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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 14 (1886)

Rekognoseirungsfahrt S. M. Kr. „Habicht“, 
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schiff bereit. Rindvich, Schweiue und Früchte sollen vorhanden sein, doch war 
des Sonntags wegen, strangen Kirchengebots halber, absolut Nichts zu be- 
kommen. 
Am Abend desselben Tages wurde der Hafen verlassen und die Rück- 
fahrt nach Matupi angetreten, S.M. Kr. „Albatrofs“ ist während dieser Fahrt 
durch den gesammten Carolinen - Archipel schr durch den Wind begünstigt 
worden. Nach Aussagen Ortskundiger soll eigentlich die Zeit der Westwinde 
mit dem September ihr Ende nehmen. Im Oktober sollen dann vorwiegend 
Stillen mit zeitweiligen schwachen Ansätzen von Nordost - Passat eintreten. 
Letzterer selbst soll, im Osten früher wie im Westen, von Ende Oktober an- 
dauernd wehen. Während der ganzen Zeit wurde ein östlicher Strom von 
0,5—1,5 Sm pro Stande vorgeflunden; dieser Strom soll sich auch während der 
Pasantzoit nicht vermindern. Das Barometer zeigte keine erheblichen Schwan- 
kungen beim Wetterwechsel. Die Temperatur war keine unerträglich hohe, 
Während der Fahrt nach Matupt vom 18. bis 25. Oktober herrschte 
durchweg fast vollkommene Sıille; es war aufserordentlich heiß; ein Strom, 
welcher sich vom 22. zum 23. bis auf 2 Sın pro Stunde steigerte, setzte in der 
angenäherten Kursrichtung dea Schiffes auf die Nordspitze von Buka zu, 
Das beinahe vollkommen stille Wotter, durch vereinzelte leichte Regen- 
schaucr unterbrochen, hielt auch während des Aufenthalts in Matwupi und Meoko 
an. In der Lewinson-Passage nach Meoko wurde eine rothe stumpfe Tonne an- 
getroffen; dieselbe soll die Spitze des südlichen Riffs markiren, thut es aber in 
Wirklichkeit nicht, wie der Augenschein lehrte, da das hellgrüne Wasser sich 
ohne Nüancenuntorschied in der Farbe viel weiter über die Tonne hinaus er- 
streckte. In Meoko war ein Lager von mehroren Hundert Tons Cardiff-Kohlen. 
Am 28. Oktober von Meoko südlich steuernd, fand das Schiff frische 
südliche Winde, welche den Gebrauch von Segeln nicht gestatteten. Am Abend 
des 1. November wurde Adele - Insel passirt, auf Cooktown zu abgehalten und 
Segol gesetzt. Der Wind ging immer mehr in Südost-Passat über, welcher am 
3. November in Stärke 6 wehte. Am 4. Miltags wurde das Barrier-Riff durch 
dio nächst südlicheroe von Cook’s Einfahrt passirt und am Abend 7 Uhr vor 
Cooktown geankert, Dieser Ankerplatz ist gar picht angenehın; ganz offen in 
der Richtung des herrschenden Passats, welcher auch während der Nacht nicht 
abflaute, hat er bei dem flachen Wasser einc kurze hohe See, welche fast für 
das Halten der Ankerkette fürchten liels. 
Das Kohlennehmen auf der Rhede ist fast unmöglich, da Nichts darauf 
eingerichtet ist, und so ging S.M. Kr. „Albatro/fs“ am nächsten Morgen mit 
Hochwasser unter Assistenz des Hafenmeisters durch die neu ausgebaggerte 
Kinfahrterinne -— welche, nebenbei bemerkt, nicht mehr durch die beiden Leit- 
[euer markirt wird — in den Hafen an das Regierungsbollwerk, woselbst auch, 
etwa 50m entfernt, die Kohlen gelagert waren. 
Rekognoscirungsfahrt S, M. Kr. „Habicht“, 
Kommandant Korv.-Kapt. von Schuckmann I., an der Westküste 
Afrikas von Walfisch-Bai bis Kap Frio. 
Am 16. April Morgens 6 Uhr verliefs S. M. Kr. „Habicht“ die Walfisch- 
Bai und ankerte 8%4 Uhr vor der Mündung des Swachaub (Swakop) in 19m 
Wasser. Die Flufsmündung ist leicht auszumachen und die Vertonung der 
Karte Titel VIII No. 14 (Br. K. 629) sehr deutlich. Durch eine Barre war 
die Flufsmündung vollständig geschlossen; südlich von dieser Barre befinden 
sich grofse Steine, nördlich ist flacher Sandstrand. Der Kommandant landete 
mit dem Brandungsboot an dom Felsen des linken Flufsufers und ging auf der 
Barre nach der rechten Seite hinüber. Das Flufsbett ist etwa 300m breit, 
jedoch hatte das Wasser in der letzten Rerenzeit, wie der Augenschein ergab,
	        
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