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Kieine Notizen.
13. Ueber Port Hamilton berichtet S. M. S, „Olga“, Kommandant
Korv.-Kapt. Bendemann, zusätzlich der von S. M. Kr. „Nautilus“ gemachten
und in diesen Annalen 1886 S. 60 veröffentlichten Angaben Folgendes:
Nach den Angaben der Englischen Kommandanten, die zum Theil Monate
lang dort gelegen haben, ist der Aukergrund (weicher Mudd) nicht gut. Wieder-
holt sind Englische Schiffe dort getrieben. — Die Engländer vermeiden jeden
Verkehr mit den KEingeborenen, weil Pocken, Ruhr und im Sommer auch
Cholera endemisch sein sollen. Das Wasser ist schlecht und giebt Veranlassung
zu diesen Krankheiten. Die Englische Garnison gebraucht nur destillirtes
Wasser.
Im Sommer 1885 ist Port Hamilton von zwei Taifunen berührt worden,
Der beste Ankerplatz, auf welchem alle gröfseren Englischen Schiffe
ankern, ist im nördlichen Theile, etwa querab von dem nördlichsten Dorfe auf
der Insel Sunhkodo. Bold-Spitze wird dann gerade von Shoal-Spitze verdeckt,
Die kleine südliche Einfahrt zwischen Sodo und der Observations-Insel ist jetzt
wieder offen und wird von den Englischen Kanonenbooten benutzt, die auch
‚meist dort, querab von den an der Westseite der letztgenannten Insel befind-
lichen Niederlassungen ankern,
14. (D. S.) Flaschenposten. a) Durch Vermittelung des Deutschen
Konsulats und der Marinebehörde in Santander ist der Scewarte ein Flaschen-
postzettel zugegangen, welcher von der Deutschen Bark „Saturnus“, Kapitän
Höckelmann, auf. der Reise von Hamburg nach Sidney am 6. März 1886 auf
144° 5‘ N-Br und 11° 5‘ W-Lg über Bord geworfen und am 9. Dezember 1886
durch den Zollbeamten Manuel Diaz an der Nordküste von Spanien, 1'%2 Sm
westlich von der Mündung des Flusses San Martin de la Arena oder Suances,
auf 43° 27‘ N-Br und 4° 3‘ W-Lg aufgefunden wurde.
Der Ort, an dem die Flasche nach 278 Tagen aufgefunden wurde, liegt
307 Sm W°/sS von demjenigen entfernt, an dem sie über Bord geworfen wurde.
b) Durch das Französische Konsulat in Hamburg ist der Seowarte ein
Flaschenpostzettel zugegangen, welcher von der Deutschen Bark „Canopus“,
Kapt. R. Loose, auf der Reise von Hamburg nach Auckland am 14. November
1886 auf 48° 38’ N-Br und 7° 8‘ W-Lg über Bord geworfen und am 14. De-
zember 1886 bei Penfret (eine Insel der Glenans-Gruppe) an der Westküste von
Frankreich, in ungefähr 47° 43‘ N-Br und 4° 0‘ W-Lg‘ durch einen Wächter
bei der Semaphorstation der genannten Insel aufgefunden wurde.
Unter den bekannten Voraussetzungen hat die Flasche in 30 Tagen
137 Sm nach S0z0740 zurückgelegt,
c) Durch Vermittelung des Deutschen Konsulats in Thorshavn (Faröe-
Inseln) ist der Seewarte ein Flaschenpostzettel zugegangen, welcher von der
Deutschen Bark „Olbers“, Kapt. H. Lahmoyer, auf der Reise von Hamburg
nach New-York am 10. September 1886 auf 59° 12‘ N-Br und 12° 0‘ W-Lg
über Bord geworfen und am 26. November 1886 bei den Faröe-Inseln, auf
62° 6’ N-Br und 7° 15‘ W-Lg, durch den Herrn Laurits Wejhe aus Sörvaag,
Vaagö, Faröe-Inseln, aufgefunden wurde.
Unter den bekannten Voraussetzungen hat die Flasche in 77 Tagen
223 Sm nach NW!AN zurückgelegt.