Ann, d. Hydr, ete., XIV. Jahrg. (1886), Heft X.
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Die Cyklonen im westlichen Australien
am 7.—8. März 1882 und am 22.—265. Januar 1879.
(Mittheilung von der Deutschen Seewarte,)
A. Den „Metcorological Öbservations made at the Adelaide Observatory and
other places in South Australia and the Norihern Territory during the year 1882
under the direction of Ch. Todd“ (S, 55) entnehmen wir folgende interessante
Beschreibung einer Cyklone im tropischen Australien; es liegen in der Literatur
nur sehr wenige Nachrichten über die Stürme dieser Gegenden vor,
„Im Beginn des Monats März 1882 war das Wetter in den südlichen
Theilen von Süd-Australien allgemein schön und kühl, gelegentlich mit einigen
leichten Schauern; ein Gebiet hohen Druckes lag über der Grofsen Australischen
Bucht. Um 9% a. m. des 4. März erschien indessen eine Depression nördlich
von Perth, West-Australien, und begann das Barometer über dieser ganzen
Kolonie zu fallen, nordwärts bis zum Centrum des Kontinentes, wobei die
Temperatur stieg und der Himmel heiter wurde. Das Centrum dieser Depression
passirte nördlich von Perth im Laufe des 5. März; die Maximum-Temperatur
war daselbst 40,6° C. Um 9" a. m. des 6. März lag es westlich von Kwucela in
etwa 125° O-Lg, und war die Temperatur dieses Platzes 33,2°; im Laufe des
Tagcs fiel dieselbe bedeutend, indem sie um 3" p. m. nur 22,3° betrug, aber
das Barometer stieg nur wenig. Am folgenden Tage (am 7. März) lag die
Depression um 9* a. m. südlich vom Kontinent in etwa 135° O-Lg; aber eine
zweite Depression von grofser Ausdehnung hatte ihr Centrum in etwa 18° S-Br
and 119° O-Lg. Diese neue Depression verhinderte das gewöhnliche Steigen
des Barometers auf der Rückseite der kleinen Depression, welche, wie wir eben
gesehen, längs der Südküste fortschritt. Wüthende Orkane haben schon oft
die Nordwestküste Australiens heimgesucht, aber der Orkan, welcher dieses
neue barometrische Minimum begleitete, war wohl der stärkste in dieser Gegend,
von welchem Nachrichten überhaupt vorliegen. Düs Barometer war seit dem
3. März allmählich bis zum Morgen des 7, März um 5 mm gefallen; am Morgen
dieses Tages begann es aber, nach den Berichten der Beobachter zu Cossack
‘20° 40‘ S-Br, 117° 8‘ O-Lg) und Roeburne (8 engl. Meilen südlich davon), rapid
zu fallen mit starkem Südwind, In Roeburne, wo der Orkan am schwersten
gewesen zu sein scheint, waren die Barometerablesungen am 7%. März wie
folgt: ?)
9 8. m.
il
12
> p.m.
732,5, Wind SE, in Böen.
71312 „ SE, schr stark.
729,5 = SE, noch zunehmend.
725,9 » SE, Orkan mit Staubwolken.
7234 „ SE, noch zunehmend, aufserordentlicher Staub.
722,1 „ , Himmel wird dunkel, Regen.
718,8 „ » Regen und Dachbleche fallen.
714,7 S, noch immer Orkan und Regen; Häuser beginnen ein-
zustürzen.
schrecklicher Sturm, zu dunkel, um die Wirkungen zu
merken.
E, schrecklicher Sturm, schwerer Regen,
E, Wind etwas abnehmend,
Abflauen, Centrum des Orkans, die Menschen können sich
bewegen.
»
»
*
dx
N
8 „ 700,5
9 6924
920. 690,9
AP
1) Die Barometerablesungen erscheinen unglaubhaft niedrig; folgende Differenzen gegen das
yenachbarte Cossack (s, unten) geben einen Anhalt zur Beurtheilung der Gröfse des Fehlers.
ghı 116 DIN Ah 66h 7h gr gh
mm 18,3 18.1 18,8 18,8 15,3 14,2 16,5 22,4,
RK