Die Insel Mackau, Koreanischer Archipel.
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Wärterhaus liegt landwärts: davon und ist noch nicht ganz fertig; Unterbau
und Wärterhaus sind gelb angestrichen. Die Laterne steht am Tage auf dem
Unterbau und ist, wie der Krahn, roth angestrichen. Die beiden Laternen auf
der Brücke brannten nicht, und darf man sich auf dieselben auch nicht ver-
lassen. Während des Aufenthaltes des „Cyclop“ daselbst brannte die grüne
Laterne nie, die rothe wurde des Abends angezündet, ging aber im Laufe der
Nacht aus, ;
Der Ort gilt als der‘ gesundeste der ganzen Küste; das in der Stadt
selbst gewonnene Wasser ist gut und wird meist noch filtrirt. Die Stadt ist
ohne nennenswerthen Handelsverkehr aus dem Innern, der Krankheiten ver-
mitteln könnte. Malaria kommt allerdings vor, nimmt jedoch fast nie einen
bösartigen Charakter an. Frisches Fleisch und frisches Gemüse ist hier in
genügender Menge, allerdings theuerer, dafür aber letzteres in besserer Qualität
als in Benquela zu bekommen.
Die Insel: Mackau, Koreanischer Archipel.
Nach dem Berichte S, M,. Knbt.: „ Wolf“, Kommandant Kapt.-Lieut. Jaeschke.
S. M. Knbt. „Wolf“ lief auf der Reise von Shanghai nach Seoul wegen
schlechten Wetters am 10, September v. J. Abends in die Mackau-Gruppe ein
und ging daselbst auf der im „China Sea Directory“, Vol. IV, 1884, Seite 69,
angegebenen, westlich von der Insel Mackau gelegenen Stelle zu Anker.
Die Ansegelung an der Südspitze der Insel Modeste vorbei und das Ein-
laufen bot bei dem herrschenden Mondschein trotz mangelnder Specialkarte
— den gröfsten Mafsstab hat die Karte „Korean Archipelago“, Tit. XI, No. 111,
Br. K. No. 104 — keinerlei Schwierigkeiten, nur machte der verschiedenartig
setzende und starke Strom Vorsicht nöthig. Es wurde zwischen Mackau- und
West-Insel, und zwar die Südspitze der letzteren WSW!AW, die südwestliche
Huk der ersteren SzW'/zW peilend, geankert, und bot hier. der geräumige
Hafen einen nicht nur gegen den herrschenden nordöstlichen, sondern gegen
alle Winde aufser den südwestlichen zwischen den beiden angegebenen Peilungen
liegenden, sehr guten Schutz. Die nach Norden zu offene Stelle zwischen den
beiden Inseln wird durch die übrigen ‚nördlich davor lagernden Inseln dieser
Gruppe gedeckt. Trotz starken Seeganges aufserhalb war das Wasser im
Hafen vollkommen glatt. Das Fahrzeug legte sich nicht auf den Wind, sondern
auf den Strom, der. als Ebbe- und Fluth-Strom mit einer Geschwindigkeit bis
zu 2,5 Kn zwischen Mackau- und West-Insel hindurchsetzt, derart aber, dafs er
sich mehr unter letzterer hält, namentlich scharf um die Südspitze derselben
herum läuft, während die Bucht unter der Insel Mackaw meist ganz stromfrei
bleibt, so dafs es sich empfehlen dürfte, etwas weiter hinein in dieser zu Anker
zu gehen. _
6 Der Hafen ‚kann als Zufluchtsstätte bei schlechtem Wetter empfohlen
werden, um so mehr, als kleinere Fahrzeuge, wenn etwa bei einem Taifun der
Wind nach Südwest herumgeht, im Stande sind, über das in der Karte an-
gegebene, von beiden Seiten. in die Bucht sich hinein erstreckende Riff —
welches nach angestellten Lothungen in der Linie „Westhuk von Mackau und
Venancourt Rock“ nirgends weniger als 6m Wasser hat — nach Norden hinaus-
gehen und unter unausgesetztem Schutze der Insel in St. John-Hafen einlaufen
können, wo sie einen gegen alle. Winde, mit Ausnahme der nordöstlichen,
gesicherten Ankerplatz finden.
Beim Landen auf der West- Insel wollten. die Eingeborenen zuerst
Niemanden an Land lassen. Alle männlichen Einwohner des hier gelegenen
Dorfes versammelten sich und protestirten durch Geberden und Geschrei gegen
1)‘ „China Sea Directory“, Vol. IV, 1884, S. 69.
Ann. &. Hydr. ete., 1887. Heft Il.