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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 14 (1886)

Wasserstandsmesser, 
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von der See abgetrennten, aber mit derselben durch kleine Oeffnungen kom- 
municirenden Raume, zz. B. einem Rohre, gemessen wird. KEiner der zweck- 
näfsigsten dieser Pegel ist derjenige, welcher bei Vermessungen der Vereinigten 
Staaten von Nord-Amerika zur Anwendung kommt. Derselbe ist folgendermaleen 
Konstruirt: 
In einem hölzernen oder metallenen Rohre, in welches das Wasser nur 
durch kleine Oeffnungen Zutritt hat, bewegt sich ein durchbohrtier Schwimmer 
mit dem Wasser auf und nieder. Unten an dem Schwimmer ist eine Schnur 
oder Kette befestigt, welche zunächst über eine ganz unten im Rohre befind- 
liche Rolle, dann durch den Schwimmer, ohne ihn zu berühren, hindurchgeht 
and über zwei, am oberen Ende des Rohres angebrachte Rollen nach aufsen 
geführt ist, wo ein Gegengewicht die Schnur gespannt hält und zugleich als 
Index dient, indem sich dasselbe vor einer Skala, die am Rohre befestigt ist, 
auf und ab bewegt. Damit der Wind keinen Einflufs auf das Gewicht ausübt, 
ist es gut, dasselbe in einem geschlitzten Rohre sich bewegen zu lassen und 
die Theilung auf diesem Rohre anzubringen, sowie an dem Gegengewichte einen 
nach aufsen übergreifenden Index zu befestigen. 
Die selbstregistrirenden Pegel oder Fluthmesser, 
Diese Fluthmesser sind entweder so eingerichtet, dafs die Wasserstände 
direkt oder mittelst Uebertragung aufgezeichnet werden. Bei den ersteren ist 
der Registrirapparat über dem Brunnen, einem gemauerten Raume, in welchem 
sich der Schwimmer befindet, aufgestellt. Der Brunnen steht durch eine mehr 
oder weniger lange Rohrleitung mit dem Meere in Verbindung, und wechselt 
daher der Wasserstand im ersteren in derselben Weise, wie derjenige des 
Meeres. Um zu verhindern, dafs sich die durch Wind erzeugten unregelmäßigen 
Schwankungen des Meeresspiegels dem Wasser im Brunnen mittheilen, ist am 
Ende der Rohrleitung, da wo sie in das Meer mündet, ein Sieb oder eine Ver- 
engung angebracht. Der Schwimmer, gewöhnlich ein hohler Metallkörper, 
welcher eylindrisch oder einer Boje ähnlich gestaltet ist, schwimmt auf der 
Wasseroberfläche des Brunnens und ist entweder an einer Kette, einem Metall- 
drahte oder auch an einer Zahnstange befestigt. Hängt er an einer Kette, so 
liegt diese über einem mit kegelförmigen Stiften, in welche die Kettenglieder 
passen, versehenen Rade, ist er an einem Drahte befestigt, so hat die Peripherie 
des Rades eine Rinne, in welche der Draht palst. An dem auderen Ende der 
Kette, resp, des Drahtes, hängt ein Gegengewicht. Durch das Steigen und 
Herabsinken des Schwimmers wird das Rad nach der einen oder der anderen 
Seite hin gedreht, Ist der Schwimmer an einer Zahnstange befestigt, so ist 
die Peripherie des Rades mit Zähnen versehen, in welche die der Stange ein- 
greifen und das Rad in Umdrehung versetzen. Die Zahnstange hängt an einer 
Schnur, welche über eine in der Decke des Pegelhäuschens befestigte Rolle 
gelegt ist. Am freien Ende dieser Schnur ist ein Gegengewicht angebracht. 
Die Weiterführung der vertikalen Bewegung des Schwimmers, welche bereits 
durch Uebertragung auf das Rad in eine drehende umgesetzt ist, geschieht in 
folgender Weise, Auf der Axe des Rades, welches wir das Schwimmerrad 
nennen wollen, und centrisch mit diesem ist ein kleines Zahnrad, das Ueber- 
tragungsrad, befestigt, dessen Durchmesser gleich + des Durchmessers des 
Schwimmerrades ist, wenn die Wasserstände n-mal verkleinert aufgezeichnet 
werden sollen. In die Zähne des Uebertragungsrades greifen die Zähne einer 
zwischen Friktionsrollen gleitenden Stange ein, an welcher eine Hülse zur Auf- 
nahme eines Zeichenstiftes angebracht ist, Diesen Stift drückt eine Feder oder 
ein Gewicht leicht gegen einen Cylinder, welcher mit einem Papierbogen um- 
geben ist und durch eine Uhr gleichmäfsig um seine Axe gedroht wird, Bei 
den meisten Fluthmessern macht der Cylinder eine Umdrehung in 24 Stunden, 
bei verschiedenen Holländischen jedoch nur eine Umdrehung innerhalb 48 Stunden. 
Da die Zahnstange den Drehungen des Uebertragungsrades folgt, zeichnet 
der an der Stange angebrachte Stift die Wasserstandsschwankungen auf dem 
Papierbogen des Cylinders auf, Der Apparat ist so eingerichtet, dafs der 
Cylinder aus demselben herausgenoramen werden kann, wodurch das Aufspannen 
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