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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 15 (1887)

Taifunbahnen bei Japan, nebst Winken zum Manövriren.’ 
beachte man, dafs die Wahrscheinlichkeit, in die Nähe der Bahn zu gerathen, 
bei Süd-Kiushu am gröfsten ist. Wird gelenzt, dann so hoch westlich wie 
möglich, 
6 7) Bei SE- und Sfid - Winden an der Südküste wird man nicht zu lange 
Kurs liegen, sondern bei Zeiten über Backbord beidrehen, wenn auch nur für 
einige Stunden, um die absoluten Barometeränderungen zu erhalten. 
d) Verläfst man die Westküste von Kiushu mit SW- oder WSW-Kurs, 
so wird man bei NE-Wind möglichst hoch West liegen, bei 0st-Wind NW, bei 
SE-Wind Nord.‘ 
C. Bei Reisen im Spätsommer und Herbst kann man höchst wahr- 
scheinlich schnelle Taifune erwarten mit der Bahnrichtung Nordost (Nord—0O2zN). 
aa) Bei Süd- oder SE-Wind und fallendem Barometer drehe man über 
Backbord bei und bleibe beigedreht liegen, auch wenn die Windrichtung sich 
nicht ändert. Der Dampfer suche noch möglichst Südost zu holen. 
Schwankt der Wind um Ost herum, etwa ESE—NE, 80 peilt das Centrum 
wahrscheinlich Süd bis SSW, und man befindet sich vor dem Centrum, nahe 
bei der Bahn. 
Bei 0st-Wind müssen die vorhergegangenen Beobachtungen entscheiden, 
wie man verfährt; dreht man bei, dann wahrscheinlich am besten über Back- 
bord; will man noch versuchen NW zu holen, so vergleiche man NE-Wind, 
Fällt bei NE-Wind das Barometer erst langsam, und ist die Windstärke 
noch nicht sehr hoch, so hole man noch möglichst viel West; bei hoher Wind- 
stärke oder bei beschleunigtem Fall des Barometers drehe man über Steuerbord 
bei. Der Dampfer suche NW zu holen, so lange es angeht. ; 
Für Nord-Wind gilt dasselbe, wie für NE, wenn man SW statt West liest. 
Der NW-Wind setzt oft mit besonderer Heftigkeit und steigendem Baro- 
meter ein; beachtet man das unter NE und Nord Gesagte, so wird er Einen 
nie über Backbord überraschen. 
‚ West- und SW-Winde wird man erst nach dem Vorübergange des 
Centrums bekommen; bei SW-Wind kann das Centrum NNO, selbst NO, peilen, 
bb) Bei Reisen von West nach Ost, Süd nach Nord ist die Wahr- 
scheinlichkeit, von einem Taifun eingeholt zu werden, sehr viel gröfser als die 
Gefahr, in einen hineiuzulaufen. Der Theil des betrachteten Gebietes, wo 
Letzteres vorkommen kann, ist das Meer bei Süd-Kiushu. Man wird also in 
dieser Gegend während der ganzen Taifunzeit Ab und c mit Vortheil berück- 
sichtigen. ; 
Die Erklärung liegt darin, dafs bei einigen Taifunen des Spätsommers 
und Herbstes der Scheitel der Bahn,!) wenn in der Läuge von Kiushuw oder 
Shikoku, nur wenig unterhalb 30° N-Br liegt; bei den meisten fällt er weiter 
südlich oder westlich, so dals man bei Japan nur mit dem nordöstlichen 
Parabelast zu rechnen hat, nicht auch mit dem Scheitel und einem Theile des 
NW gerichteten Astes, wie im Hochsomwer. ; 
Die Reisen von Ost nach West, Nord nach Süd im Spätsommer und 
Herbst sind überhaupt die gefährlichsten, weil Schiffs- und Taifun-Kurs nahezu 
entgegengesetzt liegen, und grofse Geschwindigkeiten sich summiren. — 
Zum Schlusse fassen wir die Hauptpunkte noch einmal kurz zusammen: 
Die Taifune in der Nähe Japans sind ganz regelmäfsig verlaufende Er- 
scheinungen. Ihre Bahnen bilden nach Osten offene Parabeln oder Theile der- 
gelben. Der Scheitel liegt im Hochsommer in der Breite von Süd-Japan, im 
Spätsommer und Herbst weiter südlich oder westlich. . In beiden Fällen sind 
die Bahnrichtungen auf weniger als einen Halbkreis beschränkt; aufserdem ist 
die Fortbewegung bei der. ersten Scheitellage eine langsame, bei der zweiten 
pine schnelle, . 
W Vgl. Annalen 1885, Seite 157, Figur. 
117
	        
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