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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 15 (1887)

Reisebericht der Deutschen Bark „Patagonia“. 
Am 23. Oktober 1885 trat bei einem Luftdrucke von 763mm (unredueirt) 
wieder eine südsüdöstliche Dünung ein. Am Morgen des 25. Oktober blitzte es 
ununterbrochen zwischen NO und SO, bei bezogener Luft. Die Dünung war 
noch dieselbe. Unter diesen Umständen hielten wir es für angezeigt, unseren 
Anker zu lichten, in See zu gehen und in Gemeinschaft mit „Zsmeralda“ in 
Sicht des Leuchtthurmes von Criston zu kreuzen, Um 8 Uhr Morgens betrug 
der Luftdruck 760,9 mm (red.), die Luft war bezogen, und die Dünung hielt 
noch immer an, Um 9'% Uhr setzte eine steife Böe mit heftigem Regen ein 
und das Barometer fing rasch an zu fallen, so dafs der Luftdruck gegen 11 Uhr 
bis 756,1 mm (red.) abgenommen hatte. Der Wind war, entgegengesetzt der 
gewöhnlichen Regel, nach NE geholt und hatte die Stärke 8 angenommen. 
Fortwährend zeigte sich heftiges Blitzen im SSE, bei dick bezogener Luft. Um 
2hp. m. hatte das Barometer mit 751,0mm (red.) seinen tiefsten Stand erreicht; 
am folgenden Morgen um 4 Uhr stand es wieder auf 755,9mm. Als der Sturm 
sein Ende erreicht hatte, stand „Patagonia“ etwa 40 Sm von Mazatlan. Trotz 
der geringen Distanz benöthigten wir, wegen der starken nördlichen Strömung, 
die sich eingestellt hatte — ebenso wie nach dem Orkane vom 5. Oktober — 
drei Tage, bis wir unsern Hafen wieder erreichen konnten, woselbst wir am 
29. Oktober, zusammen mit „Kemeralda“ eintrafen. Es ist gut, dieser starken 
Strömung beim Flüchten von Mazatlan Rechnung zu tragen, 
In der Nähe des etwa 130 Sm südlicher gelegenen San Blas war der 
Orkan ebenfalls aufgetreten.“ 
Die Fortbewegung des Orkanes vom 5. Oktober war, nach der Wind- 
änderung zu schliefsen, eine nördliche, aus den Angaben über den Orkan vom 
15. Oktober läfst sich die Bahnlinie desselben nicht erkennen, während der- 
jenige am 25. Oktober in östlicher Richtung fortgeschritten zu sein scheint, 
doch sind die Beobachtungen der Windrichtung zu mangelhaft, um dieses mit 
Bestimmtheit sagen zu können, - 
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[I. Bemerkungen über die Plätze Mulege, Santa Rosalia, Provideneia,!) Los 
Angeles und Piastla, sowie über die auf der Fahrt von Mazatlan via @uaymas 
nach diesen Häfen angetroffenen Wind- und Strömungsverhältnisse. 
„Nachdem wir am 15. November 1885 die Reise von Mazatlan nach 
Guaymas angetreten hatten, wurden wir in der ersten Zeit, bei vorherrschend 
fiauen nördlichen und westlichen Winden, nur selten durch am Abend einsetzende 
Landbriese begünstigt, Erst nördlich der Farallon - Insel wurde der Wind 
frischer und gestattete uns, mit besserem Erfolge aufzukreuzen. Am 27. No- 
vember ankerten wir auf der Rhede von Guaymas. Irgendwelche nennenswerthe 
Strömung habe ich auf dieser Reise nicht beobachtet, es scheint mir indeß, 
dafs dieselbe wohl eher nördlich als südlich setzte. 
Den 4. Dezember versegelten wir weiter nach Mulege, wo wir am folgen- 
den Tage ankerten, um den Verlader des für „Patagonia“ bestimmten Kupfer- 
erzes nebst mehreren Arbeitern und Booten an Bord zu nehmen, mit denen wir 
am 7. Dezember die Weiterreise nach Santa Rosalia antraten. Hier bestanden 
die Behörden darauf, daß wir, trotzdem unsere Papiere von Guaymas nach 
Santa Rosalia lauteten, erst, um einzuklariren, nach Providencia segeln sollten. 
Providencia ist ein neu entstandener Hafen und jetzt der Sitz der Hafen- 
behörde. Es steht zu erwarten, dafs dieser Platz in zwei bis drei Jahren einige 
Bedeutung erhalten wird, denn es ist eine Brücke im Bau, die 60 m (200 Fuls) 
in die Bai hineinragen soll, und an welcher dann die Schiffe direkt laden und 
löschen können, Zugleich ist man dabei, die verschiedenen Kupferbergwerke 
mit der Kupferschmelze durch eine Eisenbahn zu verbinden, die auf die Brücke 
hinausführen soll, so dafs künftighin nur reines Kupfererz zur Verschiffung ge- 
langen wird. 
Von Santa Rosalia versegelten wir am 14. November nach Los Angeles, 
woselbst wir auf einem Platze eben nördlich davon, in 29° 5‘ N-Br und 
113° 36’ W-Lg, auf einer Tiefe von 10,8 m (6 Fad.), 1 Kabllg. vom Lande, 
am 19. November ankerten. Nachdem hier noch mehr Kupfererz geladen war, 
1) S. „Ann. d. Hydr. etc.“, 1883, Seite 715,
	        
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