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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 14 (1886)

Kleine Notizen, 
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8. Ueber den Ankerplatz auf der Rhede von Palermo. Sicilien. 
Nach einem Berichte des Kommandanten S. M. S. „Friedrich Carl“, Kapt. 
7, Seo Stempel, empfiehlt es sich, beim Ankern auf der Rhede von Palermo‘) 
nicht den im Segelhdb. B, V: 11 (Mediterranean Pilot), 1885, pag. 382, unter 
„anchurage“ angegebenen, für den Bootsverkehr mit dem Lande allerdings sehr 
günstig gelegenen Ankerplatiz zu wählen, da derselbe, gerade vor der Hafen- 
einfahrt gelegen, letztere beinahe sperrt und das Ein- und Auslaufen der Schiffe 
bedeutend erschwert, S. M. S. „Friedrich Carl“ hatte am 13. Juli d. J. 
auf diesem Platze geankert, wechselte aber denselben, da der Hafenkapitän, 
ohne dirckt um Räumung des Platzes zu ersuchen, auf vorerwährten Uecbelstand 
aufmerksam machte und die auf der Br. Karte No. 169 (Tit. V, No. 114} mit 
einem Anker gekennzeichueten Stellen als gewöhnliche Liegeplätze der Kriegs- 
schiffe bezeichnete. Es wurde darauf südlich der Südmole in folgenden Pei- 
jungen geankert: Molenbatterie-Leuchtthurm in NNW%AW und Gesundheitsamt 
in W9/85, 
Per Hafen von Palermo wird von einer Nord- und einer Südmole ge- 
bildet; er ist nur wenig geräumig und hat eine Tiefe von durchschnittlich 
6 bis 7m. 
9. Geringe Sichtigkeit der Luft im Rothen Meere?) S. M. S. 
„Luise“ traf nach dem Berichte des Kommandanten, Korv.-Kapt. Aschmann, 
im südlichen Theile des Rothen Meeres, welchen das Schiff Ende Juni d. J. 
passirte, so unsichtiges Wetter, dafs das Feuer von Perim, welches 22 Sm zu 
sehen sein soll, erst auf 3,5 Sm in Sicht kam. Diese Unsichtigkeit erstreckte 
sich nur auf die unteren Luftschichten; während der Himmel ganz klar war, 
am Tage die Sonne und Nachts die Sterne leuchteten, schienen die unteren 
Luftschichten so mit Staub angefüllt, dafs man höchstens 3—4 Sm weit sehen 
konnte; besonders dicht hing der gelblich aussehende Dunst über den Gipfeln 
der Berge. Von der sich über 600m erhebenden Insel Zebel Zukur war nur 
die unterste Strandlinie zu sehen; die höheren 'Theilo der Insel waren dem 
Blicke vollkommen entzogen. 
10. Ueber die jährliche Vertheilung der Windrichtungen und 
die Wanderung ihrer Häufigkeitsmaxima hat Herr Augustin?) Untersuchungen 
angestellt, indem er die Beobachtungen von ungefähr 700 Stationen aus allen 
Weltiheilen einer Prüfung unterzogen hat, dabei eine besondere Aufmerksamkeit 
den Küstengebieten schenkend, um den Einfluß der Vertheilung von Wasser 
und Land auf die mit den Jahreszeiten stattfindende Drehung des Windes zu 
bestimmen, 
Die Untersuchungen haben ergeben, dafs die Wanderung der Häufigkeits- 
maxima der Windrichtung auf den meisten Europäischen Stationen derartig 
erfolgt, dafs im Winter südliche, im Frühling östliche, im Sommer nördliche 
and westliche und im Herbste wieder südliche Winde vorherrschen, so dafs im 
vordwestlichen und nördlichen Europa vom Winter zum Sommer eine Drehung des 
Windes entgegengesetzt dem Zeiger ciner Uhr stattfindet, Südrussland und die 
Mittelweerländer ein Gebiet mit positiver jahreszeitlicher Winddrehaug im Sinne 
des Dove'schen Drehungsgesetzes bilden, Aechnliche Verhältnisse greifen auf an- 
deren Erdtheilen Platz; ein besonderer Gegensatz zu den Kuropäischen Verhält- 
nissen zeigt sich in Nordamerika, indem dort die vorherrschende Windrichtung 
im Sommer eine mehr nordwestliche, im Winter eine südwestliche jst und die 
jahreszeitliche Winddrehung im Sime des Zeigers der Uhr erfolgt, so dafs 
letztere hauptsächlich von der Vertheilung des Wassers und Landes und den 
mit diesen zusammenhänge.den Tewperatur- nnd Luftdruckverhältnissen und 
ihren jahreszeitlichen Aenderungen abhängig iat. Bei Umkehrung der Temperatur- 
unterschiede zwischen Land und Meer in den extremen Jahreszeiten geht an 
meridional gestreckten Küsten der beiden Hemisphären die Windrichtung des 
Winters in die Richtung des Sommers über Nord und die Richtung des Sommers 
in die des Winters über Süd, bei west—ödstlich verlaufenden Küsten dagegen 
geht die Richtung des Winters in die des Sommers über West, die des Sommers 
3) „Mediterranean Pilot“, Vol, X, London 1885, Seite 882. 
2) „Red Sea Pilot“, 1833, Seite 3. 
% Berichte der Königl. Böhm, Gesellsch. der Wissenschaften vom 12, März 1886. 
ans. &, Hydr, etc, 1886, jHoft X 
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