Rekognoseirungsfahrt S. M. Kr. „Habicht“,
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schiff bereit. Rindvich, Schweiue und Früchte sollen vorhanden sein, doch war
des Sonntags wegen, strangen Kirchengebots halber, absolut Nichts zu be-
kommen.
Am Abend desselben Tages wurde der Hafen verlassen und die Rück-
fahrt nach Matupi angetreten, S.M. Kr. „Albatrofs“ ist während dieser Fahrt
durch den gesammten Carolinen - Archipel schr durch den Wind begünstigt
worden. Nach Aussagen Ortskundiger soll eigentlich die Zeit der Westwinde
mit dem September ihr Ende nehmen. Im Oktober sollen dann vorwiegend
Stillen mit zeitweiligen schwachen Ansätzen von Nordost - Passat eintreten.
Letzterer selbst soll, im Osten früher wie im Westen, von Ende Oktober an-
dauernd wehen. Während der ganzen Zeit wurde ein östlicher Strom von
0,5—1,5 Sm pro Stande vorgeflunden; dieser Strom soll sich auch während der
Pasantzoit nicht vermindern. Das Barometer zeigte keine erheblichen Schwan-
kungen beim Wetterwechsel. Die Temperatur war keine unerträglich hohe,
Während der Fahrt nach Matupt vom 18. bis 25. Oktober herrschte
durchweg fast vollkommene Sıille; es war aufserordentlich heiß; ein Strom,
welcher sich vom 22. zum 23. bis auf 2 Sın pro Stunde steigerte, setzte in der
angenäherten Kursrichtung dea Schiffes auf die Nordspitze von Buka zu,
Das beinahe vollkommen stille Wotter, durch vereinzelte leichte Regen-
schaucr unterbrochen, hielt auch während des Aufenthalts in Matwupi und Meoko
an. In der Lewinson-Passage nach Meoko wurde eine rothe stumpfe Tonne an-
getroffen; dieselbe soll die Spitze des südlichen Riffs markiren, thut es aber in
Wirklichkeit nicht, wie der Augenschein lehrte, da das hellgrüne Wasser sich
ohne Nüancenuntorschied in der Farbe viel weiter über die Tonne hinaus er-
streckte. In Meoko war ein Lager von mehroren Hundert Tons Cardiff-Kohlen.
Am 28. Oktober von Meoko südlich steuernd, fand das Schiff frische
südliche Winde, welche den Gebrauch von Segeln nicht gestatteten. Am Abend
des 1. November wurde Adele - Insel passirt, auf Cooktown zu abgehalten und
Segol gesetzt. Der Wind ging immer mehr in Südost-Passat über, welcher am
3. November in Stärke 6 wehte. Am 4. Miltags wurde das Barrier-Riff durch
dio nächst südlicheroe von Cook’s Einfahrt passirt und am Abend 7 Uhr vor
Cooktown geankert, Dieser Ankerplatz ist gar picht angenehın; ganz offen in
der Richtung des herrschenden Passats, welcher auch während der Nacht nicht
abflaute, hat er bei dem flachen Wasser einc kurze hohe See, welche fast für
das Halten der Ankerkette fürchten liels.
Das Kohlennehmen auf der Rhede ist fast unmöglich, da Nichts darauf
eingerichtet ist, und so ging S.M. Kr. „Albatro/fs“ am nächsten Morgen mit
Hochwasser unter Assistenz des Hafenmeisters durch die neu ausgebaggerte
Kinfahrterinne -— welche, nebenbei bemerkt, nicht mehr durch die beiden Leit-
[euer markirt wird — in den Hafen an das Regierungsbollwerk, woselbst auch,
etwa 50m entfernt, die Kohlen gelagert waren.
Rekognoscirungsfahrt S, M. Kr. „Habicht“,
Kommandant Korv.-Kapt. von Schuckmann I., an der Westküste
Afrikas von Walfisch-Bai bis Kap Frio.
Am 16. April Morgens 6 Uhr verliefs S. M. Kr. „Habicht“ die Walfisch-
Bai und ankerte 8%4 Uhr vor der Mündung des Swachaub (Swakop) in 19m
Wasser. Die Flufsmündung ist leicht auszumachen und die Vertonung der
Karte Titel VIII No. 14 (Br. K. 629) sehr deutlich. Durch eine Barre war
die Flufsmündung vollständig geschlossen; südlich von dieser Barre befinden
sich grofse Steine, nördlich ist flacher Sandstrand. Der Kommandant landete
mit dem Brandungsboot an dom Felsen des linken Flufsufers und ging auf der
Barre nach der rechten Seite hinüber. Das Flufsbett ist etwa 300m breit,
jedoch hatte das Wasser in der letzten Rerenzeit, wie der Augenschein ergab,