Die Expedition des Kreuzers „Fylla“ nach der Baffins-Bai, 1886.
Tabelle 3.
ıb5
Wassertemperatur °C
Tiefe
Oberfläche
®
da
Gm
ZB
u
+
oO
X
|
A 4,8
+1,0
AZ
5,7
+51
+30
1’;
A454
a
Ad
>
E]
©
RD
+26
+16
— (0,9
95 Fad. (47 m)
50 „ (94m)
75 „ (141 m)
100» (188 m)
Meeresboden ;
Tiefe {2 |
"Temperatur °C
+1,0
+0,8
1.0,5
148 156
279 294 |
+06)‘ +1.1
— 1,8 |
— 1,7
— 1.1
—16
+01
+05
„40,5
200 270 234 142
377 508 441 267
+911-+301 +28! +06
Die beiden letzten Tabellen zeigen hiernach, dafs in diesen Breiten, etwa
von 68° bis 71° Nord, eine kältere Wasserschicht zwischen zwei wärmeren
oben und ‚unten eingelagert ist, welche mit dem Fortschreiten nach Norden in
vertikaler Ausdehnung gewinnt. In beiden durch die Tabellen repräsentirten
Schnitten nehmen die Temperaturen gleich unter der Oberfläche schnell ab, und
zwar bei einer Oberfächentemperatur von 4° bis 5° und mehr sind sie bereits
in 20 Fad. (38 m) auf 0° gefallen, in der südlichen Breite reicht jedoch die
nun folgende Wasserschicht mit Temperaturen unter dem Gefrierpunkte nur bis
auf etwa 75 Fad. (141 m), während sie nördlich bis zu 125 Fad. (235 m) dringt.
Wie die Oberflächentemperaturen sind auch die Bodentemperaturen alle mit nur
zwei Ausnahmen positiv.
Ein Vergleich aller drei Tabellen zeigt, wie im Allgemeinen von Süden
nach Norden das kalte Wasser immer mebr die Oberhand gewinnt. Im süd-
lichen Schnitt auf ca 63° Breite (Tabelle 1) sind sämmtliche Temperaturen
bis zum Grunde positiv, und zwar ist die gesammte Wassermasse von der
Oberfläche nach der Tiefe ziemlich gleichmäfsig durchwärmt, im Allgemeinen
nur eine geringe Temperaturabnahme nach unten zeigend. Auffallend ist hier
die Wärmeabnahme des Oberflächenwassers mit der Annäherung an die Küste;
wahrscheinlich ist dies eine Folge des bei Kap Farwell umbiegenden und an
der Küste entlang setzenden Zweiges des Ostgrönländischen polaren Stromes,
Ob die verhältnifsmäßsig hohe Oborflächentemperatur lediglich Wirkung der
Sonnenwärme oder auch einer Abzweigung des Golfstromes zuzuschreiben ist,
läfst sich nach den vorliegenden Messungen nicht ohne Weiteres entscheiden,
Nach dem Bericht des Lieut. Hammer ist die Temperatur des Wassers an der
Oberfläche auf der Rückreise im August durchschnittlich 2!/2° höher gewesen,
als auf der Ausreise im Juni. So betrug dieselbe beim Passiren von Kap
Farwell auf 59° N-Br und 43'/° W-Lg im Juni 5°, im August 7'/2°, westlicher
auf 591%° N-Br und 481° W-Lg .7° und 8°, auf 61° N-Br und 50'2° W-Lg
auf der Rückreise 7!/2°.
Auf der Weiterreise, von Holstensborg über Sukkertoppen und Godthaab
bis Frederikshaab wurden die an der Küste entlang laufenden Bänke, wie die
Hellefiske-Bauk, die südwestlich von Godthaab gelegene Fyllas-Bank und andere
kleinere durch Lothungen näher festgelegt. Diese Bänke erstrecken sich in
einem durchschnittlichen Abstande von 20 Sm von der Küste zwischen 62° und
69° N-Br, während weiter nördlich ‚dieselben vollkommen aufhören. Sie sind
15—50 Fad. (28—94 m) tief und fallen nach Osten zu gegen das Land ziemlich
steil auf 200 Fad. (377 m) ab, nach Westen weniger schroff. Der Grund besteht
in der Regel aus ziemlich grobem Sand mit Steinen und Schalthieren, während