Kleine. Notizen.
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11 Uhr Vormittags ein. Die Temperatur der Luft war recht hoch, täglich bis
über 35° GC.
Der Ort Alwuleh besteht aus ca 200 Hütten, zwischen denen sich drei
Steinbauten erheben. Von den beiden gröfseren Steinhäusern gehört das eine
dem Jussuf Ali. Io diesem Hause hielt sich der Sultan Osman, Schwiegersohn
des Ersteren, auf, und wehte auf dem Thurme desselben seine Flagge — das
Roth der Zanzibarflagge mit Halbmond und Stern —-, Das zweitgrößte Haus
gehört Mohamed Hassan, das dritte ist ein allgemeines Magazin, Krstere
beiden Häuser sehen wie befestigt aus, mit krenelirten Mauern und Schiefs-
scharten, indessen sind zur Vertheidigung wohl nur eine geringe Anzahl Ge-
wehre, Geschütze gar nicht vorhanden.
5. Moulmein- (Maulmain-) Flufs, Bengalischer Meerbusen,‘) Nach dem
Berichte des Oestr.-Ung, Knbt, „Nautilus“, Kommandant Korv.-Kapt. Karl
Spetzler. „Hydr. Nachr.“, Pola 1886, No. 34. Das Anlaufen des Flusses
ist infolge der starken Gegenströmungen mit ziemlichen Schwierigkeiten ver-
bunden, Von Westen kommend, halte man gegen die Insel Double, und zwar
nicht nördlicher davon, und laufe erst, wenn der Schiffsort sicher bestimmt ist,
Amkherst an. Im Monate März, wo die Küste selten auf mehr als !% Sm.
sichtbar ist, müssen Schiffe die Insel Double gut südlich anlaufen, da man
leicht nach Nord vertrieben wird. Das Land nördlich von Amkerst bietet dem
nicht Ortskundigen keine Anhaltspunkte, und das sonst im Golfe so verläfsliche
Loth giebt hier wegen der steil abfallenden Sandbänke keinerlei Warnung.
Bänke, Die Bänke an der Mündung und weiter flußsaufwärts sind steten
Veränderungen unterworfen und werden ständig aufgenommen. Im Oktober
1885 wurde mitten im Fahrwasser an der Mündung unter den Peiluogen
Water-Pagode . . . . 2. +. + + SO0MO
Patch-Tonne auf 8,6 Kabllg . . . . SWI!LAW
ein unter Wasser liegendes Riff gefunden.
Gezeiten. Die Höhe der Spring- bezw. Nippfluth beträgt 6,7 bezw. 3,7 m.
Bei Amkerst und den äufseren Bänken läuft der Fluthstrom genau Nord, der
Ebbstrom Süd; ersterer setzt gleich nach letzterem ein, während der Ebbstrom
1 bis 1'/s Stunden nach dem höchsten Wasserstande beginnt.
Der Fluthstrom spaltet sich bei der weißen Tonne mit rothem Balle in
zwei Hauptrichtungen, und geht der eine Arm in den neuen, der andere in den
alten Kanal. Im August, wenn der Fluß durch Regen angeschwellt ist, sind
die äufseren Bänke von Wasser bedeckt, und es setzt dann der Fluthstrom
WERNE von den Kanälen stark nach Ost, die Fluth erreicht 8 bis 8,5 m,
die Geschwindigkeit 7 Kn.
Wind und Wetter. Im Dezember herrscht leichter NEzE-Wind, zeitweise
bis N und NW spielend, und schönes Wetter,
Im Januar desgleichen, jedoch ist es Morgens und Abends nebelig; gegen
Ende des Monates geht der Wind nach SE, die Nebel werden häufiger. .
Im Februar leichte Land- und Seebriesen aus E bis NE und W: bis NW,
das Weiter schön, doch häufig nebelig. ' ; | ; Br 8
Im März beständige Land- und Seebriesen aus: SE. und SW; erstere 'Jeicht,
letztere frisch, besonders zwischen 2 und 4” zu Amherst stark; das: Wotter gut,
mitunter dichter Nebel, der 3 bis 4 Tage anhält. In dieser Zeit-ist die Be-
schiffung des Flusses schwierig, da der. dichte Nebel, durch dem:beim’ Ver-
brennen des Reisstrohes erzeugten Rauch vermehrt; die Ufer. verbüllt, +
Mitte Mai begiant die Regenzeit und endet ‚Mitte Oktober. it
Juli bis September stürmisches Wetter. © 00000 un ER
Das Klima ist für Tropen‘ sehr gesund; März, ‚April, Mai -sind' die
heifsesten Monate, der Rest des Jahres kühl... ©0066 en
Lotsen. Kleine Lotsenschoner- kreuzen ‚bei‘ gutem‘ Wetter zwischön’ der
Flußsmünduug und der Insel Double; findet: man ‚keinen; 50 ankere mah in SSW
der Insel Green und mache Lotsensignale. Von den Lotsen sidd einige. Europäer,
die Mehrzahl Eingeborene; sie sind mit Lotsenscheinen versehen und werden
nach einer festen Taxe bezahlt. Beim Auslaufen verläßt der Lotse das
Schiff 1 Sm SW der Patch-Toune.
5 Findlay’s „Indian Ocean“, 1882, 8. 1132.
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