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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 14 (1886)

Reise 8. M, Kr. „Möwe“ von Zanzibar nach Aden. 
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während des SW-Monsuns voraussichtlich nur mit Brandungsbooten zu bewerk- 
stelligen. Die kleine Bucht östlich von der Stadt im Norden der Insel Kisimayu 
wird indels zu jeder Zeit für Boote Schutz gewähren. 
2. Brava.) Der Plan der Rhede von Brava (Tit, IX, 89, Br. K. 672) 
ist eine rohe Skizze, in welcher die Inseln nur angedeutet sind, genügt aber 
für das Aufsuchen des üblichen Ankerplatzes.?*) Die beste Landung ist mitten 
vor der Stadt, wo sich weicher Sandgrund ohne Steine und etwas Schutz durch 
die Insel Barett& findet. Das Fort am Nordende der Stadt ist ein starker 
Steinbau, der zwar von See aus mit Geschützen leicht zerstört werden kann, 
aber einem Angriff von der Stadt aus Widerstand bietet. 
3. Merka (Marka, Meurka).*) Diese Stadt ist, wie Brava, eine alte 
meist aus Arabischen Steinhäusern bestehende, von einer Mauer nach der Land- 
geite umgebene Stadt. Der Ankerplatz ist offen und schlecht. Das Küstenriff 
verbreitert sich vor der Stadt und hat einen kleinen Durchbruch, so daß für 
Küstenfahrzeuge ein leidlicher Schutz vorhanden ist. Indessen ist die Landung 
mit Booten selbst innerhalb des Riffes des meist steinigen Grundes wegen hier 
schlechter als vor Brava und Magadoza, 
4. Magadoxa*) ist sehr viel ausgedehnter als Brava und Merka und 
macht von See aus den Eindruck einer bedeutenden Stadt. Die Anker- und 
Landungsverhältnisse sind ähnliche, wie bei den letztgenannten Orten, jedoch 
ist die Rhede geräumiger und die Landung mit Brandungsbooten an dem Sand- 
strande nördlich vom Fort anscheinend stets möglich im Schutze des Riffes, 
Das Fort ist ein großes ganz neues Gebäude von mehreren Stockwerken 
und einem geräumigen Hofe im Innern. Es können darin DER Hundert Ver- 
theidiger untergebracht werden. Das Ganze ist von einem Pallisadenzam um- 
geben, KEinige alte kleine Geschütze sind in einem Raum des unteren Stock- 
werks aufgestellt und werden dort von einigen Artilleristen (Belutschen) in 
Stand gehalten. Dieses Fort liegt zwischen den beiden Städten, aus welchen 
Magadoxa besteht: Hamarıyien und Shangant, Beide Städte sind bewohnt. 
Die südwestliche ältere und gröfsere besteht aus Ruinen, in welche die jetzt 
bewohnten Lehmhäuser hineingebaut sind, Ein Thurm in dieser Stadt, welcher 
sich von See aus großer Entfernung markiren soll, wurde nicht wahrgenommen. 
Die zwei vorhandenen alten runden  hürme sind ziemlich unscheinbar. Dagegen 
ist der Thurm am Strande im Nordosten der Stadt („old disused lighthouse“ 
nach dem „Africa Pilot“) ein sehr gutes Merkzeichen. Auf der Küstenkarte 
Tit. IX, 39 (Br. K. 597) ist der Name Magadoza cn 18 Sm zu weit nach 
Südwest oingeschrieben, während das bei Magadoxa beginnende Riff richtig 
eingetragen ist. Dieser Fehler gab Veranlassung, die Distanz Magadoxa— Merka 
zu unterschätzen. 
Etwa 14 Sm nordöstlich von Merkz sieht man einen anscheinend be- 
dentenden Ort an der Küste liegen, der nirgends erwähnt ist. Es sind zwei 
Städte, beide aus weifs getünchten Arabischen Steinhäusern bestehend, welche 
sich wegen des umschliefsenden grünen Gebüsches aufsergewöhnlich freundlich 
ausnehmen. Zwischen beiden liegt eine Felseninsel im Meere mit einer aus- 
gedehnten geschwärzten Burgruine darauf, Floggon oder sonstige Lebenszeichen 
waren beim Vorbeifahren nicht zu erkennen, Krat in Zanzıbar wurde in Kr- 
fahrung gobracht, dafs dies Gondershek gewesen sei, eine verlassene Stadt, an- 
geblich obue brauchbare Landungsstelle. Einige sehr viel kleinere Orte, 
Somalidörfer, welche zum Theil die rothe Flagge von Zanzibar zeigten, waren 
auf dieser Küstenstrecke aufserdem sichtbar, 
Während der wenigen Tage der Anwesenheit S, M, Kr. „Möwe“ an dieser 
Küste herrschte sehr gleichmäfsiges Wettar: Seecbriese von Mittag bis Mitter« 
1) Siehe auch Annalen 1885, S. 384, und 1881, S. 272. 
„Africa Pilot“, Part 1II, 1884, S. 389. 
Findlay’s „Indian Ocean“, 1882, S. 661. 
%) Eine von Kapt, Föh 1850 aufgenommene Skizze von #rava befindet sich in den Aunslen 
1881, Heft V. 
%) „Africa Pilot“, Part III, 1884, S. 892, 
Findlay’s „Indian Ocean“, 1882, S. 662 
4) „Africa Pilot“, Part III, 1884, 8. 393. 
Findlay’s „Indian Ocean“, 1882, S. 663. 
Ann. d. Hrde, eie., 1556, Hort IX.
	        
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