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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 14 (1886)

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Die Rhede von Tuojate in Guatemala. 
zur Zeit meiner Anwesenheit in Banana ein Hotel im Bau, welches jetzt wohl 
schon fertig und eröffnet sein wird.) Um wieder auf unsere beiden Landsleute 
zurückzukommern, habe ich zu bemerken, dafs dieselben, nachdem sie ihr bischen 
Geld verreist hatten, für einige Tage gastliche Aufnahme in der Englischen 
Faktorei fanden. Da es ihnen aber nicht gelingen wollte, irgend welche Stellung 
zu erhalten, so geriethen sie in die allergröfßte Verlegenheit und ersuchten 
mich, sie doch wieder mit nach Europas zurückzunehmen, indem sie versprachen, 
für ihre Kost fleilsig arbeiten zu wollen, Leider aber konnte ich ihren Wunsch 
nicht erfüllen, weil meine Besatzung vollzählig war und das Schiff noch einen 
ganzen Monat Aufenthalt hatte. Es gelang mir aber, für die beiden Landsleute 
ine Freipassage auf dem Küstendampfer der Holländischen Gesellschaft nach 
St. Paola de Loanda zu erwirken., In dieser kleinen Stadt, woselbst sie auch 
ein Deutsches Konsulat vorfanden, wird es ihnen vielleicht schon eher gelungen 
sein, Arbeit zu erhalten. Die für die Faktoreien im Congo-Staate nothwendigen 
Kräfte werden stets schon in Europa engagirt, und es ist daher eine grofßse 
Soltenheit, dafs Jemand, der auf gut Glück nach hier kommt, Stellung erhält. 
Unsere Rückreise ist leider infolge von ungünstigen Verhältnissen nicht 
so glatt abgelaufen, als ich es mir gedacht hatte, Am 2. Januar 1886 verlielsen 
wir mit der Seebriese des Nachmittags um 4 Uhr Banana, steuerten zunächst 
auf Boolambemba Point und dann nach dem gegenüberliegenden Ufer, um dort 
unsere Fässer und Tanks mit Trinkwasser zu füllen. Als wir die genannte 
Landspitze passirt hatten und in die starke Strömung gekommen waren, wollte 
das Schiff nicht am Winde liegen, obgleich der Klüver herunter geholt war, 
Nachdem wir den nöthigen Vorrath von Trinkwasser an Bord genommen hatten, 
halsten wir und segelten mit B-B.-Halsen bei dem Winde aus dem Congo hin- 
aus, wobei das Schiff trotz der mitlaufenden Strömung jetzt recht gut steuerte, 
Um 6‘/s p. m. passirlen wir Sharks Point in einem Abstande von 1,5 Sm. Bis 
zum 10. Januar, in 5,8° S-Br und 6,0° W-Lg, schwankte der Wind bei einer 
mäfsigen Stärke zwischen SW und SzW. Auf der Strecke bis zum Aequator, 
der am 20. Januar in 25,0° W-Lg geschnitten wurde, war der Wind vor- 
herrschend aus S bis SSE. Hier wurde er flau und umlaufend, bei Regen- 
schauern und Wetterleuchten, worauf am 28. Januar in 5,8° N-Br und 31,0° W-Lg 
der NE-Passat einsetzte, der bis zum 10, Februar in 23,8° N-Br und 40,0° W-Lg 
anhielt. Die Weiterreise wurde durch stürmische, vielfach entgegengesetzte 
Winde verzögert, so dafs Falmouth erst am 20. März 1886 nach einer Reise 
von 77 Tagon erreicht werden konnte. 
Die Rhede von Tuojate in Guatemala, Westküste von Central-Amerika. 
Von Kapt, Sandersfeld, Führer der Deutschen Schonerbrigg „Astraea*, 
{Mittheilung von der Deutschen Seewarte,) 
„In den „Ano. &. Hydr.“ u, 8. w., Jahrgang 1883, findet sich auf S, 259 
eine Mittheilung des Kapt. Jorjan von der Deutschen Bark „Berend“ über die 
schlechte Beschaffenheit des Ankergrundes auf der Rhede von 7wojate, der aus 
Mahlsand besteht, in welchem sich die Anker und Ketten tief einbetten. Wie 
Kapt. Jorjan berichtet, verlor derselbe infolge jenes Umstandes seinen St-B.- 
Anker nebst 55m Kette und fand später auch den Stock des anderen Ankers 
gebrochen. 
Mit der „Astraca“ im April 1885 von San Jos& nach Teuojate bestimmt, 
um dort Kaffee zu Jaden, gelang es mir auf meine Erkundigungen Näheres iu 
Bezug auf den obigen Gegenstand zu erfahren, und möchte ich dieses im Inter- 
esse meiner Kollegen zur allgemeinen Kennfinifs bringen, 
Kapitän Russel, der lange Jahre Führer eines Amerikanischen Dampfors 
in der Fahrt zwischen Panama und Acapulco war und jetzt Vorsteher der 
Agentur in San Jose ist, theilte mir mit, dafs er die Rhede von Tuojate regel- 
mälig in der Kafleeverschiffungszeit besucht habe. Das erste Mal habe auch 
er Anker und Kette verloren, und ebenso wäre es anderen Dampfern ihrer Ge- 
sellschaft sowie vielen Segelschiffen ergangen, Man könne diese Unfälle aber
	        
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