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Chronometer-Prüfung zu Kiel im Winter 1885—36.
ist daher ihre Verwendung für die Zwecke der Schiffahrt zu empfohlen. Die
relativ niedrige Stellung dieser Instrumente ist zum groöfsen Theile, abgesehen
fon einer nicht erheblichen Acceleration bei No. 15, wohl auf den Einflufs
einer nicht in allen Temperaturen gleichmäfsig wirkenden Kompensation zurück-
zuführen. Immerhin sind es recht brauchbare Instrumente, und es mag hier mit
Befriedigung konstatirt werden, dafs der höchste Betrag der Gröfso A +4 2B
in diesem Jahre kleiner geblieben, als bei irgend einer der vorher-
gehenden Prüfungen,
Hamburg, den 10. Mai 1886.
Der Vorstand der Abtheilung IY der Seewarte,
Georg Rümker,
Direktor der Sternwarte,
Bericht über die im Winter 1885—86
auf dem Kaiserlichen Chronometer-Observatorium zu Kiel
abgehaltene Prüfung von Marine-Chronometern.
Im Aufang des Oktober 1885 wurden von den Uhrmachern Bröcking
in Hamburg vier und von Ehrlich in Bremerhaven zwei Chronometer dem
Obserratorium zur Untersuchung übersandt. Die beobachteten täglichen Gänge
sind folgende:
Bröcking
1105
Hülfs-
komp. £
Wärme_
Sek Sek Sek : Sek
—0,65 | +087 +268 ' +0,31
0,98 +013 +255 —032
—0584 — 004 +1,95 —=— 005
— 0,86 | —0483 +124 +0,33
—083 4085 +0,87 =—0,48
— 151 —— 0,54 +0,53 — 1.11
-— 157 ++4106 +0,72 —1,30
— 210 —0,32 +151 —025
AU — 0.60 +1,35 -—159
— 165 +0,21 +105 — 0,78
—1,88 +0,06 +0,57 —0,98
—1,52 | — 0,26 0.16 —125
— 1,60 | — 0,24 -— 0832 —1,26
—202 1 4020 —0,79 — 0,94
216 | 024 — 0,483 —2,M
— 1,7 40,62 +0.26 —140
914 4,022 9,02 |_— 1,38
—_—- 1. 1 al, 4 ad 14,5 34,2 23,7
B=' 45 | 67 | 35 | 18,9 | 7A 183,4
AO B= | 213 251 | 34,7 42,3 49.0 50,5
Art der Kompensation
4 mp. ss
1885 Okt. 11 bis Okt, #1 15,3
"1, „ 31 164
„ Nov. 10 2835
» » 20 309
.„ =» SU 255
„ Dez. 10 20,4
2 ©) 165
„= f 9
‚ Jan. * 55
1 53
» 2 59
Febr. 8 15,1
»„ 18 208
» » 283 250
„ März 10 29,7
» 2 20 151
» m 80 18"
Anril @ 4195
Bei jedem der Chronometer ist eine deutliche Acceleration im Gange zu
bemerken, wogegen eine merkliche Abhängigkeit von der Temperatur nicht
hervortritt, Es dürfte vielleicht zweckmäfsig sein, bei dieser Gelegenheit zu
bemerken, dafs in solchen Fällen, wo der Einfluß der Temperatur auf den
Chronometergang gering ist, zwar meistentheils die Temperatur-Ko&fficienten