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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 14 (1886)

Notizen über die Neu-Hebriden,. 
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kein richtiges Bild. Die Bucht, worin die Insel Lenure liegt, geht viel tiefer 
hinein; es waren Kurse nöthig, die nach der Karte über Huks und Riffs geführt 
hätten. Das Riff südlich und südöstlich von den Maskelyne-Inselu ist oben 
schon crwähnt; zwischen den Inseln sind Ein- und Durchfahrten mit guten 
Ankerplätzen, wovon Französische Aufnahmen existiren. 
Die Insel Lenure ist schwer zu finden. Sie soll, von West gerechnet, 
wo eine Insel sichtbar frei an der südlichsten Spitze Mallicollo’s liegt, die erste 
Insel sein, Indessen, abgesehen davon, daß es von Osten kommend ein zeit- 
raubendes Absuchen sein würde, ist damit ein Verfehlen nicht ausgeschlossen, 
wenn man nicht stets dicht an der Küste bleibt. 
Bezüglich der Bezeichnung des Platzes sei bemerkt, dafs or nicht weniger 
wie vier Namen hat, nämlich Lenure, Leonore, Labore (Lab-boor) und Hafen 
von Ravaillec, letzterer angeblich nach dem Lotsen cines Französischen Kriegs- 
schiffes. 
Der Hafen ist nicht grofs, aber für Schiffe von gröfstem Tiefgang 
benutzbar und genügend sicher bei allen Winden, Es setzt in demselben 
ziemlich starke Gezeitenströmung. 
Die Insel selbst ist klein und niedrig, korallinisch, mi$ dichtem Busch 
urwäldlich bewachsen; von See wird sie fast in der Mitte von einem Einlauf 
durchschnitten, der nur etwa 10m vom Hafen endet und bei hohem Wasser sie 
ganz in zwei Theile trennen mag. Früher soll die Insel bewohnt gowesen sein, 
wovon auch vorgefundene Hüttenfundamente und aus Korallengestein zusammen- 
getragene Umwallungen zeugen. ; 
Proviant, wie Schweine, Yams u. a., ist genügend vorhanden. Kin 
Frischwasserflußs wurde dagegen nicht gefunden und wird, nach den vielfachen 
Cysternen zu urtheilen, auch wohl nicht in bequemer Nähe vorhanden sein. 
6. Insel Pentecost.!) Beim Ankem in Fanmarmar, an der SW- Seite 
der Insel, lag das Schiff auf 400 m vom Lande in 23m Wassertiefe, und wurde 
behauptet, dafs dies auf weite Entfernung der einzige Ankerplatz sei. Er hat 
zuten, aus Schlick bestehenden Ankergrund und ist gegen Ost- und Südost- 
Winde geschützt, Zum Ansteuern wurde beim zweiten Male ein ganz spitzer 
kegelförmiger Berg benutzt, der in S 60° O gehalten wurde. Die Ankerpeilungen 
waren: Südlichste Huk S4° W, Point Ridge N 16° W mifsweisend. 
Das Land selbst ist das zerrissenste, was man sich denken kann; Berge 
wunderbarster Form wechseln mit tiefen Schluchten, sind alle bis auf die 
höchsten Spitzen dicht bewachsen und zum Theil auch bis dahin bewohnt, wie 
aufsteigender Rauch verrieth. Mehrere kleine Flüsse, aus denen leicht Wasser 
zu entnehmen wäre, wurden gesehen. 
Die Eingeborenen zeichnen sich im Allgemeinen durch einen wilden 
Charakter und eine feindselige Haltung gegen Fremde aus, 
7. Wirkliche Lotsen wurden an keinem der besuchten Plätze gefunden, 
die von „Albatrofs“ engagirten versahen nur den Dienst, den Platz überhaupt 
zu zeigen, am Aufsuchen des Ankerplatzes und der Narvigirung im Ganzen be- 
theiligten sie sich nicht. 
Die Temperatur - Verhältnisse waren während des Aufenthaltes sehr 
angenehm, zwischen 24,5° und 27,8°C. Der Barometer schwankte normal 
zwischen 763,1 und 767,0 nm. Der Wind war mit Ausnahme weniger Stunden 
ain strammer Südost-Passat; zwischen den Insela traten Böen von äußserster 
Heftigkeit auf, 
‚Pacific Islands“, Vol. I, 1885, S. 22. 
Findlay’s „South Pacific“, 1884, S. 764.
	        
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