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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 14 (1886)

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Bemerkungen über die Ostasiatischen Gewässer. 
Bemerkungen über die Ostasiatischen Gewässer. 
Von Kapt, P. Duhme von der Deutschen Brigg „Minerva“, 
(Mittheilung von der Deutschen Seewarte.) 
„Die Raleigh-Klippe, welche wir auf der Reise von Yokohama nach 
Takau am 27. Februar 1884 um 5% a, m. passirten, liegt in 25° 45‘ N-Br, und 
nicht in 25° 35‘ N-Br, wie in Findlay’s „Directory“ von 1880 angegeben ist.“ 
„Der Kuro-Siwo scheint die Linie Kap Sima— Rock Island nord wärts 
nicht zu überschreiten. Ich habe auf allen meinen Reisen nördlich von dieser 
Linie, welche ungefähr ON0O—WSW verläuft, keinen Strom beobachtet.“ 
Orkanartiger Sturm am 13. und 14. Mai 1884. „Am 13. Mai um 
8 p. m., als wir auf der Reise von Takaw nach Yokohama in 32,7° N-Br und 
133,9° O-Lg standen, hatte der NE-Wind allmählich bis zur Stärke 8 zugenommen, 
während das Barometer bei einer Höhe ron 761,4mm rasch zu fallen begann. 
Dor Wind veränderte seine Richtung etwas nach rechts. Um 4” a. m. den 14. 
wehte ein OK N Sturm aus ENE bei sehr schweren Böen mit Regen und 
ainer hohen, wild durcheinander laufenden See. Um 6" a, m., in 324° N-Br 
and 134,4° O-Lg, erreichte der Wind von EzN seine gröfste Stärke (11) und 
das Barometer mit 753,1 mm (reducirt) seinen tiefsten Stand, Hine halbe Stunde 
später wurde es plötzlich ganz still und bald darauf sprang der Wind auf S, 
zeitweise mit etwas kräftigen Stöfßsen einfallend. Die See nahm indefs nur sehr 
langsam ab. Die Grenze, bis zu welcher der östliche Wind reichte, war ganz 
deutlich zu sehen und entfernte sich nur langsam von uns. Zur Zeit, als der 
Wind auf S sprang, passirte ein Wirbel dicht beim Schiffe, der aussah wie eine 
Wasserhose von grofsem Durchmesser, jedoch nur ein Luftwirbel zu sein schien 
and der dicken Nimbuswolke die schlauchförmige Gestalt gab. Die Drehung der 
Wolken (Dunstmassen) innerhalb des Wirbels war von S durch E nach N, also 
gegen die Zeiger der Uhr. Um 8% a. m. hatte der Wind von S die Stärke 4, 
der Luftdruck hatte bis 754,6mm zugenommen und blieb darauf im langsamen 
Steigen, Trotz des östlichen Sturmes hatte das Schiff eine nordöstliche Ver- 
setzung gehabt.“ 
(Aus der Veränderung des Windes und derjenigen des Luftdrucks an 
Bord von „Minerva“ ist zu schlielsen, dafs sich das Sturmfeld in nördlicher 
Richtung fortbewegte. Eine Wetterkarte des Meteorologischen Instituts in 
Tokio vom 14. Mai, welche Kapt. Duhme seinem Bericht beigefügt hat, ergiebt 
für die Depression eine in nordöstlicher Richtung über die Japanesischen Inseln 
führende Bahn und eine Geschwindigkeit von etwa 25 Sın in der Stunde.) 
Das Aufkreuzen im nördlichen Theil der China-Seco gegen den 
SW-Monsun. „Kapt. Boisen von der Dänischen Brigg „Aurora“, mit dem 
ich am 12, August auf 25,5° N-Br und 120,2° O-Lg zusammen war und der 
Amoy 5 Tage vor uns erreichte, gab mir als Ursache seiner raschen Reise an, 
dafs er von Turnabout einen langen Schlag nach Formosa hinüber gemacht und 
daselbst weniger Strom gefunden habe, als au der Chinesischen Küste, wo wir 
ans beim Aufkreuzen aufhielten. Auch sei dort der Wind mehr südlich geholt. 
Demnach scheint es ratham zu sein, im SW-Monsun bei starker nordöstlicher 
Strömung nicht von Tournabout unter der Küste von Chiua, sondern unter 
Formosa aufzuarbeiten und sich der Chinesischen Küste erst südlich von der 
Ocksen-Insel, wo man unter der Küste Ankergrund finden kann, zu nähern.“ 
Wind- und Witterungs-Verhältnisse in Chefoo zur Winterzeit 
and Segelanweisung von Süden nach diesem Hafen. „Während unseres 
Aufenthalts in Chefoo vom 6. bis 14, Januar 1885 war die beobachtete niedrigste 
Temperatur der Luft —8,2° C. und der Barometerstand sank nicht unter 770mm 
(unreduecirt), Der Wind wehte meist beständig aus einer Richtung zwischen 
N und W. Auch auf dem letzten bezw. ersten Theil meiner Reise nach und 
von Chefoo traf ich vorherrschend Wind aus dem nordwestlichen Quadranten, 
and ebenso theilten mir andere Kapitäne mit, dafs sie in früheren Jahren 
während der Monate November bis Januar auf dem in Rede stehenden Gebiete 
vorwiegend nordwestliche Winde angetroffen hätten. Für die Reise von einem 
südlich gelegenen Hafen nach Chefoo zur Zeit des NO-Monsuns scheint sich 
daher als Segelanweisung zu empfehlen, nachdem der warme Strom ver- 
lassen ist und man sich zwischen 29° und 30° N-Br der Küste von Chinas
	        
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