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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 14 (1886)

Konkurrenz-Prüfung von Marine-Chronometern im Winter 1885—86. 443 
einer neben der Boje liegenden Lansche standen, die ebenfalls von Tonala mit- 
gebracht wurde, die einzelnen Balken vom Lande durch die Brandung zu sich 
heran zogen und hier zu einem Flofs vereinigten. Letzteres wurde mit einem 
Boot längsseits des Schiffes bugsirt, Wenn das Schiff beladen ist, müssen 
Lansche und Boje wieder nach Tonala geschafft werden. 
Nachdem die Boje an ihren Platz gebracht war, verankerten wir unser 
Schiff so, dafs es gut von derselben freischwaien konute, nicht weit won der 
Barre und vor dem Fingange zur Lagune, welche mw. NzW peilte, Tonala, 
welches von San Marco in Sicht ist, peilte von unserm Ankerplatze mw, N 62° W, 
Nach guten Beobachtungen und vorausgesetzt, dafs die Angaben des 
Amerikanischen Kapitäns über die Lage von Tonala richtig sind, befndet sich 
der Ankerplatz von San Marco auf 15° 54‘ N-Br und 93° 44‘ W-Lg. Der 
Hafenmeister von La puerta de Tonala hat mir indessen mitgetheilt, dafs das 
Amerikanische Vermessungsschif zur während einer Stunde, an einem Nach- 
mitiage, dort anwesend gewesen sei, und dürfen deshalb die obigen Ortsangaben 
vielleicht nur als angenähert richtig angesehen werden, KEs wäre daher im 
Interesse der Handelsschiffe sehr wünschenswerth, wenn einmal die Küste hier 
genau aufgenommen würde, vielleicht durch ein Deutsches Kriegsschiff, da die 
meisten der hier verkehrenden Handelsschife Deutsche sind. 
In San Marco befanden sich vier Hütten für den zeitweiligen Aufenthalt 
von Arbeitern, und aufßser diesen waren zur Zeit unserer Anwesenheit zwei 
Zelte aufgeschlagen, für die Ablader und Zollwächter. 
Die Norder erreichen selten San Marco, doch hatten wir mehrmals 
frischen Wind und eine kurze, hohe See von NW, W und SE, Das Landen 
war fast nur mit Lauschen ausführbar. Das Wetter war vorwiegend schön, 
Gegen Mittag kam gewöhnlich die Seebriese von S bis SW, W und NW durch, 
und von 6* p. m. wehte in der Regel leichter Landwind aus N bis NE. 
Bei Windstille machte sich der regelmäfßsige Fluth- und Ebbestrom nach 
und von der Lagune auf unserm Ankerplatze fühlbar; für gewöhnlich aber 
setzie der Küsteustrom, ebenso wie auf dem Ankerplatz bei Tonala, nach 
mw. WNW. 
Frischen Proviant kann man in San Marco nicht erhalten, und das Trink- 
wasser ist daselbst brackig. 
Am 31. Dezember 1884 verliefsen wir um 3" a, m. mit leichter Land- 
briese unsern Ankerplatz bei San Marco, um nach Acajutla zu segeln und dort 
unsere Wasserfässer zu füllen, weil, wie schon bemerkt, das Trinkwasser in 
San Marco brackig ist. In Tonala jet wohl gutes Trinkwasser vorhanden, aber 
da hier ein Schiff in Ladung lag, standen uns weder Arbeiter noch Lanschenp 
zur Verfügung, 
Am 7, Januar 1835 um 10'4* a. m. ankerte „Malinche“* vor Acajutla auf 
144m (8 Fad.} Tiefe, die Landungsbrücke in N0zO und KRemedios Point in 
mw. 5850240. Leider konnten wir aber auch hier kein Wasser bekommen; wir 
gingen deshalb um 3 p. m. wieder unter Segel und erreichten am folgenden 
Tago um 4* » m. La Libertad, woselbst anf einer Tiefe von 12,6 m (7 Fad.) 
zeankert wurde, Hier endlich gelang es uns, wenn auch gegen einen hohen 
Preis, unsern nöthigen Bedarf an Trinkwasser zu decken. Darauf wurde am 
11. Januar 1885 die Reise nach Hamburg angetreten. 
Am Tage wehte zu La Zibertad frische Seebriese von KESE und SE, 
welche eine unruhige See schuf, des Nachts mälßsiger Landwind von N.“ 
Bericht 
über die neunte auf der Deutschen Seewarte im Winter 1885—86 
abgehaltene Konkurrenz-Prüfung von Marine-Chronometern. 
An der in Gemäfsheit der von dem Herrn Chef der Admiralität unter 
dem 2. Dezember 1875 erlassenen Instruktion für die Deutsche Seewarte, inner- 
balb der Tage vom 6. Oktober 1885 bis zum 4. April 1886 in der dem Direktor 
Ass. 3. Mydı, wi0., 1886, Heft X.
	        
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