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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 14 (1886)

Reiseberichte S. M. Kr. „Albatrofs“, 
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bis dicht an die Oberfläche des Wassers hinanreichend und steil abfallend, 
Gleich zu Anfang mußte das Schiff zwischen zwei Riffen, welche kaum 50m 
von einander lagen, hindurch, Bei sich nähernden Regenböen liefs der Lotse 
das Schiff an Stellen freieren Wassers stoppen. Derselbe und der Navigations- 
offizier befanden sich im Vortopp; aber schon von der Kommandobrücke aus 
konnten meist alle Rife cher wahrgenommen werden, als die Direktiven vom 
Vortopp zur Vermeidung derselben gegeben wurden; jedoch sind nach Angabe 
des Lotsen einige weitere Ausbiegungen und Umwoge gemacht worden, da er 
yewisse, ihm der ungefähren Lage nach bekannte Riffflecke in Zeiten schlechter 
Beleuchtung nicht habo schen können. Um 11* 30" wurde bei Ngaraksau, dem 
Lande möglichst uaho, geankert. Dieser Platz ist aber schlecht, 45m Tiefe 
und wenig Platz zum Schwingen; es empfichlt sich, ca %%4 Sm weiter ab bei 
Ngarabassang auf einer Bank mit 13—20 m zu ankern. 
Auch hier wurde der Nachmittag dazu benutzt, die Küste und Riffe durch 
Peilungen und Skizzen festzulegen. Am 22. wurde derselbe Weg zurückgedawpft 
and die Altngot-Passage südlich bis zur Kaschakschau-Passage, d.h, derjenigen 
Deffuung, in welcher man per Boot am nächsten nach Koryor selbst gelangen 
konnte, verfolgt, Auf der Fahrt hierher wurden die früheren Aufzeichnungen 
kontrollirt und alle Deckpeilungen, welche sich boten, zum "heil doppelt, ge- 
Lommen, um die genaue, von der Karte schr abweichende Richtung der Küste 
zu erhalten. Vor genannter Kaschakschau-Passage wurde nach Vermeidung 
einiger Rifffiecke und unter schliefslichem Vorschicken des Dampfkutters, da 
die Sonne von vorne war, geankert. Bis zu letztgenannten Riffflecken war das 
Fahrwasser rein, das Strandriff lag dicht an der Küste, die Riffspitze südlich 
von Komolokt markirte sich an ihrem Südost-Rande durch Farbe und einzelne 
hervorragende Steine, 
Auch hier wurden während des bis zum nächsten Vormittage dauernden 
Aufenthaltes Peilungen, Distanzbestimmungen und Skizzen von Bord und Land 
aufgenommen, sodann wurde unter Nehmen von Deckpeilungen etc, südlich 
weiter gedampft, der Lotse vor der Kasebogau-Passage abgesetzt und der Rück- 
weg nach Yap eingeschlagen, Der Lotse, Kobak Ivo, hatte stets eine vor- 
zügliche Ortskenntnifs und Verständnifs für das Dirigiren dos Schiffes gezeigt, 
An Lebensmitteln waren auf den Palau-Inseln Schweine, Hühner, Früchte 
and Taro reichlich vorhanden und leicht einzutauschen, Ueber Wasserbeschaffung 
sind keine Erfahrungen gesammelt, doch soll Wasser in guter Qualität an ver- 
schiedenen Orten reichlich vorhanden sein, 
Mit flauen westlichen Winden wurde nach Yap zurückgedampft. Die 
Südwest-Insel der Matelotas wurde in klarer Vollmondsnacht bereits auf 11 Sm 
Entfernung gesehen, Am 25. September wurde Yap erreicht und Nachmittags 
in der Tomil-Bucht,') und zwar in dem kleinen Hafen südlich von Blelatsch, 
in der Nähe der Hernsheim’schen Faktorei mit zwei Ankern geankort. Dieser 
Platz ist geräumig genug und bietet Kohlen nehmenden Schiffen den Vortheil, 
dio Kohlenprähme mittelst einer Trosse fährartig längsseit und zurück an Land 
zu holen. 
Da der Kommandant gefunden hatte, dafs die Seekarte zwar als Skizze 
eing allgemeine Orientirung zuliefs, sonst aber nach Entfernungen und Peilungen 
keine Zuverlässigkeit besafs, so nahm er während des zweitägigen Aufenthaltes 
eine Vermessung der Bucht vor, Hiernach verläuft das Riff an der Westseite 
ler Einfahrt relatir flach; der Eingangsfelsen (Entrance Rock) liegt durchaus 
nicht an der Riffkante, sondern man mufß in ca 2'%  Kabllg. Entfernung von 
demselben bleiben. Im Uebrigen fällt das Riff fast überall steil ab, Als An- 
steuerungsmarke kann dienen: ein auf der Spitze eines entfernten Berges stehen- 
ler knopfartiger Busch. in Linie mit der Ostkante der Insel Egnotsch ( Tommi )s 
welche durch Flaggenstange und Häuser der Faktorei der Handels- und Plan- 
tagengesellschaft kenntlich ist, in ungefähr NzW'/W, Diese Linie führt auch 
irei von einer abgesondert liegeuden flachen Stelle an der Ostseite der Einfahrt, 
Es wurde hier %ı bis 1 Kablig. südlich der den Eingang in die Tomil-Bai 
östlich begrenzenden Rifkante und 4 Kabllg. östlich vom Entrance Rock eine 
Stelle mit 5 und 6m Wasser angetroffen, während die 3,6 m-Stelle, welche 
+ „Paecifle Istands*, Vol. I, 1885, Seite 157.
	        
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