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Full text: Jahresbericht 1991

Meereskunde 
alle sechs Stunden Wasser- und Schwebstoffpro 
ben genommen, wobei die am DHI entwickelten 
MERCOS-Schöpfer, für größere Probenvolumina 
auch GOFLO-Schöpfer, eingesetzt wurden. 
Oberflächenproben wurden zur Vermeidung von 
Beeinflussungen durch den Schiffskörper in einer 
Entfernung von etwa zwei Kabellängen vom 
Schlauchboot aus entnommen. Für die weiteren 
Arbeiten an Bord, insbesondere Filtration und 
Konservierung der Proben, wurde routinemäßig 
ein Reinraumlaborcontainer eingesetzt. Die Ana 
lyse der Proben wird im Landlabor mit erprobten 
Verfahren durchgeführt. Vollständige Datensätze 
liegen noch nicht vor. 
Transport, Umsatz und Variabilität von Schad- und 
Nährstoffen (TUVAS) 
Eine kritische Betrachtung der Schadstoff 
überwachung in der Deutschen Bucht deckte En 
de der achtziger Jahre eine Reihe von Defiziten 
auf. Einer der Hauptkritikpunkte war die mangel 
hafte Orientierung des Monitorings an den natürli 
chen Gegebenheiten bezüglich der Auswahl von 
Probennahmeorten und Probennahmefrequen 
zen. In der Tat stellten sich bei einer genaueren 
Überprüfung Wissenslücken über die räumliche 
und zeitliche Variabilität sowie über Transportbud 
gets heraus. 
Mit dem Projekt TUVAS beabsichtigt das 
BSH die Kenntnisse über die räumliche und zeitli 
che Variabilität von Schadstoffverteilungen in der 
Deutschen Bucht zu verbessern. Die Untersu 
chungen schließen darüber hinaus eine Bilanzie 
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rung der Stofftransporte und -Umsätze ein. TU 
VAS ist eine vom Bundesminister für Forschung 
und Technologie gefördertes Vorhaben. Es ist zu 
sammen mit EVA & MEDA ein Forschungsprojekt 
im Rahmen des BSH-Vorhabens OPTINOM, des 
sen Ziel die Verbesserung der Schadstoffüberwa 
chung in der Nordsee ist. 
Arbeitsprogramm: 
Seit Herbst 1990 werden monatlich auf ei 
nem Netz von 25 Stationen innerhalb einer Wo 
che Wasserproben genommen. Die Beprobung 
soll sich über mindestens zwei Jahresgänge er 
strecken. Die Proben werden überwiegend an 
Bord konserviert und an Land auf eine große An 
zahl von belastenden Stoffen untersucht: anorga 
nische Nährstoffe, Sauerstoff, gelöste und parti 
kulär gebundene Spurenmetalle, chlorierte 
Kohlenwasserstoffe, Erdölkohlenwasserstoffe, 
Schwebstoffgehalte und künstliche Radionuklide. 
Begleitend werden hydrographische Parameter 
gemessen. Auf separaten Fahrten werden Sedi 
mentproben genommen und Sedimentfallen zur 
Untersuchung von Sedimentation und Resuspen- 
sion von partikulär gebundenen Schadstoffen 
ausgebracht. Ozeanographisch werden die Ar 
beiten durch Driftexperimente und Strömungs 
modellierungen unterstützt. 
Bisherige Ergebnisse: 
Im folgenden sind die Ergebnisse nach Ar 
beitsgruppen untergliedert. Generell ergaben 
sich wichtige Verbesserungen in der Meßmetho 
dik. Die gemeinsame Probennahme durch die Ar 
beitsgruppen ermöglichte Einsichten in bisher 
nicht gekannte Zusammenhänge. Die innerjähr 
liche Variabilität war bei vielen Meßgrößen deut 
lich größer als vermutet. Im bisherigen Meß-
	        
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