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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 14 (1886)

Reisebericht der Deutschen Bark „Carl Both“. 
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rathener, 8o lange draufsen zu warten, bis man mit günstigem Winde entweder 
in die nördliche oder südliche Einfahrt einsegeln kann, 
Der Passat ist hier durchaus nicht regelmäßig, wenngleich östliche 
Winde vorherrschend sind, Während meiner dreiwöchentlichen Anwesenheit auf 
der Rhede von Pangai, vom 27. Juni bis 16. Juli, hatten wir mehrere Tage 
nördlichen Wind, der schliefslich auf NW holte, bei steifer Briese heftigen 
Regen herbeiführte und dann in einer starken Böe auf SW umspraäng, in welcher 
Richtung er mehrere Tage verblieb. 
Die einzige Karte von Lefuka, die ich in Avckland auftreiben konnte, 
ist die Englische Admiralitäts-Karte von 1866, Dieselbe giebt einen Plan der 
Rhede von Pangai, welcher indels keineswegs genau genug ist, um danach die 
Einsegelung bewerkstelligen zu können. Es soll in den letzten Jahren eine 
neue Aufnahme dieser Gegend stattgefunden haben, die jedoch bis jetzt noch 
nicht veröffentlicht ist. 
Mit den Verhältnissen durchaus unbekannt, unternahm ich es noch an 
demselben Tage, unter Leitung des schon erwähnten Lotsen und eines älteren 
Eingeborenen, der mir von meinem Ablader als sehr vertraut mit dem Fahr- 
wasser empfohlen wurde, gegen steifen, böigen SE-Wind nach der Innenrhede 
aufzukreuzen. Dank der ausgezeichneten Manövrirfähigkeit unseres Schiffes 
gelang dieses auch, und wir erreichten ohne Unfall den Ankerplatz. Wir 
mufsten aber Manöver ausführen, die fast unmöglich erschienen, und ich würde 
auf keinen Fall unter solchen Verhältnissen Achnliches wieder unternehmen. 
Bei einigermafsen günstigem Winde ist die Einsegelung nach der Rhede von 
Pangat freilich nicht sehr gefährlich, da die Riffe sich, von oben gesehen, gut 
von dem tieferen Wasser unterscheiden lassen, welches zwischen denselben in 
genügender Tiefe vorhanden ist. Ausgehend benutzte ich, weil der Wind 
ziemlich östlich war, den südlichen Ausgang, was auch ohne Unfall gelang. 
Die Wassertiefe auf der Inuenrhede beträgt von 5,4 bis 10,8 m (3 bis 6 Fad.), 
und es ist Raum für fünf bis sechs Schiffe vorhanden. Die Rhede wird durch 
die sie umschließsenden Riffe gegen alle Winde ziemlich geschützt und hat auch 
ginigermafsen gut haltenden Ankergrund; in der Orkanzeit — vornehmlich in 
den Monaten Februar bis April — ist sie aber nichts weniger als sicher, und 
es haben sich in dieser Jahreszeit hier schon manche Schiffsunfälle ereignet. 
Der gelöschte Ballast mul entweder ans Land oder nach dem Riff ge- 
bracht werden, was recht zeitraubend ist. Das Laden geht ebenfalls äulserst 
langsam, da die beladenen Leichter nur bei Hochwasser die nahe unter Land 
liegenden Riffe passiren können. Die Unkosten eines Schiffes sind in Lefuka 
nur geriog; sie bestehen nämlich zur in dem Lotsengeld von 0,50 Doll. pro 
Fuß Tiefgang, sowohl einkommend, als auch ausgehend, und 1,00 Doll. Hafen- 
gold. Ein Schiff, welches von einem Hafen aufserhalb des Boreichs der Tonga- 
ruppe kommt, muß bei Tage eine gelbe Flagge und bei Nacht ein grünes 
Licht vom Grofß- oder Vortopp zeigen und darf bei Vermeidung einer Strafe 
von 1000 Doll, keinen Verkehr mit den Bewohnern der Inseln herstellen... be- 
vor der Sanitätsbeamte hierzu die Erlaubnifs ertheilt hat, ; 
Nachdem wir die mitgebrachten Stückgüter und den überflüssigen Theil 
des Ballastes in Lefuka gelöscht und 250 Tonnen Kopra geladen hatten, ver: 
liefsen wir am Abend des 16, Juli mit frischer Briese aus ESE die Rhede von 
Pangai, hielten in der Nacht unter der Vavau-Gruppe gehen und Kreuzten 
darauf bei Tagesanbruch in den Hafen von Vavaw hinein. Um 2 Uhr Nach- 
mittags erreichten wir unsern Bestinmungsplatz, die Station Zuanuku, 3 Sm 
ron Niafu entfernt, woselbst das Schiff an: der dort verankerten Boje des 
Abladers fest gemacht wurde... Das Fahrwasser ist bis hierher und auch noch 
bis zu der 2 Sm östlicher belegenen Wohnung des Quarantänebeamten durch- 
aus rein, so dafs man überall dicht an das Ufer hinansegeln. kann. Aufserhalb 
der Quarantänestation bietet sich aber keine gute Gelegenheit zum Ankern, da 
die Wassertiefe meistens über 54m (30 Fad.) beträgt. Der Lotse, ein alter 
Eingeborener, wohnt in einem Dorfe, gegenüber von unserm Ankerplatz, und 
kommt hier gewöhnlich erst an Bord, wenn man weiter, aufwärts segeln will. 
Bei der Quarantänestation verengt sich das Fahrwasser zu, dem eigentlichen 
Hafen Niafu 80 sehr, dafs es einem Schiffe kaum möglich ist, dorf zu, kreuzen, 
and man entweder warpen oder günstigen Wind abwarten muß,
	        
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