Beobachtungen und Aufnahmen im Bismarck-Archipel,
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gine detachirte Untiefe entdeckt, wohl aber enifärbtes Wasser, in dem indessen
mit 60m Leine kein Grund erreicht wurde.
Die Einfahrt der Insel ist schwer zu finden, da sie sich in dem Grün
der Küste so wenig markirt, daß sie schon auf wenige Seemeilen nur von dem
hier Bekannten noch entdeckt werden kann, Es wurden zunächst Boote durch
die nur 90m breite und von schmalen Küstenriffen umsäumte Einfahrt hinein-
geschickt, und nachdem die Brauchbarkeit konstatirt war, folgte das Fahrzeug.
Die erfolgte Vermessung und Aufnahme des Hafens ist in einem Plane
auf Tafel 20 wiedergegeben. Der Hafen bietet Wasser und Platz genug für
die gröfsten Schiffe und gewährt Schutz gegen See und Wind von allen Seiten.
Besondere Aufmerksamkeit erfordert nur die Drehung um die in der Karte mit
„Sandzunge“ bezeichnete westliche Spitze des eigentlichen Einfahrt - Kanales.
Bei langen, schlecht steuernden Schiffen, und wenn etwa der Wind um die Ecke
den Kopf zuerst fassen und abtreiben könnte, kann ein Kopftau nothwendig
werden. Fast die ganze Küste ist mit dichtem Urwald bestanden. Frisches
Wasser wurde nicht gefunden; der an der Nordwestecke einmündende Wasser-
lauf ist ziemlich weit aufwärts noch brackig und hat aufserdem für beladene
Boote nicht Tiefe genug.
Bewohnt ist der Pıntz nicht und anscheinend auch niemals gewesen. Es
wurde nur ein schmaler Buschweg entdeckt, der wahrscheinlich zu einem land-
einwärts gelegenen Dorfe führen wird,
2. Meoko. Die Einfahrt in den Hafen von Meoko, welche von dem
„Albatrofs“ bei den verschiedensten Witterungsverhältnissen acht Mal benutzt
worden ist, bot mit WNW-Kurs und ca 50 m von Muarlin abbleibend keinerlei
Schwierigkeiten. Die Fahrrinne für grofse Schiffe ist ungefähr 200m breit,
3. Ankerplatz von Tomalili,) an der Nordostküste Neu-Pommerns,
südwestlich vom Kap Gazelle gelegen. Ohne vorliegende Nothwendigkeit kann
der Platz zum Ankern nicht empfohlen werden. Die Einbuchtung der Küste
ist eine ganz flache, so dafs man nur geschützt ist, so lange der Wind über
Land kommt.
Der Ankergrund liegt auf einem langen, mit der Küste nicht zusammen-
hängenden Korallenriffe, Es ist beim Ankern darauf zu achten, dafs man nicht
über dieses Riff hinwegläuft; vor und hinter demselben ist tiefes Wasser. Der
Strom seizte hier Süd bis Südsüdwest mit einer Geschwindigkeit bis zu 1,5 Kn,
in Richtung und Stärke vom Winde abhängig. Ein Plan dieser Rhede ist der
Tafel 20 beigefügt.
4. Hafen von Matupi.®) S. M. Kr. „Albatrofs“ trieb während einer
Böe mit klarem Anker. Da nach eingezogenen Erkundigungen dies mehrfach
anderen Schiffen passirte, so ist Vorsicht wegen unzuverlässigen Ankergrundes
geboten. Der Wasserstand im Hafen ist kontinuirlichen Schwankungen unter-
worfen, und waren die Messungen nicht mehr mit. den Tiefenangaben der Karte
in Einklang zu bringen.
5. Zwischen der Halbinsel Luen und Urara®?) sollen nach Angabo
eines Farrel’schen Kapitäus zwei Steine liegen, die inde(fs von S; M. Krim Albatrafs®
nicht gesehen wurden, Als beste Sicherung wird auch hier empfohlen. werden
BEE in angemessener Entfernung von dem Hauptstrandriffe an diesem; entlang
zu laufen. - WA SKNESE N de
Die Peilungen der Landobjekte ‚stimmten hier im Allgemeinen nicht; die
Halbinsel Zwen und die Insel Man scheinen nach denselben. östlicher: zu liegen,
als sie in den Karten eingetragen sind. 0400 Hi Lu Adaisen dr u
6. Ankerplatz von Ragunai.*) ‚Ragunai ist soust gewöhnlich Kaba-
kadat genannt. Die Rhede kann als guter Ankerplatz bezeichnet werden; die
Aache Ansteigung des Korallensandbodens ist so ausgedehnt;‘ dafs Raum genug
für viele Schiffe ist. Es wurde auf einer Stelle, wo: ‚9 m: Wasser sein. sollten,
gerade vor der Station, ca 500 m. von derselben: entfernt,: eine -Untiefe. mit. nur
4m AS ‚entdeckt, eine andere Untiefe in: derselben: Entfernung westlich
von dieser.
1) „Pacific Islands“, Vol. X, 1885, S. 116,
7 „Pacific Islands“, Vol. I, 1885, S. 114.
» „Pacific Islands“, Vol X, 1885, S. 112.
$) „Pacific Islands“, Vol. XI, 1835, $S. 115.
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