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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 14 (1886)

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Kleine Notizen. 
in die des Winters über Ost. Infolge dessen haben die Ost- und Nordküsten 
der beiden Hemisphären eine rechtsdrehende, die West- und Südküsten eine 
linksdrehende jahreszeitliche Bewegung des Windes. 
Bei Untersuchung der monatlichen Häufigkeitszahlen wurden wegen 
mangelnden Beobachtungsmaterials nur die Aufzeichnungen von Berlin und 
Prag herangezogen. Beide Orte zeigten eine ziemliche Uebereinstimmung in 
der Bewegung der Häufigkeitsmaxima der Windrichtungen, Im April ist Ost- 
and Nordost-Wind vorwiegend, im Mai und Juni geht der Wind über Nord 
aach Nordwest und West, im Juli und August nach Südwest; im September 
springt das Häufigkeitsmaximum nach Nordost und Ost zurück und dreht sich 
dann von November bis März in entgegengesetzter Richtung über Südost und Süd 
nach West, 
Im Verlaufe eines Jahres führt demnach der Wind zwei verschiedene 
Drehungen aus; im Sommer bewegi er sich von Ost über Nord nach West, im 
Winter von Ost über Süd nach West, d. h, die Windrichtung vollzieht sich im 
Sinne der täglichen Bewegung der Sonne, Oder im entgegengesetzten Sinne, je 
nachdem die Sonue südlich oder nördlich vom Aequator steht. 
il. Ueber einen aufserordentlichen Gewitterregen im Gelben 
Moere berichtet Herr E. Knipping ia Tokio:!) Der Deutsche Schoner „Faugh 
Balcugh“, Kapt. D. Rüte, befand sich am 8, September 1884 in der Mitte des 
Gelben Mecres, 120 Sm SSO vom Shantung-Vorgebirge, An diesem Tage fiel 
zon 9 45" bis 11° 45” am, begleitet von Donner, cine ganz ungewöhnliche 
Menge Regen, 158 mm in zwei Stunden. Ein Wassereimer, 8°/4 Zoll engl. am 
Boden, ebenso hoch und oben 11'/s Zoll engl. weit, wurde bis zu 8 Zoll Höhe 
zefüllt, woraus sich obige Regenhöhe in Millimetern ergiebt, Der improvisirte 
Regenmesser stand vollständig frei auf dem hohen Hinterdeck, so dafs von den 
Segeln, der Takelage etc. kein Wasser in denselben gelangen konnte; eher ist 
anzunehmen, dafs durch den Wind und die Bewegung des Schiffes noch Wasser 
aus dem nahe bis zum Rande gefüllten Kimer verloren ging. Das Mittags- 
besteck ergab 35,5° N-Br, 128,5° O-Lg. Am 9, September wurde von 9* bis 
11% a. m. in gleicher Weise eine Höhe von 60 mm gemesson; 3'% Zoll engl. im 
Eimer. Das Schiff stand um Mittag nur wenig südlicher als am 8., nämlich in 
35,1° N-Br und 123,6° O-Lg; an diesem Tage wurde Donner und Blitz beob- 
achtet. Die Luftdruckvertheilung über dem Gelben Meere war sehr gleich- 
mäfsig; um 10% a. m, des 8. September wurde beobachtet: an Bord 764 mm, zur 
selben Zeit in Wiadiwostok 763mm, in Shanghai 762 mm. Der Wind Nef an 
diesen beiden Tagen nicht weniger als 6 Mal um den ganzen Kompafs herum, 
in der Stärke 1—4 (B.) Die Wolken zeigten wenig Bewegung, und der 
(ewitterregen war auf ein kleines Gebiet beschränkt, denn die Deutsche Bark 
„Ino“, welche zur Zeit nur 7—8 Sm vom „Faugh Balaugh“ entfernt war, hatte 
nur leichten Regen. Obige allerdings rohe, sonst aber verläfsliche Meldung 
giebt für den 8. also 79mm pro Stunde, Hellmann führt in „Gröfste Nieder- 
schlagsmengen in Deutschland etc.“, Seite 261, 75mm pro Stunde als Maximum 
An, ebenfalls bei einem (Gewitter gemessen. . 
12. Golfstrom-Bestinmung durch Flaschenposten, Von den 
180 Schwimmern, welche, wie wir in dem ersten diesjährigen Hefte der Annalen 
Seite 40 berichteten, Prinz Albert von Monaco und Herr Pouchot un Bord 
der Yacht „L’Hirondelle“ zur Bestimmung des Golfstromes ausgesetzt haben, 
waren nach einer kürzlich erschienenen, von dem vorgenannten Prinzen ver- 
{afsten Broschüre bis zum Februar dieses Jahres 11 Exemplare bei den Azoren 
angetrieben und aufgefunden worden. Die für die Strombestimmung wichtigen 
Daten sind in der folgenden Uebersicht zusammengestellt, Die erwähnte 
Broschüre „Sur le Gulf-Stream. Recherches pour etablir ses rapports avec la 
cote de France. Campagne de L’Hirondelle 1885. Par S. A. le Prince Albert 
le Monaco. Paris, Gauthier- Villars 1886“, enthält einen kurzen historischen 
Abrifs der Forschungen über den Golfstrom, die Beschreibung der 1 Hirandelle- 
Expedition, sowie einige Schlufßsfolgerungen aus den Strecken, welche die 
wiedergefundenen Schwimmer zurückgelegt haben. 
„Met. Zeitschrift“. 1856. Heft A
	        
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