Die Insel Ascension,
Fe
Ueber die: Insel Ascension
berichtet der Kommandant S. M. Kr. „Habicht“, Korv.-Kapt. v. Schuckmann I,
wie folgt: .
Die Ansegelung von Ascension ist leicht und die‘ Angaben darüber im
„Africa Pilot“, Theil II, 1884, Seite 168 u. f., sowie in Findlay’s „South
Atlantic Memoir“, 1883, Seite 247, zutreffend... Die Seezeichen, welche die
Untiefe westlich von Fort Thornton bezeichnen, sind weit sichtbare schwarz-
weifßse Spierentonnen und wurden schon gesehen, nachdem North Point passirt
war. Auf der Rhede liegen aufser mehreren kleineren nahe unter Land zwei
grofse Festmachetonnen, und ist der beste Ankerplatz etwas. nördlich von der
Verbindungslinie beider Tonnen in 19m Wasser. S. M. Kr. „Habicht“ peilte
vom Ankerplatze aus Fort Thornton SSO und die innere Spierentonne SSW!/W.
Der sehr haltbare Ankergrund besteht aus weifßsem Sande. Das Wasser ist so
klar, dafs man bei günstiger Beleuchtung den Grund sehen kann.
Von den hohen Bergen kommt der Wind in kräftigen Böen (Stärke 7)
herunter, und wird dadurch die Temperatur 80 heruntergedrückt, dafs selbst in
der Mittagszeit Sonnensegel kaum nöthig waren.
Die Insel besteht gröfstentheils aus zerfallener Lava und würde sehr
fruchtbar: sein, wenn es mehr regnete. Der Green Mountain im Süden der
Insel saugt die Feuchtigkeit des Passates auf, und sind hier Gemüsegärten und
Viehweiden‘ zu finden, während .der übrige Theil eine ausgetrocknete Wüste
ist, in die einzelne kümmerliche Sträucher kaum etwas Abwechselung bringen.
Am Green Mountain wird Regenwasser in Cisternen aufgefangen und in eisernen
Röhren nach Georgetown geleitet; an letzterem Platze befindet sich jedoch auch
ein grofser Destillir-Apparat.
Die Englische Regierung hält in Ascension ein grofses Kohlenlager —
nach Schätzung waren etwa 3000 Tonnen am Platze — und giebt davon auch
fremden Kriegsschiffen ab. Es wird dafür der Selbstkostenpreis plus 4°%, Auf-
schlag für Verwaltungskosten in Anrechnung gebracht; die bessere Sorte Kohlen
(Northumberland) wird für 32 sh. 9 d,, die niedere Sorte (Wales) für 30 sh..6 d.
per Torne abgegeben.
Die Kolonie wird von Kapstadt aus verpflegt, und war Rindvieh von
sehr guter Beschaffenheit, sowie Hammel am Platze: Von $S.M. Kr. „Habicht“
wurde ein Ochse zum Preise von 20 Lstrl. 12 sb. 6 d. beschafft; das Thier
ergab 238kg Schlachtgewicht, so dafs sich der Preis des Kilogramms auf
1,77 Mark stellte, Hammel wurden zum Preise von 2% Lstrl. angeboten.
Gemüse wird .von der Regierung nicht verkauft, jedoch schenkte der Gouverneur
für die: Kranken mehrere Säcke voll, sowie eine etwa 4 Centner schwere
Schildkröte, .
Ascension ist fast ausschliefslich Militär-Kolonie, und besteht die Be-
völkerung aus ca 150 Militär-Personen und einigen Civilisten; letztere wohnen
am Green Mountain, Der Stab besteht aus dem Gouverneur (z. Zt. Kapt. z. See
Napier), zwei Aerzten, einem Zahlmeister und einem Zahlmeister-Aspiranten,
Die Besatzung setzt sich aus zwei starken Zügen Seesoldaten, welche von zwei
Sergeanten kommandirt werden, einer Gigsbesatzung und sechs Signalgasten,
Matrosen, und etwa 26 Krujungen zusammen. Die Dauer des Kommandos
beträgt drei Jahre, und waren alle Personen gern dort; die gute Verpflegung
und das herrliche Klima entschädigt für sonstige Entbehrungen. Soldaten und
Matrosen sind in bequemen Baracken sehr gut untergebracht.
In Georgetown und am Green Mountain befindet sich je ein sehr ‚gut
ausgestattetes Lazareth; bei Anwesenheit S. M. Kr. „Habicht“ befand sich aber
nur ein Krujunge- in ärztlicher Behandlung,