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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 14 (1886)

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nahezu gleichen Anblick wie bisher. Hochland war auf der Fahrt und auch 
ron der Ansiedlung aus nicht sichtbar geworden. 
An Thieren waren während der Fahrt zwei Krokodile, zahlreiche weile 
Reiher, Tauben und andere Vertreter der reichen Vogelfauna bemerkt worden. 
Sehr grofs scheint der Fischreichthum, besonders von Aalen, Die Eingeborenen 
hatten mit ihren primitiven Fischspeeren deren viele gefangen und boten sie, 
theils lebend, theils geräuchert, zum Tausche, Auf der Rückfahrt wurde die 
Flufsmitte gehalten und fortgesetzt gelothet, Bei der Ansiedlung fanden sich 
12 m Wasser; abwärts wechselte die Tiefe von 14 bis 20m. Der Flufs ist von 
Ufer zu Ufer tief und, so weit sich wahrnehmen liels, ohne Sandbänke; kleine 
[nseln, welche das Hochwasser vom Schilfufer abgerissen hatte, trieben strom- 
abwärte, dagegen zeigte sich wenig Treibholz. Die Mündung hat keine Barre, 
wohl aber seichte Sandbänke an beiden Seiten, mit einem Kanal dazwischen, 
in welchem 27m Tiefe gefunden wurden. 
Nach dem Ergebnisse der Rekognoscirung scheint es, dafs der Kaiserin 
Augusta-Flufs auch bei normalem Wasserstande weit hinauf mit Dampfkraft 
befahrbar ist, so dafs er einen wichtigen Zugangsweg in das Iunere des Landes 
darstellt, von welchem die Errichtung von inneren Stationen zunächst angänglich 
sein wird. !) 
Reisebericht der Deutschen Bark „Speculant“. 
Aus dem Reiseberichte des Kapt. 0. Kampehl, Führer der 
Deutschen Bark „Speculant“. 
{Mittheilung von der Deutschen Seewarte.)%) 
J. Ueber Brisbane an der Ostküste von Australien 
haben Kommandanten von Schiffen der Kaiserlichen Marine sowie Kapitäne 
von Kauffahrern, die diesen Hafen besuchten, in den „Ann, d. Hydr. etc.“ 
schon verschiedentlich Berichte erstattet. Ich möchte denselben jedoch noch 
Einiges hinzufügen, was besonders für Segelschiffe von Nutzen sein kann. 
Sollte man vom Kap Moreton-Leuchtthurme durch Signale erfahren haben, 
dafs kein Lotse mehr zu haben ist — es sind nur fünf Seelotsen vorhanden —, 
so steuere man, wenn man den Wind südlicher als ESE oder westlicher als 
NNW bat, um Kap Moreton herum und ankere unter Moreton Jsland, Yellow 
Point in SO, ungefähr 1 bis 1’/3 Sm vom Strande entfernt. Sobald als angängig 
wird dann ein Lotse an Bord kommen. 
Für ausgehende Schiffe wird die Richtung und Stärke des Windes aufser- 
halb des Kap Moreton von der dortigen Lotsenstation durch die bekannten 
Flaggensignale angezeigt, welche an einem daselbst befindlichen Flaggenmaste 
aufgeheifst werden. Gieichzeitig wird der Zustand der See durch folgende an 
der Rasa aufgeheifste Signale gemeldet. Es bedeutet: die Flagge W „OÖ, ruhige 
Seo“, Q „1, leichte See“, S „2, mäfßsige See“, J „3, beträchtliche See“, L „4, 
hohe See“, V „5, sehr hohe See“ und N „6, schwere See“, 
Das Feuerschiff bei der Barre ist eingegangen und durch ein auf eisernen 
Pfählen gebautes Leuchthaus ersetzt. Von hier aus wird der Wasserstand in 
dem Kanal, der über die Barre führt, beständig signalisirt. Schiffe mit einem 
Tiefgange von 5,6m (18,5 Fufs) können gegenwärtig die Stadt erreichen. 
Beim Abschlusse einer Fracht nach Brisbane sollte man stets in Kr- 
wägung ziehen, dafs man beim Löschen der Ladung sehr langen Aufenthalt zu 
gewärtigen hat, wenn nicht eine bestimmte Anzahl Liegetage in der Chartepartie 
festgestellt ist. In Brisbane befinden sich an der Nordseite des Flusses sieben 
Werften, die sämmtlich Kaufleuten gehören, welche gleichzeitig Agenten der 
vielen hier einlaufenden Dampfer sind. Die Wassertiefe variirt au diesen 
Werften von 3.9 bis 5.7 m (13 bis 19 Fuß). Der Boden ist ganz weicher Mudd, 
4) Nach neuerer Nachricht hat auch der Landeshauptmann von Kaiser Wilheilme-Land, Viee- 
Admiral a. D. Freiherr von Schleinitz, den Kaiserin Augusta-Flufs befahren und ihn bis zum 
142° östlicher Länge schiffbar befunden, 
% Siehe auch diese Annalen, Jahrgang 1883, Seite 353 
Anc. d, Hydr. ete.. 1886, Melt X.
	        
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