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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 14 (1886)

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Kleine Notizen. 
2. Februar nach einer elftägigen Fahrt bis nahe vor den Hafen von Gorontalo. 
Da die Seebriese zu früh aufhörte und kein Ankergrund vorhanden war, trieben 
wir indessen wieder etwas zurück und konnten erst am nächsten Mittage unsern 
Bestimmungsplatz erreichen, Hier wurde das Schiff an einer dem Kaufmann 
gehörenden Brücke vom Heck und Bug aus vertäut, und zwar nach auswärts 
vermittelst Anker und Ketten, nach dem Lande zu vermittelst langer Trossen, 
Nachdem wir den Rest der von New-Castle mitgebrachten Steinkohlen und die 
in Macassar geladenen Güter gelöscht hatten, nahmen wir bis zum 9, März eine 
zum gröfsten Theil aus Kopra bestehende und für Rotterdam bestimmte Ladung 
ein, Während unseres Aufenthaltes in Gorontalo vom 2, Februar bis 11, März 1885 
war der Wind vorherrachend aus N, zuweilen schr steif. Die Seebriese, welche 
pur leicht auftrat, dauerte von 12 Uhr Mittags bis 8 Uhr Abends, Das Klima 
fanden wir gesund und nicht übermäßig warm; nur zur Zeit der Seebriese und 
bei klarem Himmel war die Temperatur am Tage mitunter unerträglich hoch. 
Am 11. März 1885 traten wir die Rückreise an. Auf einige Tage mit 
Mallung folgte in der Nähe der Greykound-Straße frischer NE-Wind, der süd- 
lich von der Straße auf N holte und dann 28 Stunden frisch aus dieser Rich- 
tung wehte. Wir gelangten damit in ‚die Boeton-Passage. Zwischen Boeton und 
Salayer setzte frischer Westmonsun ein, der aber nicht lange anhielt, sondern 
bald flau und oft wieder von Windstillen unterbrochen wurde. Wir kreuzten 
damit westwärts bis Celebes vorbei. Hier holte der Wind am 24 März früh 
Morgens südlich und später auf SSE bis SE, bei klarem Wetter. Bei dem 
Winde steuernd konnter; wir gerade die Lombok-Strafse anholen. Am 27, März 
segelten wir in dieselbe ein, Wir fanden hier einen südlich setzenden 
Strom von 3 bis 4 Kon, und war es uns deshalb, trotzdem wir den Wind ent- 
gegen hatten, möglich, schon am nächsten Tage gegen Mittag die Durchsegelung 
zu vollenden. Die ganze Dauer der Reise von Gorontalo bis zum Indischen 
Ocean betrug mithin nur 17 Tage. 
ul. Flaschenpost. a) Herr Ponchet, welchem von dom Munieipal- 
Ratlı von Paris eine Summe zu einer Reise oder wissenschaftlichen Forschungen 
auf den Azoren überwiesen wurde, hat dieselbe zu Strombestimmungen im 
Atlantischen Ocean bei der genanuten Inselgruppe benutzt, und zwar‘ durch 
Treibenlassen von schwimmenden Gegenständen, Der Prinz Albert von 
Monaco stellte für diese Expedition seine Yacht „Z’Hirondelle“ zur Verfügung 
und uvahm selbst daran Theil. Die als Schwimmer benutzten Gegenstände wurden 
mit besonderer Sorgfalt zugerichtet; außer 150 gewöhnlichen Flaschen kamen 
10 kupferne Kugeln und 20 Holzfässer zur Verwendung, Die Flaschen wurden 
durch einen mit Kautschuk bekleideten Stöpsel geschlossen. Die Kugeln be- 
standen aus zwei Hälften, welche über einem Kautschukring mit einander ver- 
schraubt waren und zwar durch recht sichtbare Schrauben, um den Finder zum 
Oeffnen derselben zu veranlassen. Die 20 16-Liter-Fässer wurden in Tanton- 
ville nach dem Modell der Bierfässer angefertigt, mit besonders starken Daubeon, 
eisernen Bändern und inwendig getheert. Um die Aufmerksamkeit der Finder 
beim Oeffnen zu fesseln, wurden sie mit Hafer gefüllt. Jeder dieser Schwimmer 
erhielt einen Zettel mit folgenden Worten: 
Dans le but conseiller les courants de lea mer, avec l’aide du conseil 
municipal de la ville de Paris, ce papier a €t6 jet€ & la mer par les 80ins 
de S, A. le prince hereditaire de Monaco & bord de son yacht l’Hirondelle et 
en sa presence. Toute personne, qui trouvera co papier, est prige, de le faire 
parvenir aux auforites de son pays pour &tre transmis &u (jouvernement 
frangais, en indiquant avec le plus de details possible le lieu, la date et les 
eirconstances ol ca papier aura €EtE retirouvG, 
Signe: Albert, prince hereditaire de Monaco, 
G. Pouchet, professeur au Museum de Paris, 
Es folgt eine Uebersetzung in Deutscher, Russischer, Norwegischer, 
Dänischer, Englischer, Holländischer, Spanischer und Portugiesischer Sprache, 
Jeder Zettel trägt eine Nummer und ist aus einem Stammregister losgelöst, um, 
wenn nöthig, seine Echtheit konstatiren zu können; er ist in einer über der 
Lampe zugeschmolzenen GHasröhre eingeschlossen, und zwar 80, dafs man seine 
Nummer Iesen und erkennen kann, dafs er in verschiedenen Sprachen ge- 
schrieben iet. Der Verschlufs der kupfernen Kugeln und Fässer ist mit der
	        
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