accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 14 (1886)

5) 
Ortsbestimmung aus beliebig vielen Höhen. 
Abstand Quadr. 
Fomalhaut 2,5‘ 6,25 
Rigel 1,8 3,24 
Deneb 1,7 2,89 
Capella 2,0 4.00 
= — VRR 
Hier ist die Quadratensumme nur ein wenig gröfser, als bei dem obigen 
Resultate des bezüglichen Minimums und bei etwas genauerer Berechnung, 
namentlich der Standlinie für Fomalhaut, würde die Differenz mit dem Minimum 
noch geringer werden. So giebt die Konstruktion in der Karte (Fig. 7) den 
Schnittpunkt D der Diagonalen auf 17° 58,9‘ N-Br und 136° 0,2‘ W-Lg, also 
nur in der Breite um 0,1‘ verschieden von P, wodurch die Summe der Quadrate 
der Abstände aller Standlinien von D eine Zahl wird, die vom Minimum nur 
ganz unmerklich abweicht. Für ungünstigere Formen des Vierecks könnte sich 
das freilich bedeutend ändern, z. B. wenn eine Seite des Vierecks sehr klein 
wäre und dasselbe daher fast in ein Dreieck zusammenflösse, wo dann dieser 
Dreieckspunkt mit dem Diagonalen-Schnittpunkt zusammenfiele, aber sehr weit 
von dem gesuchten wahrscheinlichsten Punkte entfernt liegen würde. Ist das 
Viereck hingegen ein Parallelogramm, so wird der Schnittpunkt der Diagonalen 
genau den wahrscheinlichsten Punkt darstellen, wegen der gleichen gegenüber- 
liegenden Winkel und den damit gleichwerthigen Schnittpunkten‘ der Sumner- 
schen Linien. 
Dem Herrn Verf, dienten diese beiden letzten Aufgaben als Beispiele zu 
seiner „homographischen“ Rechnung, worunter hier die Berechnung der Schiffs- 
örter auf den Höhenkurven der Karten in stereographischer oder Mercator’scher 
Projektion verstanden wird, besonders nach der letzteren mit Zuhülfenahme 
einiger Formeln für rechtwinklige sphärische Dreiecke. Die Berechnung der 
stereographischen Projektion läfst sich zwar ganz durch ebene Dreiecke aus- 
führen und macht die sphärische Trigonometrie für die betreffenden Aufgaben 
entbehrlich, ähnlich wie auch schon im vorigen Jahrhundert, besonders durch 
Maier und Maupertuis, die Berechnung der orthographischen Projektion als 
Ersatz der sphärischen Trigonometrie herangezogen wurde. Da es aber für 
die stereographische Projektion „noch an geeigneten Tafeln in den nautischen 
Handbüchern mangelt“, so wurde die Mercator’sche Projektion für die Rechnung 
vorgezogen, wobei die vorhandenen Tafeln der Meridionaltheile zu benutzen 
waren. Dafs nun die Berechnung von Stundenwinkel und Azimuth in dieser, 
dem Navigateur bisher ungewohnten Form'*) kürzer oder sicherer sei, wird 
freilich nicht behauptet, aber das Verfahren hat nach der Meinung des Herrn 
Verf. den Vorzug, „durchsichtiger“ zu sein, als mittelst der „etwas langweiligen 
Rechnung nach den unbeholfenen Formeln der sphärischen Trigonometrie“ (?). 
Hervorzuheben ist übrigens neben manchen beachtenswerthen theoretischen und 
praktischen Erörterungen auch die Anregung bei dieser Gelegenheit, dafs eben- 
falls geeignete Seekarten in stereographischer Projektion angefertigt werden 
möchten. Sie könnten ohne Zweifel, neben den Mercator’schen Karten, manche 
nützliche Verwendung finden, ebenso wie die Seekarten in centraler oder 
gnomonischer Projektion, womit man in Amerika (Hydrgr. Office) den Anfang 
gemacht hat. 
Beispiel 7. Schliefslich folgt hier noch ein aus der Praxis entnommenes 
Beispiel, welches von Herrn Lieut. z. See G. Spengler gefälligst m be Sthoilt 
wurde, Es war bei Golegenheit der Vermessungen in der Magellan-Strafse und 
an der Westküste von Patagonien auf S. M. Kr. „Albatrofs“, Kommandant 
Korr,-Kapt. Plüddemann, wo im Februar 1884 aus 20 Sonnenhöhen, die auf 
nn 14) Diese Rechnungsform ‚scheint zuerst von Herrn Lieut. de vaisseau Hilleret ‚aufgestellt zu 
sein in der „Revue marit, et colon.“, Vol. 40, Paris 1874, pag. 898, bei seinen „Etudes sur les 
courbes de hauteur*, welche auch noch in Vol. 41 fortgesetzt wurden, und worauf Here Preuss 
sbenfalls Bezug nimmt. Dafs der Höhenkreis, wovon die Sumner’sche Linie ein kleines Stück ist, 
sich in der Mercator’schen Karte allemal zu einer symmetrischen Kurve projicirt, in Beziehung auf 
aa As der Breite und Länge, gehört zu den schönsten Resultaten dieser Studien des Herrn 
illere
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.