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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 14 (1886)

Vergleichende Uebersicht eto., Oktober 1885. 
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Die Direktion der Seewarte hat bei dem internationalen meteorologischen 
Komitee einen Antrag auf gröfßsere Gleichförmigkeit in den Beobachtungsterminen 
eingebracht und giebt sich der Hoffnung hin, dafs in nicht gar ferner Zeit diesem 
Antrage Rechnung getragen werden kann, Ist einmal eine gröfsere Einheitlich- 
veit auch nach dieser Richtung errungen, so wird es an der Zeit sein, wieder 
auf die Veränderungen in den meteorologischen Elementen in kürzeren Zeit- 
räumen zurückzukommwen. 
Für die Kartographie der Niederschlagsmengen in den letzten 24 
Stunden wurden folgende Zeichen gewählt: * = 1—5mm, z = 6—10 mm, 
.°. =— 11—20 mm, :: = über 20 mm Niederschlag. 
Indem die Direktion die täglichen Wetterkarten der Seewarte ihrem 
Umfange und Inhalte nach nicht unerheblich erweiterte, was einen bedeutenden 
Mehraufwand au Arbeit und Mitteln involvirt, hofft sie einem wirklichen, auch 
aufserhalb Deutschlands gefühlten Bedürfnisse zu genügen. Wenn es einestheils 
richtig ist, dafs man mit Neuerungen und Umgestaltungen regelmäfsig erscheinen- 
der literarischer Hülfsmittel für das Studium einer Wissenschaft nicht allzu 
rasch und häufig vorgehen sollte, so mul andererseits anerkannt werden, dafls 
bei der lebhaften Entwickelung meteorologischer Erkenntnifs solche Umgestal- 
tungen und Neuerungen unabweisbar werden, wenn nicht Veralten und Zurück- 
bleiben hinter den Forderungen der Zeit solche Hülfsmittel wenig brauchbar 
erscheinen lassen sollen. Man hat dann aber zum Mindesten die Abänderungen 
auf läugere Zeitabschpitte zu beschränken, damit sich die Errungenschaften der 
Wissenschaft konsolidiren und bestimmte Formen annehmen können. Aus diesem 
Grunde hat die Direktion jetzt erst, nach Ablauf des ersten Decenniums der 
Existenz der täglichen Wetterkarten, geglaubt, die schon seit geraumer Zeit 
yeplanten Erweiterungen ote. eintreten lassen zu sollen, 
Vergleichende Uebersicht der Witterung des Monats Oktober 1885 
in Nordamerika und Centraleuropa. 
(Mittheilung von der Deutschen Seewarle,} 
Nach der „Monthly Weather Review“ des „Signal Office“ in Washington 
and der von der Deutschen Seewarte bearbeiteten Uebersicht der Witterung 
stellen wir im Folgenden die Hauptzüge im Witterungs-Charakter des Monats 
Oktober 1885 in Nordamerika und Centraleuropa einander gegenüber. 
Nordamerika. 
1. Die geringe Zahl und die übers 
ganze Gebiet östlich vom Felsen- 
gebirge verstreuten Bahnen der De- 
pressionen; von letzteren pflanzten 
sich 5 ostwärts, 3 nordostwärts, die 
vedeutendste und von starkem Sturm 
begleitete aber am 10. bis 15. von 
Cuba nach Nord-Carolina, Michigan 
und Neu-Braunschweig folgeweise nach 
N, NW und NE fort. 
Centraleuropa. 
1. Die ungemein grofse Anzahl 
barometrischer Depressionen, welche 
vorwiegend die NW. Hälfte Europas, 
vielfach indessen auch das Innere und 
den Süden durchzogen. Viele von 
ihnen zeichneten sich durch beträcht- 
liche Tiefe, einige durch abnorme 
Fortpflanzung (nach NW und SW) aus, 
2, Das im Osten des Gebiets 
meistentheils um mehr als 2 mm zu 
niedrige, im Felsengebirge etwas zu 
hohe Monatsmittel des Luftdrucks, 
welches im nördlichen VFelsengebirge 
2, Der hiermit zusammenhängende 
angewöhnlich tiefe mittlere Barometer- 
stand des Monats; derselbe blieb in 
Centraleuropa um 4-——6mm hinter dem 
normalen Betrage zurück. Der Luft 
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