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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 14 (1886)

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Reisebericht der Deutschen Bark „Speculant“, 
Ince Point, Wednesday-Insel. Wir fanden keine Schwierigkeit, von dem NW- 
Riff frei zu bleiben, und wurde uns dies besonders dadurch erleichtert, dafs die 
Bake auf demselben von der letztgenannten Peilung aus in Sicht war, Das Riff 
war von Deck aus in seiner ganzen Ausdehnung zu erkennen. Nachdem ZAnce 
Point passirt war, holte der frische Wind allmählich östlicher, und als Hammond 
Rock um 4* p.m, erreicht wurde, wehte es mit der Stärke 6—7 aus E. Als 
die Bake auf dem NW-Riff NNW peilte, erblickten wir auch schon diejenige 
auf Zpr-Riff, einen röthlich schimmernden Mast, mit einem daran befestigten 
Dreiecke, dessen eine Spitze nach oben gerichtet ist, Die Klippen auf dem 
Ipili-Riffe ragten aus dem Wasser hervor. Mittelst guter Peilung von Hammond 
Kock und der Hawkesbury-Insel, welche beide als vorzügliche Peilobjekte dienen, 
legten wir unseren neuen Kurs fest, wobei wir uns etwas näher bei dem Zpik- 
Riffe hielten, als für gewöhnlich empfohlen wird. Swunk-Riff ist von uns nicht 
gesehen worden, 
Kurze Zeit nachdem Hammond Rock passirt war, kam die schwarze Boje 
auf Harrison Rock in Sicht. Bei Goode-Insel lagen mehrere zweimastige Fahr- 
zeuge vor Auker, Der Signalist auf dieser Insel fragte nach dem Namen unseres 
Schiffes, woher wir kämen und wohin wir gingen, worauf er uns, nachdem 
wir seine Fragen beantwortet hatten, glückliche Reise wünschte. Als /pili-Bake 
0'%8 peilto, hielten wir mehr nach der Nordseite des Fahrwassers hinüber, so 
dafs die Bojo auf Harrison Rock um 5% p.m. in einem Abstande von zwei 
Schiffelängen auf Stenerbord passirt wurde. Moneta Shoal haben wir nicht in 
Sicht bekommen. Westlich von der letztgenannten Boje kreuzten zwei Gaffel- 
schoner, Larpent-Bank konnte von der Marsras am der darauf stehenden 
Brandung erkannt werden. Um 7'4* p.w. peilten wir die Booby-Insel S*40 
in 4 Sm Abstand, uud war somit die Zorres-Straße nach einer 20tägigen Reise 
von New-Castle durchsegelt. Zur Zurücklegung der Strecke von Bramble Cay 
bis Booby-Insel benöthigten wir 1914 Stunden, wobei die Zeit, während welcher 
das Schiff vor Anker lag, nicht mit in Rechnung gebracht ist. Die Fahrzeit 
für die einzelnen Abschnitte der Torres-Straßse erhellt aus der folgenden 
Zusammenstellung: | 
Bramble Coy passirt den 19, um 
Stephen-Insel ”» » » 
bei Arden-Insel geankert „  » 
» m Anker auf „ 20. 
Booby-Insel passirt » » » 
10° 30” &.m., 
2k 30” p.m., also nach 4,0 Stunden 
öh 0° n „ 35 » 
7 15” a. m. 
ES „ 1175 
Zusammen also nach 19,25 Stunden. 
Bei gehöriger Aufmerksamkeit seitens des Seemannes bietet die Durch- 
segelung des Großen Nordost- Kanals der Torres-Strafse keine sonderlichen 
Schwierigkeiten. Sollte man den Wind auch manchmal nicht raum genug haben, 
um Kurs steuern zu können, so hat man doch überall Platz zum Kreuzen. 
Durch gute Kreuzpeilungen läfst sich jederzeit der Schiffsort mit Genauigkeit 
festlegen. Zur Zeit des SK-Monsuns ist daher diese Route für Schiffe, die nach 
Indien bestimmt sind, nur zu empfehlen. Ein guter Ausguck von der Mars- 
oder Bramraa ist natürlich unentbehrlich, 
ILL Die Verhältnisse auf der Rhede von Banjoewangie 
und die Durchsegelung der Bali-Strafse. 
Nach einer Reise ab New-Castle von 40 Tagen ankerte „Speculant“ um 
3'/s* p. m. den 9, September 1884 auf der Rhede von Banjoewangie. Dieselbe 
bat in Nord--Süd-Richtung eine Ausdehnung von 1 Sm, und an beiden Enden 
befinden sich Untiefen, die aber durch Bojen erkennbar gemacht sind. Die 
beiden Untiefen an der Nordseite der Rhede sind .je durch eine weifßse spitze 
Boje mit cinem Ball, die an der Südseite durch Bojen von gleicher Form wie 
die obigen, aber mit einem schwarzen Anstrich, gekennzeichnet. In der Mitte 
zwischen den schwarzen und Weilsen Bojen ist die Innenrhede, auf welcher 
über Sandgrund die Wassertiefe 20 bis 25m (11 bis 14 Fad.) beträgt. Der 
Flaggenmast beim Fort peilt von dort West, Für Schiffe, welche hier für 
Order anlaufen, empfiehlt es sich, nicht die Innenrhede aufzusuchen, sondern 
aufserhalb der Verbindungslinie der am weitesten vom Lande entfernt liegenden
	        
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