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Vermeidung von Kollisionen,
Segelschiffen ist das etwas Anderes, denn diese sind durch den Wind theilweise
an bestimmte Kurse gebunden, wenigstens ist dieses bei Schiffen der Fall,
welche bei dem Winde segeln,
Dampfer aber steuern alle möglichen Kurse und geben gar keinen Anhalt,
um durch die Stellung von Topp- und Seitenlichtern zu einander auf ihre Kurse
zu schliefsen. Es ist nicht möglich, sich hierin Uebung zu verschaffen, weil die
Seitenlaternen bei den Dampfern zu verschieden placirt werden; bei dem einen
sitzen sie auf der Back, bei den anderen auf der Brücke oder wohl gar hinten;
ein Schiff ist lang, das andere kurz, und stets ist die Stellung der Seitenlichter
zu dem Topplichte eine andere,
Mein Vorschlag geht nun dahin, hierin Wandel zu schaffen, um aus der
Stellung der Seitenlichter zum Topplichte Schlüsse auf den etwaigen Kurs des
anderen Dampfers zu ermöglichen.
Natürlich würde ein einseitiges Vorgehen von Seiten Deutschlands wenig
nützen, aber die Sache ändert nichts an den allgemeinen Vorschriften zur Ver-
hütung von Kollisionen und ist so einfach, dafs eine allgemeine Aunabme der-
selben nicht schwer zu ermöglichen sein wird.
Man placire die Seitenlichter zum Topplicht in einem Winkel von 45°
vorne auf der Back, und man hat fast immer einen Anhalt, woraus sich schliefsen
Jäfst, welchen Kurs die Schiffe steuern. Dieser Placirung gegenüber werden
praktische Bedenken kaum angeführt werden können; ferner ist sie auf allen
Dampfern ausführbar, sie mögen grofs oder klein, lang oder kurz, breit oder
schmal sein, weil man die Seitenlichter vorne anbringen kann, wo es am besten
paßt, und mit dem Topplicht dann ein Winkel von 45° leicht herzustellen ist.
Das Loth vom Topplicht trifft die Mittsehiffslinie, und diese soll mit der
Linie, die vom Fuße des Loihs zu den Seitenlichtern führt, einen Winkel von
45° bilden,
Es ergeben sich aus dieser Stellung äufserst einfache Regeln. Nach dem
hetreffenden Artikel aus der Kaiserlichen Verordnung soll derjenige Dampfer,
der den andern an seiner Stenerbordseite hat, ausweichen, Es ist nun unsere
Aufgabe, festzustellen, wo und wie sollen wir ausweichen,
L Hat man bei der von uns empfohlenen Stellung der Lichter an Steuer-
bord das rothe Licht rechts vom Topplicht, so ist der Kurs des andern
Dampfers bis zum Kreuzungspunkt länger als der unsere, und wir können
vorüber Ka) Ausgenommen ist der Fall, wenn die Lichter in angegebener
Stellung, roth rechts vom Topplicht, recht voraus bis zu Z Strich nach Steuer-
hord sichtbar werden; in diesem Fall müssen wir hinten herum.
I. Sieht man roth recht unter dem Topplicht bis 4 Strich von vorne
ab, so ist die Kurslinie des andern Dampfers kürzer, bei 4 Strich gerade 80 lang
und von 4 bis & Strich läuger als die unsere bis zum Kreuzungspunkt; wir
wissen also, was wir in jedem dieser Fälle zu thunm haben.
{IX. Liegt roth links vom Topplicht, so muls man hinten herum, weil
dann unsere Kurslinie länger ist, als die des andern Dampfers, nur wenn man
diese Lichter querab hat und auch noch etwas nach vorne, kann man möglicher-
weise rorüber kommen.
Natürlich muß steis in Betracht gezogen werden, dals verschiedene Fahr-
geschwindigkeit die Sache ändert, aber auch dieses ergiebt sich dann schnell
aus der Aenderung der Stellung von Topp- und Seitenlicht zu einander.
Da nun in neuerer Zeit in England die Frage nach der Zweckmäfsigkeit
ron zwei Seitenlichtern wieder lebhaft diskutirt worden ist, so möchte ich jetzt
Auf obigen Vorschlag wieder zurückkommen,
Im Heft 33 der „Proceedings of the United States Naval Institute“ von
1885 befindet sich ein vortrefflicher Aufsatz über denselben Gegenstand von
Commander W. BB. Hoff, U. 8. N., den wir hier, ehe wir auf unsern Vorschlag
selbst näher eingehen, im Auszug wiedergeben wollen.
Commander Hoff erwähnt zunächst die einzelnen schon früher gemachten
Vorschläge, indem er ungefähr Folgendes anführt: Da bekanntlich die weißen
Lichter weiter sichtbar sind als die farbigen, und ihre Auwendung bei etwaiger
eiche Fahrgeschwindigkeit wird hier vorausgesetzt