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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 14 (1886)

Vermeidung von Kollisionen. 
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Farbenblindheit Irrthümer ausschlielst, so sind verschiedene Systeme von nicht- 
farbigen Lichtern vorgeschlagen worden, aber alle trifft der Einwand, dals, 
wenn zufällig eines dieser Lichter verlöscht oder wenn eine zu einem andern 
Zweck gebrauchte Kugellaterne oder irgend ein anderes weißes Licht vom 
Schiffe aus gesehen wird, hierdurch eine Verwechselung verursacht werden 
kann, die ihrerseits eine Kollision zur Folge haben kann, 
Ferner ist vorgeschlagen worden, die Seitenlichter mit dem Topplicht 
in einem aufrecht stehenden, querschiffs liegenden, gleichseitigen Dreieck zu 
bringen; aber entweder muß das Topplicht sehr niedrig oder die Seitenlichter 
müssen auf Ausbauten angebracht werden, sonst ist dieses System nicht durch- 
zuführen, — Ich möchte noch hinzufügen, dals mit diesem System auch noch 
nicht viel gewonnen wird, weil nur in der Richtung querab durch die bestimmte 
Form „Seitenlicht unter Topplicht“ für den Kurs des betreffenden Dampfers 
Anhalt geboten wird, 
Auch auf den von mir im März 1883 gemachten Vorschlag, den ich oben 
wörtlich wiedergegeben habe, weist Commander Hoff mit folgenden Worten 
hin: Another method is, to have the mast-head light carried 80 far aft of the 
side-Jlighis that when the ship presents a beam view, 2% line passing through 
the mast-head light and one of the side-lights makes an angle of 45° with the 
horizon, and when the eye of the observer is four points on the bow the mast- 
head light is right over the side-light. The plan, if it were practieable, would 
be falrly good, but generally vessels are 80 sparred and rigged that it canot 
be done. 
Ich glaube kaum, dafs dieser Einwand stichhaltig ist. Ich habe mich 
dieser Tage wiederholt bei Dampforn von allen möglichen Dimensionen über- 
zeugt, dal der Placirung der Seitenlichter zum Topplicht in einem Winkel 
von 45° nennenswerthe Schwierigkeiten nicht im Wege stehen; bei kleinen 
Dampfern, die keine Toppsegel oder Marssegel führen, und die theilweise ihre 
Topplichter jetzt schon an einem eisernen Galgen vorne an der Kappe des 
Untermastes sitzen haben, am wenigsten, denn hier würden die Seitenlichter 
ungefähr 6 bis 9m vom Vorderende, allen Fährlichkeiten des Ankergeschirrs 
und der Vordersegel aus dem Wege, ihre Position erhalten können, Aber 
auch bei den grofsen Dampforn, und insonderheit bei denen mit einem ÖÜber- 
deck, macht es durchaus keine Schwierigkeit, diesen Winkel zwischen Seiten- 
licht uud Topplicht herzustellen. 
Einige dieser Dampfer haben ‚sogar schon jetzt ihre Leuchtthürme in 
der annähernd richtigen Stellun . 
Nun geht Mr. Hoff auf die Anbringung von zwei Seitenlichtern über 
und hält dafür, dafs die Vortheile von zwei Seitenlichtern die Nachtheile dieses 
Systems überwiegen; er prüft dann in sachgemäfser Weise die verschiedenen 
Vorschläge in dieser Richtung, zuerst dasjenige von Kapitän von Littrow. 
„Einer der Ersten, welche das System von zwei Seitenlichtern vor- 
geschlagen, war Kapitän von Littrow. Keines seiner Lichter sollte achter- 
licher als dwars scheinen. Ein vorschriftgemäfßses farbiges Licht sollte @#n jeder 
Seite von vorne bis querab scheinen, und zu diesem kommt an jeder Seite 
ein zweites Seitenlicht von derselben Farbe, welches über einen Winkel des 
Horizontes von 4 Strichen leuchten soll, nämlich von 4 Strich von vorne bis 
querab. Dieses zweite farbige Licht ist soweit als möglich nach hinten an- 
zubringen, Alle vier Seitenlichter Megen in einer horizontalen Ebeno (Fig. 1). 
Es ist ersichtlich, dafs der Schiffskurs nach diesem System auf 4 Striche 
erkannt werden muß, Wonn nur ein Licht sichtbar ist, 80 ist der Kurs des 
Schiffes entweder direkt auf uns gerichtet, oder er weicht bis zu 4 Strichen 
von dieser Richtung ab; wenn aber beide Lichter sichtbar sind, dann ist die 
Abweichung von der erstgenannten Richtung eine gröfsere, und zwar zwischen 
4 und 8 Strichen. 
Der Nachtheil aber liegt darin, dals, wenn die Lichter soweit als möglich 
auseinander liegen, ein langer Dampfer für einen Dampfer und ein dahinter sich 
befindendes Segelschiff angesehen werden kann,“ 
Derselbe Vorwurf trifft mehr oder minder alle Doppellichter-Systeme, 
wie wir später gehen werden, auch das von Mr. Hoff vorgeschlagene. 
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