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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 14 (1886)

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Reiseberichte S. M. Kr. „Albatrofs“, 
ca 5 Kabllg. 0'425 von dem Felsen liegen soll („Nachrichten für Seefahrer“ 
1884 No. 549), nicht gefunden werden konnte. Auch von S. M.S. „Gneisenau“ 
wurde diese Stelle nicht gefunden (siehe Seite 481), so dafs anzunehmen ist, 
dafs dieselbe in der angegebenen Position nicht cxistirt, In dieser Linio fährt 
man, bis das Riff der Ostseite dicht voraus ist, worauf man weiter den Riff. 
kanten folgt, Mit diesem Mark und gutem Ausguck vom Vortopp ist oin Lotse 
überflüssig, wie bei don letzten drei Ein- und Ausfahrten 5. M. Kr. „Albatrofs“ 
erprobt wurde. 
Am 27. Abends 5 Uhr wurde Yap verlassen und mit ganz flauen, zwischen 
Nordost über Ost, Süd und Südwest wechselnden Winden Kurs nach Uieat 
genommen. Am 28, bei Sonnenuntergang trat wiederum die Erscheinung eines 
ausgedehnten Riffes mit gelbgrünem Wasser und deutlich zu unterscheidenden 
mehrfachen Brandungslinien auf, Sämmtliche Offiziere waren überzeugt, dals es 
wirklich cin Riff sei, und erst, nachdem einige in den Topp gegangen, erkannten 
sie die Augentäuschung, Solchen mehrfach vorgekommenen Erscheinungen sind 
vielleicht die oft wiederkehrenden Meldungen über neuentdeckte Riffe, welche 
später aber nicht wiedergefunden werden können, zuzuschreiben. Ein Kauf- 
fabrteischiff auter Segel wird, sobald es eino solche frappante Erscheinung 
sicht, bei dem dann stets schwachen Winde machen, dafs es aus der unheim- 
lichen Näho wegkommt, und dem Spuk nicht zu Leibe gehen. Solchen Mel- 
dungen aber ist nur dann Glauben zu schenken, wenn genügend Wind vorhanden 
war, um keine Stillenstreifen aufkommen zu lassen, und wenn die Erscheinung 
vom Topp aus beobachtet wurde. 
Am 30. September wurde um 10 Uhr in der Lagune von Uleai (Uke 
der Karte) — die Schreibweise ist hier und im Folgenden nach den Angaben 
des Herrn Kubary gewählt, welche der Kommandant von anderen Leuten oft 
bestätigt fand — bei Raur geankert. Die Seckarte schien vollkommen korrekt 
zu sein, Hühner, Schweine, Enten waren hier vorhanden, konnten aber nur 
schwierig eingetauscht werden, da die Eingeborenen immer auf ganz bostimmten 
Tauschartikeln (z. B. einmal eine verschliefsbare hölzerne Kiste) bostanden. 
Wasser giebt es nicht; selbst für jeden Trunk brackigen Wassers aus den 
Wasserlöchern wird Bezahlung verlangt. Um 5“ 30” wurde der Ankerplatz 
wieder verlassen. 
Draufsen stand frische Westhriese, welche bis zum nächsten Tage s0 
guffrischte, dafs die Schraube gelichtet und der Weg bis zur Rukgruppe, wo- 
solbst der „Aldatrofs“ am 4. Oktober Nachmittags ankam, unter Soc zurück- 
gelegt werden konnte. Zum Einsegeln in die Lagune wurde die Passage östlich 
der Insel Falex benutzt. Dieselbe ist, eben wegen dieser Insel, gut anzusteuern 
und bildet einen breiten gut markirten Kanal. Yon hier bis nach Tsis-Rhede,') 
wo das Schiff ankerte, ist das Fahrwasser weit und breit klar, Die westlich 
von 7eis liegende Untiefe erwies sich als eine Sandbank, welche während des 
Aufenthalts S, M, Kr, „Albatro/s“ niemals von Wasser bedeckt war, Der Anker- 
platz selbst bei Tsis ist dagegen schlecht; es existiren daselbst mehr Riffflecke, 
wie die Sockarte angiebt. 
Dafs die Karte auch sonst noch erhebliche Fehler und Lücken hatte, war 
bald zu sehen. Zu einer, wenn auch nur flüchtigen Vermessung gebrach es 
aber bei dem ausgedehnten Gebiet an Zeit. Mau mußte sich daher darauf 
beschränken, bei den zu anderen Zwecken vorgenommenen Bootsfahrten die 
Landkonturen zu skizziren und Alignementspeilungen vorzunehmen, Nur der 
dem Schiffe zunächst liegende Theil der Rhede von Teis wurde ausgelothet. 
Herr Kubary, welcher sich früher längere Zeit hier aufgehalten und an ver- 
schiedenen Punkten Poilungen und Messungen vorgenommen hatte, stellte aber 
das gesammelte Material zur Verfügung, und so war es später möglich, eine 
zwar durchaus nicht genaue, aber doch in ihren Hauptpeilungen richtige und 
jedenfalls vollständigere Karte wie diejenige Tit, XI 405 (Br. K. 982} herzu- 
stellen. Nach derselben und unter Benutzung eines von Herrn L. Friederichsen 
zur Verfügung gestellten Manuskriptes des Herrn Kubary, welches eine ge- 
pauere Beschreibung der Ruk-Gruppe enthält, ist die auf Tafel 16 diesem Heite 
beigefügte Karte ausgeführt. 
* „Pacific Islands“, Vol. I, 1884, Seite 159.
	        
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