Wasserstandsmesser,
465
von der See abgetrennten, aber mit derselben durch kleine Oeffnungen kom-
municirenden Raume, zz. B. einem Rohre, gemessen wird. KEiner der zweck-
näfsigsten dieser Pegel ist derjenige, welcher bei Vermessungen der Vereinigten
Staaten von Nord-Amerika zur Anwendung kommt. Derselbe ist folgendermaleen
Konstruirt:
In einem hölzernen oder metallenen Rohre, in welches das Wasser nur
durch kleine Oeffnungen Zutritt hat, bewegt sich ein durchbohrtier Schwimmer
mit dem Wasser auf und nieder. Unten an dem Schwimmer ist eine Schnur
oder Kette befestigt, welche zunächst über eine ganz unten im Rohre befind-
liche Rolle, dann durch den Schwimmer, ohne ihn zu berühren, hindurchgeht
and über zwei, am oberen Ende des Rohres angebrachte Rollen nach aufsen
geführt ist, wo ein Gegengewicht die Schnur gespannt hält und zugleich als
Index dient, indem sich dasselbe vor einer Skala, die am Rohre befestigt ist,
auf und ab bewegt. Damit der Wind keinen Einflufs auf das Gewicht ausübt,
ist es gut, dasselbe in einem geschlitzten Rohre sich bewegen zu lassen und
die Theilung auf diesem Rohre anzubringen, sowie an dem Gegengewichte einen
nach aufsen übergreifenden Index zu befestigen.
Die selbstregistrirenden Pegel oder Fluthmesser,
Diese Fluthmesser sind entweder so eingerichtet, dafs die Wasserstände
direkt oder mittelst Uebertragung aufgezeichnet werden. Bei den ersteren ist
der Registrirapparat über dem Brunnen, einem gemauerten Raume, in welchem
sich der Schwimmer befindet, aufgestellt. Der Brunnen steht durch eine mehr
oder weniger lange Rohrleitung mit dem Meere in Verbindung, und wechselt
daher der Wasserstand im ersteren in derselben Weise, wie derjenige des
Meeres. Um zu verhindern, dafs sich die durch Wind erzeugten unregelmäßigen
Schwankungen des Meeresspiegels dem Wasser im Brunnen mittheilen, ist am
Ende der Rohrleitung, da wo sie in das Meer mündet, ein Sieb oder eine Ver-
engung angebracht. Der Schwimmer, gewöhnlich ein hohler Metallkörper,
welcher eylindrisch oder einer Boje ähnlich gestaltet ist, schwimmt auf der
Wasseroberfläche des Brunnens und ist entweder an einer Kette, einem Metall-
drahte oder auch an einer Zahnstange befestigt. Hängt er an einer Kette, so
liegt diese über einem mit kegelförmigen Stiften, in welche die Kettenglieder
passen, versehenen Rade, ist er an einem Drahte befestigt, so hat die Peripherie
des Rades eine Rinne, in welche der Draht palst. An dem auderen Ende der
Kette, resp, des Drahtes, hängt ein Gegengewicht. Durch das Steigen und
Herabsinken des Schwimmers wird das Rad nach der einen oder der anderen
Seite hin gedreht, Ist der Schwimmer an einer Zahnstange befestigt, so ist
die Peripherie des Rades mit Zähnen versehen, in welche die der Stange ein-
greifen und das Rad in Umdrehung versetzen. Die Zahnstange hängt an einer
Schnur, welche über eine in der Decke des Pegelhäuschens befestigte Rolle
gelegt ist. Am freien Ende dieser Schnur ist ein Gegengewicht angebracht.
Die Weiterführung der vertikalen Bewegung des Schwimmers, welche bereits
durch Uebertragung auf das Rad in eine drehende umgesetzt ist, geschieht in
folgender Weise, Auf der Axe des Rades, welches wir das Schwimmerrad
nennen wollen, und centrisch mit diesem ist ein kleines Zahnrad, das Ueber-
tragungsrad, befestigt, dessen Durchmesser gleich + des Durchmessers des
Schwimmerrades ist, wenn die Wasserstände n-mal verkleinert aufgezeichnet
werden sollen. In die Zähne des Uebertragungsrades greifen die Zähne einer
zwischen Friktionsrollen gleitenden Stange ein, an welcher eine Hülse zur Auf-
nahme eines Zeichenstiftes angebracht ist, Diesen Stift drückt eine Feder oder
ein Gewicht leicht gegen einen Cylinder, welcher mit einem Papierbogen um-
geben ist und durch eine Uhr gleichmäfsig um seine Axe gedroht wird, Bei
den meisten Fluthmessern macht der Cylinder eine Umdrehung in 24 Stunden,
bei verschiedenen Holländischen jedoch nur eine Umdrehung innerhalb 48 Stunden.
Da die Zahnstange den Drehungen des Uebertragungsrades folgt, zeichnet
der an der Stange angebrachte Stift die Wasserstandsschwankungen auf dem
Papierbogen des Cylinders auf, Der Apparat ist so eingerichtet, dafs der
Cylinder aus demselben herausgenoramen werden kann, wodurch das Aufspannen
| *