Meereskunde
alle sechs Stunden Wasser- und Schwebstoffpro
ben genommen, wobei die am DHI entwickelten
MERCOS-Schöpfer, für größere Probenvolumina
auch GOFLO-Schöpfer, eingesetzt wurden.
Oberflächenproben wurden zur Vermeidung von
Beeinflussungen durch den Schiffskörper in einer
Entfernung von etwa zwei Kabellängen vom
Schlauchboot aus entnommen. Für die weiteren
Arbeiten an Bord, insbesondere Filtration und
Konservierung der Proben, wurde routinemäßig
ein Reinraumlaborcontainer eingesetzt. Die Ana
lyse der Proben wird im Landlabor mit erprobten
Verfahren durchgeführt. Vollständige Datensätze
liegen noch nicht vor.
Transport, Umsatz und Variabilität von Schad- und
Nährstoffen (TUVAS)
Eine kritische Betrachtung der Schadstoff
überwachung in der Deutschen Bucht deckte En
de der achtziger Jahre eine Reihe von Defiziten
auf. Einer der Hauptkritikpunkte war die mangel
hafte Orientierung des Monitorings an den natürli
chen Gegebenheiten bezüglich der Auswahl von
Probennahmeorten und Probennahmefrequen
zen. In der Tat stellten sich bei einer genaueren
Überprüfung Wissenslücken über die räumliche
und zeitliche Variabilität sowie über Transportbud
gets heraus.
Mit dem Projekt TUVAS beabsichtigt das
BSH die Kenntnisse über die räumliche und zeitli
che Variabilität von Schadstoffverteilungen in der
Deutschen Bucht zu verbessern. Die Untersu
chungen schließen darüber hinaus eine Bilanzie
54
rung der Stofftransporte und -Umsätze ein. TU
VAS ist eine vom Bundesminister für Forschung
und Technologie gefördertes Vorhaben. Es ist zu
sammen mit EVA & MEDA ein Forschungsprojekt
im Rahmen des BSH-Vorhabens OPTINOM, des
sen Ziel die Verbesserung der Schadstoffüberwa
chung in der Nordsee ist.
Arbeitsprogramm:
Seit Herbst 1990 werden monatlich auf ei
nem Netz von 25 Stationen innerhalb einer Wo
che Wasserproben genommen. Die Beprobung
soll sich über mindestens zwei Jahresgänge er
strecken. Die Proben werden überwiegend an
Bord konserviert und an Land auf eine große An
zahl von belastenden Stoffen untersucht: anorga
nische Nährstoffe, Sauerstoff, gelöste und parti
kulär gebundene Spurenmetalle, chlorierte
Kohlenwasserstoffe, Erdölkohlenwasserstoffe,
Schwebstoffgehalte und künstliche Radionuklide.
Begleitend werden hydrographische Parameter
gemessen. Auf separaten Fahrten werden Sedi
mentproben genommen und Sedimentfallen zur
Untersuchung von Sedimentation und Resuspen-
sion von partikulär gebundenen Schadstoffen
ausgebracht. Ozeanographisch werden die Ar
beiten durch Driftexperimente und Strömungs
modellierungen unterstützt.
Bisherige Ergebnisse:
Im folgenden sind die Ergebnisse nach Ar
beitsgruppen untergliedert. Generell ergaben
sich wichtige Verbesserungen in der Meßmetho
dik. Die gemeinsame Probennahme durch die Ar
beitsgruppen ermöglichte Einsichten in bisher
nicht gekannte Zusammenhänge. Die innerjähr
liche Variabilität war bei vielen Meßgrößen deut
lich größer als vermutet. Im bisherigen Meß-