Reiseberichte S, M, Kr. „Albarrols*,
AUR
Aus dieser Karte ist als neu hervorzuheben:
1. Die Vervollständigung der ganzen Südostccke, sowohl in Bezug auf
die kleinen Laguneninseln, wie auf das Riff mit seinen Inseln und Passagen,
2, Die Gestalt der Insel Vola und die nördlich gelegenen Riffe etc,
3, Die Nomenklatur.
4. Die skizzirte Gestalt der Faituk-Gruppe, von welcher im Uobrigen
nur zwei Berge durch Poilungen festgelegt sind,
5, Sonstige Bemerkungen, Die lange östliche Bucht in Tol nördlich vom
Tumuitol bietet guten Ankergrund. Westlich von Muen auf Uola ist in 28m
guter Ankergrund. Nördlich von Eten soll guter Ankorgrund seiv. Südlich
von Uman ist ein Riffankerplatz für kleine Schiffe, In der Nordostpassage soll
etwas südlich von der Mitte ein Stein liegen. Das Riff südlich von Eten hat
einen trockenen Sandfdeck. Ebenso dasjenige westlich von Teis.
Au Proviant waren in Ruk Schweine und Hühner in geringen Quanti-
täten, Gemüse und Obst aber fast gar nicht käuflich zu beschaffen. Während
des dreitägigen Aufenthaltes herrschte stets eine frische Westbriese, welche sich
am 7, Oktober zu unangenehmen Regenböen entwickelte. Noch eben vor Sonnen-
untergang selbigen Tages konnte die Einfahrt bei Faleu gewonnen werden,
Von der Kommandobrücke aus konnte nichts mehr vom Riff wahrgenommen
werden, auf welchem es nur an wenigen Stellen brandet. Vom Topp aus konnte
jedoch der Navigationsoflizier noch sichere Direktiven geben.
Mit guter böiger Briese kam der „Albatrofes“ am nächsten Abend bei
der Mortlock-Gruppe an und drehte bei, um am nächsten Morgen in die Lagune
zu gehen. Während der Nacht wurde das Weiter sehr schlecht. Der Wind
ging südlicher, seine Stärke nahm zu, schwere Böen (bis Windstärke 10), welche
manchmal um 12 Strich herumsprangen, mit aufserordentlich starken Regen-
güssen herrschten bis gegen Morgen, dann wurde das Wetter beständiger, ein
leichter Sturm wehte aus SSW, Die Seekarte machte keinen Vertrauen @r-
weckenden Eindruck; bei dem Fehlen aller Tiefenangaben schien sie nur eine
Skizze zu sein; da überdies Herr Kubary behauptete, dafs sich in der Lagune
nicht weit von der Einfahrt ein abgesonderter Riffleck befände, so wagte der
Kommandant es nicht, vor Wind und Seo hinein zu laufen, sondern lief, da
keine Zeit war, ruhigeres Wetter abzuwarten, vorbei und auf Ponape zu. Das
Weiter hielt den Tag über an, hin und wicder durch Regeuböcn unterbrochen,
In der folgenden Nacht faute es ab und der Wind givg östlicher. Am
10, Oktober wurde Dampf aufgemacht und bei Stille und leichtem Ostnordost-
Wind wieder gedampft.
Am 11. Oktober Nachmittags gelangte das Schiff vor die Einfahrt nach
dem Jamestown-Hafon.') Hier zeigten sich Peilungen zum Ansteuern der
Passage als unbrauchbar, mau konnte sich nur nach dem Saumrilf resp. dem
blauen Wasser richten. Im Innern markirten sich die Riffe sehr gut, nur eine
sogenannte 9 Fufßs-Stolle vor der Faktorei auf Langar war nicht zu sehen; vor
derselben warnte jedoch ein den „Albatrofs“ hier erwartendes Boot. Hior war
als Marke ein im Uobrigen schlecht sichtbarer Holzblock verankert, Die früher
im Bericht S. M, Kr. „Habicht“ gemeldeten Baken existirten nicht mehr. Hinter
jener 9 Fufßs-Stelle fand S. M. Kr. „Albatrofs“ einen guten und goräumigen
Ankerplatz in allerdings 48m Wasser, doch war eia Vertäuen nicht nothwendig.
Während der nächsten Tage wurde der Hafen aufgenommen. Auch hier
gestattete die Ausdehnung des Terrains sowie die Kürze der Zeit jedoch nur
ein Aufnehmen der Küsten- und Riffumrisse des Haupthafens, Bemerkenswerth
ist, dafs auf der Spitze des basaltischen Berges von Langar die Magnetnadel
eine beträchtliche Ablenkung erfuhr; dieselbe Erfahrung hat Herr Kubary auf
einigen Basaltbergen des Innern gemacht, Reichliches und schönes Trinkwasser
kann man in einem westlichen Nebenflusso des Pillapenchocola erhalten, doch
müssen die Boote durch einen Ortskundigen gelotst werden. Dieselben legen
sich einfach unter eine niedrige Kaskade und können das Wasser durch eine
leicht herstellbare Holzrinne einlaufen lassen. Das schr reichlich vorhandene
Mangroveholz giebt gutes Breunholz und wird von dem hier anlaufenden
Missionsdampfer selbst zum Heizen der Kessel verwendet.
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„Pacific Islands“, Vol, I, 1885, Seite 148.