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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 14 (1886)

Aus dem Reisebericht der Dentschen Bark „Paciße*, 
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wieder genähert hat, daselbst aufzukreuzen, aber hierbei nicht östlich von 
124° O-Lg za gehen. Auf meiner letzten Roise nach Chefoo hatte ich zwar 
Anfangs auch die Absicht, die vorerwähnte Route innezuhalten; aber durch 
den angetroffenen raumen Monsun liefs ich mich verleiten, nördlich von Shanghat 
an nordöstlich wegzuliegen, in der Erwartung, dafs der Wind bald wieder nörd- 
licher holen würde, In dieser Voraussetzuug sah ich mich aber getäuscht, denn 
derselbe kam westlich durch, was, wie schon bemerkt, in dieser Jahreszeit hier 
die Regel ist. Glücklicherweise lief der Wind sogar herum bis auf SW, 80 
daßs es mir möglich wurde, von der Ross-Insel das Kap Shantung anzuholen, 
Andere Schiffe, welche gleichzeitig etwas südlicher, aber noch östlicher standen, 
hatten grofse Mühe, wieder westwärts zu gelangen, und machten, obgleich sie 
weit bessere Segler waren, doch bedeutend längere Reisen als „Minerva“,“ 
Aus dem Reisebericht des Kapt. C, Oltmann, Führer der Deutschen 
Bark „Pacific“. 
‘Mittheilung von der Deutschen Seewoarte,) 
]. Bahia und Rio de Janeiro, 
„In der Nacht vom 11. zum 12, Januar 1884 steuerten wir bei mond- 
heller Witterung nach Peilungen von Landobjekten den Kurs nach Bahia, 
erblickten um 12% p. m. die Schiffe auf der Aufsenrhede und ankerten um 
2/4" a. m. den 12. in unmittelbarer Nähe des äufsersten Schiffes, der Norwegischen 
Bark „Christian Schriewer“, Mit Tagwerden zeigten wir unsere Nationalflagge 
und das Unterscheidungs-Signal. Es kam aber kein Boot zu uns heraus, und 
auch unser Signal: „Haben sofortige Instruktion nöthig“, das wir um 8“ heißten, 
hatte keinen Erfolg. Brest gegen 11a. m. kam ein Boot von der Norwegischen 
Bark zu uns und brachte uns die Mittheilung, dafs wir, um die Visite der Zoll- 
behörde zu erhalten, weiter einsegeln müßten. Es war zur Zeit Fluth und 
der Wind südlich, und wir benöthigten in Folge dessen fast den ganzen Tag, 
um den angewiesenen Ankerplatz zu erreichen. Obwohl wir schon um 5'/4" p. m, 
unweit des Forts ankerten, erhielten wir auch hier die Visite nicht mehr au 
diesem, sondern erst am folgenden Tage gegen 11* a. m. Das Anlaufen von 
Bahia, um Order in Betreff des Löschhafens zu erhalten, verursachte uns auf 
diese Weise einen Zeitverlust von drei Tagen und aufserdem 116 Mirs. Hafen- 
unkosten. Die Schiffshändler sagten mir, dafs ihnen hei Androhung von 60 Mlrs. 
Strafe das Fahren in einem Boote aufserhalb des Forts do Mar verboten sei, 
Um 5'/* p,. m. den 14. Januar, nachdem wir abermals zwei volle Stunden 
auf das Erscheinen der Visite an Bord gewartet hatten, konnten wir wieder 
unter Segel gehen und die Weitoerreise nach Aio antreten, woselbst wir um 
5'/;* p. m. den 24. Januar bei dem Fort Fillegagnon zu Anker kamen. 
Gleich nachdem das Schiff geankert hatte, kamen der Arzt und die Zoll- 
beamten an Bord, Am folgenden Morgen wurde das Schiff durch einen Schlepp- 
dampfer nach dem Vermessungsplatz gebracht und ich klarirte gleichzeitig ein. 
Da hier die Vorschrift besteht, dafs alle mit Salz oder Steinkohlen einkommen- 
den Schiffe gemessen werden müssen, so ersuchte ich die Vermessungsbehörde, 
ihre Arbeit am folgenden Tage, Sonnabend den 26. Januar, ausführen zu wollen. 
Meine Bitte hatte aber nicht den erhofften Erfolg; vielmehr geschah die Ver- 
Messung erst am Montag Nachmittag, und erst am Dienstag gelangte ich in 
den Besitz des Erlaubnilsscheines, der mich berechtigte, das Schiff an seinen 
Löschplatz zu legen. Durch die Saumseligkeit der Behörden gingen mir auch 
hier vier Tage verloren, Von den anwesenden Deutschen Kapitänen und den 
Schiffsmaklern erfuhr ich, daß es hier gewöhnlich so geht, sowie auch, dafs die 
Zollbeamten den Schiffen gern Schwierigkeiten bereiten, wenn sie nicht erheb- 
liche Trinkgelder erhalten, | 
Die gesundheitlichen Verhältnisse waren in Rıo im Monat Februar 1884 
gut. Die Witterung war sehr günstig, um das Fieber, das hier gewöhnlich in
	        
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