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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 15 (1887)

Die Insel Ascension, 
Fe 
Ueber die: Insel Ascension 
berichtet der Kommandant S. M. Kr. „Habicht“, Korv.-Kapt. v. Schuckmann I, 
wie folgt: . 
Die Ansegelung von Ascension ist leicht und die‘ Angaben darüber im 
„Africa Pilot“, Theil II, 1884, Seite 168 u. f., sowie in Findlay’s „South 
Atlantic Memoir“, 1883, Seite 247, zutreffend... Die Seezeichen, welche die 
Untiefe westlich von Fort Thornton bezeichnen, sind weit sichtbare schwarz- 
weifßse Spierentonnen und wurden schon gesehen, nachdem North Point passirt 
war. Auf der Rhede liegen aufser mehreren kleineren nahe unter Land zwei 
grofse Festmachetonnen, und ist der beste Ankerplatz etwas. nördlich von der 
Verbindungslinie beider Tonnen in 19m Wasser. S. M. Kr. „Habicht“ peilte 
vom Ankerplatze aus Fort Thornton SSO und die innere Spierentonne SSW!/W. 
Der sehr haltbare Ankergrund besteht aus weifßsem Sande. Das Wasser ist so 
klar, dafs man bei günstiger Beleuchtung den Grund sehen kann. 
Von den hohen Bergen kommt der Wind in kräftigen Böen (Stärke 7) 
herunter, und wird dadurch die Temperatur 80 heruntergedrückt, dafs selbst in 
der Mittagszeit Sonnensegel kaum nöthig waren. 
Die Insel besteht gröfstentheils aus zerfallener Lava und würde sehr 
fruchtbar: sein, wenn es mehr regnete. Der Green Mountain im Süden der 
Insel saugt die Feuchtigkeit des Passates auf, und sind hier Gemüsegärten und 
Viehweiden‘ zu finden, während .der übrige Theil eine ausgetrocknete Wüste 
ist, in die einzelne kümmerliche Sträucher kaum etwas Abwechselung bringen. 
Am Green Mountain wird Regenwasser in Cisternen aufgefangen und in eisernen 
Röhren nach Georgetown geleitet; an letzterem Platze befindet sich jedoch auch 
ein grofser Destillir-Apparat. 
Die Englische Regierung hält in Ascension ein grofses Kohlenlager — 
nach Schätzung waren etwa 3000 Tonnen am Platze — und giebt davon auch 
fremden Kriegsschiffen ab. Es wird dafür der Selbstkostenpreis plus 4°%, Auf- 
schlag für Verwaltungskosten in Anrechnung gebracht; die bessere Sorte Kohlen 
(Northumberland) wird für 32 sh. 9 d,, die niedere Sorte (Wales) für 30 sh..6 d. 
per Torne abgegeben. 
Die Kolonie wird von Kapstadt aus verpflegt, und war Rindvieh von 
sehr guter Beschaffenheit, sowie Hammel am Platze: Von $S.M. Kr. „Habicht“ 
wurde ein Ochse zum Preise von 20 Lstrl. 12 sb. 6 d. beschafft; das Thier 
ergab 238kg Schlachtgewicht, so dafs sich der Preis des Kilogramms auf 
1,77 Mark stellte, Hammel wurden zum Preise von 2% Lstrl. angeboten. 
Gemüse wird .von der Regierung nicht verkauft, jedoch schenkte der Gouverneur 
für die: Kranken mehrere Säcke voll, sowie eine etwa 4 Centner schwere 
Schildkröte, . 
Ascension ist fast ausschliefslich Militär-Kolonie, und besteht die Be- 
völkerung aus ca 150 Militär-Personen und einigen Civilisten; letztere wohnen 
am Green Mountain, Der Stab besteht aus dem Gouverneur (z. Zt. Kapt. z. See 
Napier), zwei Aerzten, einem Zahlmeister und einem Zahlmeister-Aspiranten, 
Die Besatzung setzt sich aus zwei starken Zügen Seesoldaten, welche von zwei 
Sergeanten kommandirt werden, einer Gigsbesatzung und sechs Signalgasten, 
Matrosen, und etwa 26 Krujungen zusammen. Die Dauer des Kommandos 
beträgt drei Jahre, und waren alle Personen gern dort; die gute Verpflegung 
und das herrliche Klima entschädigt für sonstige Entbehrungen. Soldaten und 
Matrosen sind in bequemen Baracken sehr gut untergebracht. 
In Georgetown und am Green Mountain befindet sich je ein sehr ‚gut 
ausgestattetes Lazareth; bei Anwesenheit S. M. Kr. „Habicht“ befand sich aber 
nur ein Krujunge- in ärztlicher Behandlung,
	        
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