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Kleine Notizen.
yekenterten Schiffes oder eines todten Wals, Die Oberfläche der Scholle war
vollständig von Vögeln besetzt. Wir passirten dieselbe in einer Entfernung
von etwa !/s Sm. Die Vögel gaben uns diesmal das Signal „palst auf“; wäre
dies nicht gewesen, und hätte die Scholle recht im Kurse des Schiffes getrieben,
so hätte bei mangelhaftem Ausguck leicht ein gefährlicher Zusammenstofs er-
folgen können. Die Wassertemperatur erlitt keine wesentliche Aenderung und
deutete keineswegs auf die Möglichkeit eines Zusammentreffens mit Kis hin.
Sie stieg von 8,3° um 8& a. m, auf 8,6° C.. um 12* m.
Am folgenden Tage passirten wir um 8 a.m., auf 42° 20‘ S-Br und
46° 40 O-Lg, wieder mehrere kleine Eisschollen von der Gröfse eines Bootes.
Diesmal waren keine Vögel oder Fische in der Nähe derselben. Die Temperatur
der Meeresoberfläche veränderte sich nur von 8,8° um 4" a,m. auf 8,3° C. um
8h a. m. und hielt sich in letzterer Höhe bis 12* m.“
6. Hafen von Mogador, Westküste von Marokko. („Hydrographische
Nachrichten“ No. 45/295, Pola 1885). Nach einer Mittheilung des Komman-
danten des Oesterreichisch-Ungarischen Knbts. „Albatros“, Korv.-Kapt. Arthur
Müldner, liegt der günstigste Ankerplatz im Hafen von Mogador') in folgenden
Peilungen:
NO-Batterie der Insel Mogador, in. . .. SWzZW7/W
Sanctuary Sidi Mogodol, In. 2.0.0000 4 8 4 ke u SOYLO
Zerstörte Batterie am Festlande südlich der Insel Mogador, in SW.
Im Hafen liegt das Schiff gegen alle Winde, mit Ausnahme des West und
SW geschützt, wenn es auch dem Seegange des Oceans immer ausgesetzt bleibt
und daher mitunter heftig rollt.
Bei längerem Aufenthalte ist es rathsam, sich mit zwei Ankern, Nord
and Süd zu vertäuen.
Im Winter, d. i. vom Oktober bis April, muß man bereit sein, bei hef-
tigen westlichen Winden den Hafen verlassen zu können. ;
(Peilungen rechtweisend.) |
7. (D.S.) San Juan del Sur an der Pacifischen Küste von Nicaragua,
Centralamerika. Kapt. Beenke, vom Schiffe „Gemma“, berichtet: „Dieser
Hafen ist sehr klein und hat nur Raum für zwei oder drei Schiffe, aber gut
haltenden Ankergrund auf einer Tiefe von 5 bis 11m (3 bis 6 Fad.). Von
Süden kommend, hält es sehr schwer, die kleine Bai zu finden, und man muls schon
nahe vor derselben stehen, um sie ausmachen zu können; besonders auch aus
dem Grunde, weil die Stadt, die eben innerhalb des die Mündung der Bai be-
renzenden südlichen Kaps liegt, durch letzteres verdeckt wird. Auch der
Loxchithaum auf diesem etwa 150m (500 Fufs) hohen Kap ist, da er zwischen
Bäumen steht, von der See aus schwer zu erkennen. Der Thurm ist ein weifs
angestrichenes Holzgerüst und trägt ein weißes festes Feuer, das aber wohl
nicht größer als eine gewöhnliche Ankerlaterne und bei klarer Luft etwa 8 Sn
weit sichtbar ist, Auf unserm Ankerplatz in der Mündung der Bai, zwischen
den beiden äufseren Vorgebirgen, auf einer Wassertiefe von 16,2 m (9 Fad.) war
das Feuer verdeckt.
Der Wind ist vorherrschend von NE, recht aus der Bai heraus, und ist
in See zu gehen.deshalb in der Regel leicht. Lotsen sind in San Juan del Sur
nicht vorhanden. Das Löschen geschieht vermittelst Leichter; die Waaren
werden an einer Brücke nahe beim Zollhause gelandet. An Proviant ist außer
Fleisch im Preise von 1 Real pro '/ kg nichts zu haben. Die Unkosten eines
Schiffes bestehen in Tonnen- und Feuergeld und belaufen sich auf 10 Cts. für
die Rog.-Tonne.
ie für La Libertad und Acajutla angegebenen Leuchtfeuer brannten
während meiner Anwesenheit daselbst nicht.“
5. (D. S) Durchsegelung der Allas-Strafse. Von Kapt. F. Gille,
Schiff „Pax“.?*) „Auf unserer Reise von Hamburg nach Wei-hai-wei standen wir
am 3. April 1884 vor dem südlichen Eingange zur Allas-Strafse und peilten um
4 p.m. die SW-Spitze der Insel Lombok mw. NW'AN und die Spitze Ringe
(Insel Sumbawa) N0!20. Um 8° p.m. peilten wir dieselben Landspitzen NW
‘} „Africa Pilot“, Vol, X, 1880 (VI 8) pag. 61 u. 62.
7 Siehe auch diese Annalen Jahrgang 1883, S. 198 u. S. 324.