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Kleine Notizen.
befindlichen Leuchtthurmes Roche (Seite 70, No. 892 desselben Werkes), einer
Glocke, ganz ungenügend sind, indem schon das Geräusch der damals un-
bedeutenden Brandung dieselbe völlig übertönte. Die Glocke war erst zu hören,
als S, M. Brigg „Musquito* sich ca 500m von derselben entfernt befand.
2, Ueber die Ankerplätze in der Msasani-Bucht,') Ostküste
Afrikas, Zanzibar-Kanal, berichtet der Kommandant S. M, Kr. „Möwe“,
Kapt. z. See Hoffmann, Folgendes:
Zur Zeit der Fahrt von Dar es Salaarn nach der Msasani-Bucht war die
Dünung aus SO so aufsergewöhnlich stark, dafs die Seo auf 6 Faden (11m)
Wasser brandete und das Fahrzeug beim Passiren innerhalb des äußeren
Daphne-Riffes über 25° nach jeder Seite schlängerte. Hinter der Insel Bongoyo
and in der inneren Msasani-Bucht fand sich trotzdem glattes Wasser, Der
Strand bei Msasani bot bequeme Landung für Schiffsboote, während an der
ganzen Küste nordwärts auch innerhalb der Inseln davor starke Brandung
herrschte. Measanı ist ein ganz unbedeutendes Fischerdorf ohne Behörden des
Sultans und ohne Steuereinnehmer, Zwischen Dar es Salaam und Konducht
yohnen keine Indischen Händler. Der Weg von Msasant nach Dar es Salgaam
stand jetzt während der Regenzeit hoch unter Wasser. 8, M, Kr, „Möwe“
ankerte an der Nordwestspitze der Iusel Bongoyo, wo sich bis dicht an die
Insel heran tiefes Wasser befindet. Die aus gehobenem Korallenfels bestehende
Insel ist mit dichtem Gestrüpp bewachsen und, mit Ausnahme einer kleinen
Sandzunge am Nordende, vollständig unwegsam. Die Durchfahrt von Süden
nach Norden (innerhalb der Insel Mbudya) ist ohne Schwierigkeit und an der
Hand der Karte bei jedem Tiefgang unter Segel zu passiren.
3. (D. S.) Eis im südwestlichen Theil des Südatlantischen
Oceans. Die Deutsche Bark „Balcarry“, Kapt. P. Breckwoldt, passirte auf
der Reise von Buenos Aires nach Valparatso am 17. April 1885, auf ungefähr
32,5° S-Br und 63,3° W-Lg, in einem bedeutenden Abstande nach Nordost von
sich zwei ziemlich grofse Eisberge. Bei mäfsiger südsüdwestlicher Briese
schwankte die Lufttemperatur zwischen 7,2° und 7,9° C., während die der
Meeresoberfläche von 7,2° auf 6,4° fel und wieder bis 7,2° C. stieg,
Der angegebene Ort, der zwischen den Falkland-Inseln und der Nordost-
züste von Feuerland liegt, ist für das Antreffen von Eis ein sehr ungowöhn-
licher, was daraus hervorgeht, dals die von der Seowarte zusammengesteillte
and veröffentlichte lange Reihe von Berichten über Treibeis, welches in der
Umgebung von Kap Horn und den Falkland-Inseln während der 16 Jahre
[868 bis einachlieflslich 1883 angetroffen wurde,*) aus jenem Mecresstriche keinen
sinzigen Fall aufführt. Ueberhaupt wird auf der westlich von den Falkland-
[Inseln hin führenden Ausreise nach Kap Horn nur sehr selten Eis gesichtet,
and von vielen Kapitänen diese Route, wenigstens soweit sie nördlich von
Staatenland liegt, als völlig eisfrei angesehen. Demgegenüber erscheint es an-
gebracht, hier aufser auf den vorliegenden, noch auf die Berichte der Schiffe
„Martha“, „Black Hawk“ und „Alert“ zu verweisen, denen zufolge im November
and Dezember 1878 ein sehr großer Eisberg etwa 300 Sm südlich von Kap
Corrientes angetroffen wurde.
4, (D. Sy Flaschenpost. a) Durch Vermittelung der Herren Fölsch & Co.
in Hamburg ist der Seewarte ein Flaschenpostzettel zugegangen, welcher von
der Deutschen Bark „Caroline Behn“, Kapt. J. A. Grönn, auf der Reise von
Hamburg nach Valparaiso, am 20. Mai 1886 auf 60° 0’ N-Br und 3° 6‘ W-Lg
über Bord geworfen und am 19. Juni 1886 an der Westküste der Shetland-
Ingel bei Hüllswick, auf ungefähr 60° 30° N-Br und 1° 40‘ W-Lg, durch den
Herrn James Anderson aufgefunden wurde.
Unter den bekannten Voraussetzungen hat die Flasche in 50 Tagen
53 Sm nach NO%/80 zurückgelegt.
b) Ferner ist der Seewarte durch Vermittelung des Deutschen Konsulats
in Caja, Kolonie Santa Leopoldina, Provinz Espirito Santo, Brasilien, und der
dortigen Ortebehörden ein Flaschenpostzettel zugegangen, welcher von der
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„Afrion Pilot“, Part III, 1834, S. 313.
Siehe Karte Tit. IX: 70 (Brit, Adm.-K, 640}.
N 8. Segelhandbuch für den Atlantischen Ocean, S. 540 fg,