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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 15 (1887)

Die Insel Mackau, Koreanischer Archipel. 
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Wärterhaus liegt landwärts: davon und ist noch nicht ganz fertig; Unterbau 
und Wärterhaus sind gelb angestrichen. Die Laterne steht am Tage auf dem 
Unterbau und ist, wie der Krahn, roth angestrichen. Die beiden Laternen auf 
der Brücke brannten nicht, und darf man sich auf dieselben auch nicht ver- 
lassen. Während des Aufenthaltes des „Cyclop“ daselbst brannte die grüne 
Laterne nie, die rothe wurde des Abends angezündet, ging aber im Laufe der 
Nacht aus, ; 
Der Ort gilt als der‘ gesundeste der ganzen Küste; das in der Stadt 
selbst gewonnene Wasser ist gut und wird meist noch filtrirt. Die Stadt ist 
ohne nennenswerthen Handelsverkehr aus dem Innern, der Krankheiten ver- 
mitteln könnte. Malaria kommt allerdings vor, nimmt jedoch fast nie einen 
bösartigen Charakter an. Frisches Fleisch und frisches Gemüse ist hier in 
genügender Menge, allerdings theuerer, dafür aber letzteres in besserer Qualität 
als in Benquela zu bekommen. 
Die Insel: Mackau, Koreanischer Archipel. 
Nach dem Berichte S, M,. Knbt.: „ Wolf“, Kommandant Kapt.-Lieut. Jaeschke. 
S. M. Knbt. „Wolf“ lief auf der Reise von Shanghai nach Seoul wegen 
schlechten Wetters am 10, September v. J. Abends in die Mackau-Gruppe ein 
und ging daselbst auf der im „China Sea Directory“, Vol. IV, 1884, Seite 69, 
angegebenen, westlich von der Insel Mackau gelegenen Stelle zu Anker. 
Die Ansegelung an der Südspitze der Insel Modeste vorbei und das Ein- 
laufen bot bei dem herrschenden Mondschein trotz mangelnder Specialkarte 
— den gröfsten Mafsstab hat die Karte „Korean Archipelago“, Tit. XI, No. 111, 
Br. K. No. 104 — keinerlei Schwierigkeiten, nur machte der verschiedenartig 
setzende und starke Strom Vorsicht nöthig. Es wurde zwischen Mackau- und 
West-Insel, und zwar die Südspitze der letzteren WSW!AW, die südwestliche 
Huk der ersteren SzW'/zW peilend, geankert, und bot hier. der geräumige 
Hafen einen nicht nur gegen den herrschenden nordöstlichen, sondern gegen 
alle Winde aufser den südwestlichen zwischen den beiden angegebenen Peilungen 
liegenden, sehr guten Schutz. Die nach Norden zu offene Stelle zwischen den 
beiden Inseln wird durch die übrigen ‚nördlich davor lagernden Inseln dieser 
Gruppe gedeckt. Trotz starken Seeganges aufserhalb war das Wasser im 
Hafen vollkommen glatt. Das Fahrzeug legte sich nicht auf den Wind, sondern 
auf den Strom, der. als Ebbe- und Fluth-Strom mit einer Geschwindigkeit bis 
zu 2,5 Kn zwischen Mackau- und West-Insel hindurchsetzt, derart aber, dafs er 
sich mehr unter letzterer hält, namentlich scharf um die Südspitze derselben 
herum läuft, während die Bucht unter der Insel Mackaw meist ganz stromfrei 
bleibt, so dafs es sich empfehlen dürfte, etwas weiter hinein in dieser zu Anker 
zu gehen. _ 
6 Der Hafen ‚kann als Zufluchtsstätte bei schlechtem Wetter empfohlen 
werden, um so mehr, als kleinere Fahrzeuge, wenn etwa bei einem Taifun der 
Wind nach Südwest herumgeht, im Stande sind, über das in der Karte an- 
gegebene, von beiden Seiten. in die Bucht sich hinein erstreckende Riff — 
welches nach angestellten Lothungen in der Linie „Westhuk von Mackau und 
Venancourt Rock“ nirgends weniger als 6m Wasser hat — nach Norden hinaus- 
gehen und unter unausgesetztem Schutze der Insel in St. John-Hafen einlaufen 
können, wo sie einen gegen alle. Winde, mit Ausnahme der nordöstlichen, 
gesicherten Ankerplatz finden. 
Beim Landen auf der West- Insel wollten. die Eingeborenen zuerst 
Niemanden an Land lassen. Alle männlichen Einwohner des hier gelegenen 
Dorfes versammelten sich und protestirten durch Geberden und Geschrei gegen 
1)‘ „China Sea Directory“, Vol. IV, 1884, S. 69. 
Ann. &. Hydr. ete., 1887. Heft Il.
	        
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