134 Rekognoseirungsfahrt S. M. Knbt, „Hyäne“ an der Ostküste von Afrika.
Probleme unserer Erde sich ergeben, indem wir, die Aufgabe erweiternd,
dahin gelangen, eine Anzahl von Hauptpunkten der Erde, die für meteoro-
logische wie magnetische Forschung bedeutsam sind, seien sie am Pol, seien sie
am Aequator gelegen, dauernd mit gleich organisirten Beobachtungs-
stationen zu versehen, die nach einem gemeinsamen internationalen Pro-
gramm arbeiten.
Bis wir dies erreichen, liegt uns in Deutschland die Pflicht ob, mit allen
Kräften daran zu arbeiten, um die Beobachtungen der Epoche internationaler
Polarforschung von 1882—83 der Wissenschaft nutzbar zu machen und vor
Allem zur Lösung der Aufgaben auf dem Gebiete des Erdmagnetismus beizu-
iragen, auf welchem Deutsche Forscher einst die Führerrolle innehatten.
Rekognoscirungsfahrt S. M. Kbt. „Hyäne‘“ an der Ostküste von Afrika.
Bericht des Kommandanten, Korv,-Kapt. Langemak.,
(Hierzu Tafel 4.)
Am 19. September 1886 Morgens um 6 Uhr verliefßs S. M. Kuabt. „Hyäne*
bei ganz leichtem SW-Winde die Rhede von Zanzibar. Bei flauer Briese
dampfte ich durch den Pemba-Kanal; am andern Morgen, als der Wind auf-
Frischte, liefs ich die Feuer ausmachen und setzte Segel.
Am 26. Morgens hielt ich auf die Küste zu, nachdem ich in der Nacht
schon beigedreht hatte, und segelte während des ganzen Vormittages in einem
Abstande von 1—2 Sm langsam nordwärts an der Küste entlang. Die Küste
ist steinig und sandig, fällt ganz steil zum Wasser ab und zeigt eine solche
Gleichförmigkeit in Form und Farbe, dafs das Auge vergeblich nach irgend
einem hervorragenden, bemerkenswerthen Punkte sucht.
Um 12 Uhr war nach dem Mittagsbesteck die Breite 5° 41‘ Nord, und
bekam ich um 2* 30” im Innern des Landes, ca 2 bis 3 Sm von der Küste ab,
einige dunkle Gegenstände in Sicht, von denen ich durchaus nicht ausmachen
konnte, was es war. Gepeilt wurden diese WNW. Meinen nördlichen Kurs
beibehaltend entdeckte ich um 3* 15”, als ich diese Gegenstände von Norden
aus sah, dafs es Hütten der Bingeborenen sein könnten; ich drehte infolge
dessen für die Nacht bei und versuchte während des anderen Tages wieder
aufzukreuzen, machte aber am Morgen des 28., nachdem dies nicht gelungen
war, Dampf auf, und erreichte am Nachmittag desselben Tages den Ort in
5° 55‘ N-Br, wo ich auf 19m Wasser mit 90m Kette in einem Abstande yon
2 Sm vom Lande ankerte.
Für den Nachmittag gab ich, vachdem ich an der Küste einen Landungs-
platz gesucht hatte, der vorgeschrittenen Tageszeit wegen eine Landung auf.
Während der Nacht setzten so heftige Böen ein und war der Seegang so schwer,
dafs das Kanonenboot den Anker durch den Grund zog und nach Land zu frieb.
[ch lichtete deshalb um 1* 30" den Anker und blieb mit langsam gehender
Maschine während des Restes der Nacht beigedreht.
Am andern Vormittag früh, bald nach 8%, ankerte ich wieder auf dem-
selben Platze. Gleich nach dem Ankern fuhr ich nach der Küste, um: einen
Versuch zur Landung zu machen. Trotzdem die See an der steilen Küste sehr
heftig brach, versuchte ich, das Boot an einem Ankertau durch die Brandung
durchzuführen, um dann vielleicht springend an Land zu kommen, Bei diesem
Versuche brach das Aukertau, die See füllte das Boot bis fast unter die
Duchten, und konnten wir uns nur mit äufserster Anstrengung durch Rudern
retten.
Da der Monsun noch immer mit grofser Stärke, 5—7, zuweilen in Böen
bis 8, wehte, entschlofs ich mich, das Abflauen des Windes und den Niedergang
der See abzuwarten, bevor ich einen neuen Landungsversuch machte. Da ich
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Washington.
ü. S. Naval Ob
servatory.
Madeira, the Salvages and the Canary Islands, translated
from the French of Capt. C. P. de Kerhallet and
A. le Gras.
Wien
K. K. Central-
Anstalt für Mag
netismus und Me
teorologie.
Jahrbücher der k. k, Central-Anstalt. Band VIII. Jahr
gang 1871.
Zeitschrift der österreichischen Gesellschaft für Meteoro
logie. Band VIII.
Dritter Bericht der Kommission für die Adria.
2. Von Privaten.
II. W. Dovc ... lieber die meteorologischen Unterschiede der Nordhälfte und Südhälfte
der Erde. Jan. 1873.
lieber die Zurückführung der jährlichen Tempera tu rcurve auf die ihr
zu Grunde liegenden Bedingungen. Oct. 1873.
Aus Bruhns, Humboldt: Meteorologie.
W. von Frecden. E. Ohdebrecht: Die Colonie Blumenao in der Provinz St. Catharina.
Blumenau bei Scheidemantel.
Plan van bet Kanal door Holland op zyn smalst met de spoorweg ver-
1 biuding van Zaardam naar Amsterdam.
Staatsspoorwegen, centraal-personen eu goederen Station te Amsterdam.
1870.
Bergbaus: Chart of the World. Gotha 1863.
G. Karsten, Prof, üeber die wissenschaftliche Untersuchung der Ost- und Nordsee.