accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 14 (1886)

Wasserstandsmesser, 
467 
Alle Theile des Apparates sind auf einer, an den nöthigen Stellen ge- 
hobelten Gufseisenplatte N aufgestellt. Diese Platte’ ruht auf den gufseisernen 
Säulen O, welche auf der Deckplatte der Brunnenumauer stehen, Der Cylinder L 
zum Registriren der Fluthkurven ist von hornisirtem Kautschuk. Er wird mit 
geschwärztem Kreidepapier überzogen, auf dem die Fluthkurven miltelst der 
Diamantspitze H eingeritzt werden. Zür Eintheilung des Cylinders von Meter 
zu Meter und in halbe Stunden dient eine Theilungsvorrichtung. Die bezüglich 
der Axe und Grundfläche des Cylinders parallelen KEintheilungslinien werden 
mit der genannten Einrichtung mit grofser Genauigkeit und Unveränderlichkeit 
gezogen. Auch zu diesem Zwecke werden Diamantspitzen verwendet. Wenn 
ein gewisser Zeitraum verflossen ist, welcher durch den Verlauf der Fluth- 
kurven bedingt wird, muß der Deutlichkeit wegen der Cylinder mit einem 
neuen Bogen Papier umgeben werden. Um hierbei möglichst wenig Zeit zu 
verlieren, sind zwei ganz gleiche Cylinder angefertigt, von denen der eine sorg- 
fältig eingetheilt wird, während sich der andere im Apparate befindet; damit 
sogleich nach Herausnahme des einen Cylioders der andere eingesetzt wer- 
den kann. 
Um zur Bestimmung der Konstanten des Apparates leicht Vorsuche an- 
stellen zu können, bei denen volle Umdrehungen, sowohl des Rades (}'als auch 
der Glasscheibe M, genau gestellt werden müssen, sind Indexe für beide Theile 
angebracht. Der Umfang des Rades C, auf dem sich der Kupferdraht des 
Schwimmers aufwickelt, ist genau 2m’ in der Axe des Drahies gemessen. 
Fix. 
a 
Weller 
Cuchauen. 
Southampton. 
Zpswick. 
Zur Erklärung des Apparates und zur mechanischen Bestimmung des 
mittleren Wasserstandes wird Folgendes zu erwähnen sein. 
Es handelt sich darum, an geeigneten Küstenpunkten die mittlere Höhe 
des Meeres für bestimmte Zeiträume festzustellen. Wäre die Fluthhöhe voll- 
kommen regelmäfsig, so würde diese Höhe mit dem Mittel aus Hoch- und 
Niedrigwasser zusammenfallen. Es weichen aber die Fluthkurven erheblich von 
der regelmäßigen: Fluthwohlenlinie (Sinuslinie) ab, wie z. B. aus den Kurven 
der Fluth zu Cuxhaven, Southampton und Ipswich ersichtlich. Um in der 
Zeichnung (Figur 2) die Unregelmälsigkeiten recht hervortreten zu Jassen, ist 
die Sinuslinie neben den Kurven punktirt eingetragen. 
Nennt man die Höhe vom Fufspunkte bis. zum Scheitel dieser Wellen- 
linien h, 80 ist die Höhe des mittleren Wasserstandes über den Fufspunkt für 
Cuxhaven 0,527 h, für Southampton 0,567 h und für Ipswich 0,471 h, statt 0,5 h, 
wie es bei einer völlig regelmäfsigen Form sein würde, . 
Die Linie der mittleren Höhe acgi mufß so liegen, dafs mit Bezug auf 
Figur 2 die Flächen abe und gfi gleich cdge sind, Durch eine mühevolle 
Flächenberechnung läfst sich dies aus den auf dem Cylinder L aufgezeichneten 
Fluthkurven finden. . 
Der Apparat giebt aber die Daten zur Bestimmung dieser mittleren Höhe 
sehr genau ohne Vermittelung einer Zeichnung durch die auf der Glasscheibe M 
sich drehenden. Rollen J (eine derselben dient zur Kontrole), Die Glasscheibe 
wird durch die Uhr in 6 Stunden einmal herumgedreht, Die Rollen J werden
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.