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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 14 (1886)

Reiseberichte S, M, Kr. „Albarrols*, 
AUR 
Aus dieser Karte ist als neu hervorzuheben: 
1. Die Vervollständigung der ganzen Südostccke, sowohl in Bezug auf 
die kleinen Laguneninseln, wie auf das Riff mit seinen Inseln und Passagen, 
2, Die Gestalt der Insel Vola und die nördlich gelegenen Riffe etc, 
3, Die Nomenklatur. 
4. Die skizzirte Gestalt der Faituk-Gruppe, von welcher im Uobrigen 
nur zwei Berge durch Poilungen festgelegt sind, 
5, Sonstige Bemerkungen, Die lange östliche Bucht in Tol nördlich vom 
Tumuitol bietet guten Ankergrund. Westlich von Muen auf Uola ist in 28m 
guter Ankergrund. Nördlich von Eten soll guter Ankorgrund seiv. Südlich 
von Uman ist ein Riffankerplatz für kleine Schiffe, In der Nordostpassage soll 
etwas südlich von der Mitte ein Stein liegen. Das Riff südlich von Eten hat 
einen trockenen Sandfdeck. Ebenso dasjenige westlich von Teis. 
Au Proviant waren in Ruk Schweine und Hühner in geringen Quanti- 
täten, Gemüse und Obst aber fast gar nicht käuflich zu beschaffen. Während 
des dreitägigen Aufenthaltes herrschte stets eine frische Westbriese, welche sich 
am 7, Oktober zu unangenehmen Regenböen entwickelte. Noch eben vor Sonnen- 
untergang selbigen Tages konnte die Einfahrt bei Faleu gewonnen werden, 
Von der Kommandobrücke aus konnte nichts mehr vom Riff wahrgenommen 
werden, auf welchem es nur an wenigen Stellen brandet. Vom Topp aus konnte 
jedoch der Navigationsoflizier noch sichere Direktiven geben. 
Mit guter böiger Briese kam der „Albatrofes“ am nächsten Abend bei 
der Mortlock-Gruppe an und drehte bei, um am nächsten Morgen in die Lagune 
zu gehen. Während der Nacht wurde das Weiter sehr schlecht. Der Wind 
ging südlicher, seine Stärke nahm zu, schwere Böen (bis Windstärke 10), welche 
manchmal um 12 Strich herumsprangen, mit aufserordentlich starken Regen- 
güssen herrschten bis gegen Morgen, dann wurde das Wetter beständiger, ein 
leichter Sturm wehte aus SSW, Die Seekarte machte keinen Vertrauen @r- 
weckenden Eindruck; bei dem Fehlen aller Tiefenangaben schien sie nur eine 
Skizze zu sein; da überdies Herr Kubary behauptete, dafs sich in der Lagune 
nicht weit von der Einfahrt ein abgesonderter Riffleck befände, so wagte der 
Kommandant es nicht, vor Wind und Seo hinein zu laufen, sondern lief, da 
keine Zeit war, ruhigeres Wetter abzuwarten, vorbei und auf Ponape zu. Das 
Weiter hielt den Tag über an, hin und wicder durch Regeuböcn unterbrochen, 
In der folgenden Nacht faute es ab und der Wind givg östlicher. Am 
10, Oktober wurde Dampf aufgemacht und bei Stille und leichtem Ostnordost- 
Wind wieder gedampft. 
Am 11. Oktober Nachmittags gelangte das Schiff vor die Einfahrt nach 
dem Jamestown-Hafon.') Hier zeigten sich Peilungen zum Ansteuern der 
Passage als unbrauchbar, mau konnte sich nur nach dem Saumrilf resp. dem 
blauen Wasser richten. Im Innern markirten sich die Riffe sehr gut, nur eine 
sogenannte 9 Fufßs-Stolle vor der Faktorei auf Langar war nicht zu sehen; vor 
derselben warnte jedoch ein den „Albatrofs“ hier erwartendes Boot. Hior war 
als Marke ein im Uobrigen schlecht sichtbarer Holzblock verankert, Die früher 
im Bericht S. M, Kr. „Habicht“ gemeldeten Baken existirten nicht mehr. Hinter 
jener 9 Fufßs-Stelle fand S. M. Kr. „Albatrofs“ einen guten und goräumigen 
Ankerplatz in allerdings 48m Wasser, doch war eia Vertäuen nicht nothwendig. 
Während der nächsten Tage wurde der Hafen aufgenommen. Auch hier 
gestattete die Ausdehnung des Terrains sowie die Kürze der Zeit jedoch nur 
ein Aufnehmen der Küsten- und Riffumrisse des Haupthafens, Bemerkenswerth 
ist, dafs auf der Spitze des basaltischen Berges von Langar die Magnetnadel 
eine beträchtliche Ablenkung erfuhr; dieselbe Erfahrung hat Herr Kubary auf 
einigen Basaltbergen des Innern gemacht, Reichliches und schönes Trinkwasser 
kann man in einem westlichen Nebenflusso des Pillapenchocola erhalten, doch 
müssen die Boote durch einen Ortskundigen gelotst werden. Dieselben legen 
sich einfach unter eine niedrige Kaskade und können das Wasser durch eine 
leicht herstellbare Holzrinne einlaufen lassen. Das schr reichlich vorhandene 
Mangroveholz giebt gutes Breunholz und wird von dem hier anlaufenden 
Missionsdampfer selbst zum Heizen der Kessel verwendet. 
4 
„Pacific Islands“, Vol, I, 1885, Seite 148.
	        
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