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Die Staubfälle im Passatgebiet des Nordatlantischen Oceans.
Aequatorkalmen auf 4,8° N-Br und 25,2° W-Lg in etwa 700 Sn Abstand vom
nächsten Lande. Ohne den etwaigen Zusammenhang der Erscheinungen des
Weiteren zu erörtern, wollen wir hier nur auf die nachstehenden Journalaus-
züge aufmerksam machen, in denen sich dergleichen Bemerkungen finden. Es
3ind dies aufser den bereits erwähnten die Nummern 908, 1279, 1128, 1728,
1624 und 1702.
Ein Bild von dem Verbreitungsgebiet der Staubfälle giebt das Kärtchen I,
auf Taf, 2, in welchem alle Positionen verzeichnet sind, wo nach den Jour-
nalen der Seewarte in den Jahren 1878 bis 1884 und nach den vom „Meteoro-
logical Office“ veröffentlichten Englischen Berichten in einer früheren Epoche
Staubfälle beobachtet wurden. Die Deutschen Beobachtungen sind durch einen
Kreis, die Englischen durch ein Kreuz markirt. Wie schon vorher bemerkt
wurde, sind die Englischen Berichte nur für das Gebiet südlich von 20° N-Br
gegeben. Die in diesem Gebiet verzeichneten Beobachtungen gehören demnach
einem etwa zweimal so grofsen Zeitraume an, wie die des nördlich von
20° N-Br gelegenen, und letztere müssen also, damit das Häufigkeitsverhältnifs
zwischen Nord und Süd zur richtigen Darstellung gelangt, verdoppelt gedacht
werden. Um das gröfsere Gewicht hervorzuheben, ist neben die Beobachtungen
im Norden von 20° N-Br jedesmal ein Punkt gesetzt.
Zum richtigen Verständnifs des aus dem Kärtchen über die Verbreitung
der Staubfälle sich ergebenden Bildes mufs man ferner auch in Betracht ziehen,
dafs einige Theile des Gebietes sehr viel häufiger von Schiffen besucht werden
als andere, indem der gröfste Theil des Schiffsyerkehrs sich hier auf wenige
Strafsen zusammendrängt, die meistens auch noch von verhältnifsmäfsig geringer
Breite sind. Die Lage dieser Hauptverkehrsstrafsen ist in Tafel 1 durch Ein-
zeichnung der nach den Journalen der Seewarte für die Wintermonate sich er-
bene mittleren Routen veranschaulicht.) Die Linie aa‘ ist die mittlere
oute der Segelschiffe, welche vom Englischen Kanal kommen und nach der
Guinea-Küste bestimmt sind; ab‘ die der Schiffe, welche nach dem Süd-
atlantischen Ocean gehen und östlich von den Kapverden passiren. Sowohl
auf der Route aa wie auf der ab verkehren zur verhältnilsmälsig wenige
Schiffe, und aufser von diesen wird der östlichste, zunächst der Küste von Afrika
gelegene Theil des Kartengebiets nur noch von den nach Brasilien, dem Rıo
de Im Plata und der Magelhaens-Straßse gehenden Dampfern besucht. Die
gewöhnliche Route dieser zeigt die Linie hh‘. Sie ist auf der Aus- und
auf der Rückreise und in allen Jahreszeiten dieselbe. Es ist hier zu bemerken,
dafs näher der Küste von Afrika, als durch die Linie aa’ und hh‘ angegeben,
Schiffe sehr selten kommen. Ebenso werden die unweit der Kapverden-Gruppe,
an der Nord- und an der Südseite derselben liegenden Meerosstriche nur wenig
frequentirt. Kin sehr starker Verkehr herrscht dagegen auf der westlich von
den Kapverden führenden Route cc‘, die von dem weitaus gröfsten Theile der
züdwärts bestimmten Seglerflotte eingeschlagen wird. Die letzte Hauptstraße
für die Ausreisen ist die Linie dd, welche die mittlere Winterroute für Segel-
schiffe nach Westindien und dem Golf von Mexico bezeichnet. Die Wege der
zurückkehrenden Schiffe sind in den Linien ee‘, ff‘ und gg‘ dargestellt. Die
arsteren beiden führen nach Europas, und zwar wird ee‘ auf der Segelfahrt vom
Kap der guten Hoffnung und von Gwinea, ff auf der von Kap Horn und von
der Ostküste Südamerikas genommen. Auf diesen beiden Strafsen finden sich
alle Schiffe, die ihre Ausreise auf den drei Wegen aa’, ab‘ und cc‘ gemacht
haben, vereinigt. Da auf den Heimwegen das NE-Passatgebiet bei dem Winde
durchsegelt wird und deshalb der eingehaltene Kurs von der wechselnden
Richtung des Windes und der schwankenden Lage der Passatgrenze abhängig
ist, weichen hier die Einzelrouten erheblich von einander ab, während auf den
ausgehenden Wegen die Schiffe sich verhältnifsmäfsig nahe. zusammenhalten.
In dem Gebiete zwischen 5° und 30° N-Br und 25° und 45° W-Lg, durch welches
die Routen nach Europa hindurchführen, giebt es wohl keinen Ort, der nicht
gelegentlich von einem Schiffe berührt wird. Zum Wenigsten gilt dies für das
Winterhalbjahr. Der Weg gg führt nach den Häfen an der Ostküste von Nord-
1) Die Wintermonate sind hier gewählt, weil um dizse Zeit, wie später gezeigt werden
wird. die Staubfälle bei Weitem am häufigsten sind.