seebriese erfolgte gewöhnlich um 12* Mittags; 
sie war am stärksten, wenn Nachmittags Fluth lief; nur einmal blieb dieselbe 
gänzlich aus, 
Tornados traten hauptsächlich im Juni, Oktober und November auf; 
ihre Dauer betrug 15—20 Minuten, und war das Herannahen eines solchen stets 
an einer schnell über Land aufsteigenden drohenden Wolkenbank zu erkennen, 
deren Farbe dunkelgrau bis gelblich, einmal mit grünlichem Schimmer, war. 
Der begleitende Regen war durchschnittlich äufserst stark und dauerte mehrere 
Stunden. 
Die trockene Jahreszeit rechnet von Mitte November bis Ende April 
und kennzeichnet sich, besonders im Dezember und Januar, durch anhaltende 
diesige Luft. Die Regenzeit beginnt im Juni und endet im Oktober. Sie 
hatte im Jahre 1886 einen sehr ausgeprägten Charakter, während 1885 kaum 
ein Unterschied mit der trockenen Zeit bemerkt wurde. 
Die Gezeiten liefen unregelmäfsig, und wurde Anfangs Oktober 1886 
im Hafen von Kamerun fast gar kein Fluthstrom, sondern nur ein schwaches 
Steigen des Wassers beobachtet, so dafs das Schiff wiederholt nicht schwaite. 
Die Dauer der Ebbe sowie die Geschwindigkeit des Stromes ist von der ge- 
fallenen Regenmenge abhängig. Die Richtung der Strömung ist verschieden, 
je nachdem der Hauptstrom mit dem Wasser der gröfseren Creeks in Ver- 
bindung tritt. Am stärksten trat derselbe dicht am Kap Kamerun auf. 
Zwei Orkane im nordwestlichen Theile des Stillen Oceans, in der 
Nähe von Japan. 
(Mittheilung von der Deutschen Seewarte.) 
Das Deutsche Vollschiff „Theodor Rüger“, Kapt. J. C. Meyer, befand 
sich am 1. Juli 1885 um 12 Uhr Mittags auf 34° 5‘ N-Br und 138° 8‘ O-Lg 
unter der Südküste von Nipon. Das Barometer war bei anhaltend regnerischem 
Wetter und steifem.bis stürmischem Ostwinde langsam gefallen und hatte um 
diese Zeit einen Stand von annähernd 748 mm (redueirl) erreicht, auf dem es 
sich eine Zeitlang ruhig hielt, Gegen 1* p. m. nahm der Wind aus ENE bis 
Stärke 10 zu, worauf dann das Barometer innerhalb einer halben Stunde sehr 
rasch auf seinen niedrigsten Stand von 734,3 mm herunterging. Gewaltige 
Regenmengen ergossen sich vom Himmel, und die unregelmäfsig laufende See 
nahm bedeutend an Höhe zu. Zwischen 2* und 4" p. m, wehte der Taifun mit 
der gröfsten Stärke (12), während sich seine Richtung — seit 12% m. — von
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.