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Kleine Notizen.
genügeuden Zahl der Beobachtungen, um dort die Verhältoisse eingehender
studiren zu können. Als Anhalt hierfür werden die Beobachtungen auf Mauritius
angeführt. Aus den Beobachtungen von 62 an der Lee- und an der Luvseite
der Insel gelegenen Stationen ergeben sich nämlich für die Jahre 1882 und 1883
folgende Regenwahrscheinlichkeiten:
Jan. Febr. März April‘ Mai Juni Juli Aug. Sept. Okt. Nov. Dez.
0,53 0,67 0,65 0,57 0,46 0,49 0,58 0,50 0,47 0,42 0,37* 0,52
0,39 0,61 0,65 0,59 0,65 0,64 0,47 0,75 0,42 0,26* 0,41 0,70
0,48 0,65 0,65 0,58 0,52 0,54 0,54 0,58 0,45 0,37* 0,38 0,58
0,46 0,59 0,45 0,39 0,29 0,80 0,32 0,36 0,26 0,21* 0,29 0,35
0,47 062 0,55 048 0,41 0,42 0,43 0,47 0,35 0,29* 0,34 0,47
Port Louis 7 Jahre . .
Allgemeine Mittel obiger
Werthe . ....
Auf dem Ocean
unter 50—60° O-Lg
und 20—25° S-Br 0,57 0,64 0,39 0,42 0,54 0,46 0,45 0,54 0,54 0,34* 0,42 0,50
unter 50—60° O-Lg
and 25—30° S-Br 0,37 0,42 0,50 0,45 0,57 0,56 0,53 0,63 0,53 0,40 0,31* 0,50
Das allgemeine Bild der jährlichen Periode der Regenhäufigkeit macht
sich etwa bis zu 25—30° S-Br geltend, dann gleichen sich die Gegensätze
zwischen den centralen und Grenzgebieten des Oceans mehr und mehr aus, und
es gewinnt allmählich überall das bis zu 55° S-Br zu verfolgende Regime der
ziemlich gleichmäfsigen und grofsen Regenhäufigkeit, welche nur im Hochsommer
(Januar bis Februar) eine Herabminderung und im Winter eine Verstärkung
arfährt, die Oberhand.
Auf den nordäquatorialen Theilen des Oceans bis etwa 8° N-Br erleidet
die sehr bedeutende Regenhäufigkeit durch eine nicht ganz unerhebliche Ab-
nahme der Regentage im Februar cine vorübergehende Herabminderung, die
sich südlich vom Aequator in dessen Nähe in keinem Monat zeigt, und welche
einen Rest der grofsen Trockenheit darstellt, welche weiter nördlich im Busen
von Bengalen (mit Ausnahme der westlichen Gebiete an der Koromandel-Küste)
die ganze Periode von Dezember bis Anfang April einnimmt. Die von Nord
nach Süd sehr rasch erfolgende Zunahme der Regenhäufigkeit in diesem Gebiete
während dieser Periode tritt in der vorstehenden Tabelle sehr deutlich hervor.
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Kleine Notizen. )
1. Das Erdbeben, welches am 23. Februar d, J. früh in Ober-Italien auf-
trat, hat sich nach Mittheilung des Vorstandes des Kaiserlichen Observatoriums
zu Wilhelmshaven, Prof. Börgen, auch au den dortigen magnetischen Variations-
Instrumenten, speciell an der Lloyd’schen Wage bemerkbar gemacht. Die
photographische Kurve dieses Instrumentes zeigte an, dafs die Nadel um
6h 14” a. m. Ortszeit in Schwingungen gerathen ist. Diese Schwingungen er-
reichten um 6* 15” ein Maximum, worauf sich die Nadel bis 6* 20“ allmählich
beruhigte, doch sind noch bis 6 28” kleine Schwingungen wahrnehmbar, welche
auf spätere leichte Impulse zu deuten scheinen.
In Köln wurde eine Seismometeruhr um 6* 4” 54° Ortszeit (6* 9,6” Wil-
helmshavener Zeit) arretirt, und in Kew war am Biflar der registrirenden
magnetischen Instrumente um 5% 40” Greenwich-Zeit (6* 12,6” Wilhelmshavener
Zeit) eine ähnliche Schwingung wie in Wilhelmshaven an der Lloyd’schen Wage
bemerkbar.
1) Die mit (D. SS.) bezeichneten Notizen sind von der Deutschen Seewarte eingesendet.