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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 15 (1887)

Reiseberichte der Deutschen Barken „Ida“ und „Frida Grampp“. 
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setzten ‚wir am 30. Dezember die Reise nach Piastla fort, um hier das Schiff 
mit Rothholz aufzufüllen. Der letztgenannte Hafen . wurde am 2. Januar 1886 
erreicht. Die Wassertiefe auf unserm Ankerplatze daselbst betrug 10,8m (6 Fad.). 
Am 3.. Februar segelten wir nach Mazatlan zurück, um die vom Wrack des 
Schiffes „Henriette Behn“ geborgenen Segel an Bord zu nehmen, und traten 
darauf am 6, Februar die Reise nach Liverpool an. 
Auf unseren verschiedenen Küstenreisen habe ich weniger südlichen 
Strom beobachtet, als für gewöhnlich angenommen wird. Dieses hat, meiner 
Ansicht nach, wohl seinen Grund in den geringen Regenfällen während der 
Wintermonate. Im Norden von Gwuaymas pflegte regelmäfsig Ebbe und Fluth 
zu laufen, Erstere setzte 7. Stunden nach S, letztere 5 Stunden nach N, beide 
mit einer Geschwindigkeit von nicht über 1 Sm die Stunde, 
Obwohl man in den vorgenannten Plätzen Mulege, Santa Rosalia, Los 
Angeles und Piastla auf offener Seerhede liegt, so ist doch durchaus keine Ge- 
fahr vorhanden, wenn man nur gutes Ankergeschirr hat. Obgleich die Seebriese 
manchmal recht steif wehte, hatten wir doch nur einmal, und zwar in Santa 
Rosalig, nöthig, den zweiten Anker fallen zu lassen. Gewöhnlich wehte es drei 
Tage hinter einander frisch, worauf in der Regel acht ruhige Tage folgten. 
Meistens ‚setzte der steife Wind zur Zeit des Neu- und Vollmondes ein. und 
erzeugte dann oft eine so starke See, dafs die Leichter nicht vom Lande ab- 
kommen konnten. Wenn die Witterungsverhältnisse das Laden ‚gestatteten, so 
konnten wir im günstigen Falle 50 Tonnen Erz oder 25 Tonnen Farbholz an 
einem Tage übernehmen. Gewöhnlich geht infolge der Seegangsverhältnisse die 
Hälfte der Zeit während des Ladens nutzlos verloren.“ 
Aus den Reiseberichten der Kapitäne C. Fesenfeldt, Führer der 
Deutschen Bark „Ida“, und C. F, Lindenberg von der Deutschen 
Bark „Frida Grampp“. 
(Mittheilung von der Deutschen Seewarte,) 
Brisbane.!) Kapt. Fesenfeldt berichtet: Auf unserer Reise von 
New- York nach Brisbane passirten wir am 10. Juni 1885 um 9 Uhr Morgens 
Smith Rock, worauf wir um 10 Uhr einen Lotsen erhielten. Später kam ein 
Schleppdampfer zu uns, und da der Wind entgegen war, nahm ich denselben 
gegen Zahlung von 30 Lstrl. für das Ein- und Ausschleppen an. Am Abende 
ankerten wir vor der Mündung des Brisbane-Flusses nach einer Reise, deren 
Dauer 117 Tage betrug. Wir hatten den Weg durch die Bass-Strafse genommen, 
während mehrere Englische Schiffe südlich von Van Diemens Land passirt 
waren und dort durch nördliche Winde bedeutenden Aufenthalt gehabt hatten, 
Eine Amerikanische Bark erreichte Brisbane erst nach einer Reise von 
131 Tagen von Boston; dagegen hatte das Englische eiserne Schiff „Duke of 
Argyll“ nur 89 Tage vom Kanal, 
Während unseres Aufenthaltes in Brisbane vom 10. Juni bis 9. Juli 1885 
herrschten daselbst meistens westliche Winde bei schönem Wetter. Die Nächte 
waren: kühl oder selbst kalt. Der Luftdruck betrug im Mittel 766 mm. 
Häufig müssen die Schiffe längere Zeit, auf dem Strome liegend, warten, 
weil keine genügende Anzahl von Werften vorhanden ist; indessen sind gegen- 
wärtig mehrere neue im Bau begriffen. Da jetzt schon sehr grofse Schiffe 
direkt an die Stadt gelangen können und das Feuergeld nicht mehr erhoben 
wird, so haben sich die Unkosten für ein Schiff in Brisbane wesentlich ver- 
ringert. Der Schlepplohn beträgt ungefähr 1 sh..6 d. und das Lotsgeld 9 d. 
für die Registertonne. 
‘') Siehe diese Annalen Jahrgang 1886, Seite 435 und 436.
	        
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