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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 14 (1886)

Reise S. M. Kr. „Möwe“ von Zanzibar nach Aden. 
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schiedenen Takelage-Systems einerseits nicht so hoch am Winde liegen, wie sie 
andererseits infolge der flacheren Form des weniger tief tauchenden Schiffs- 
bodens mehr Abtrift machte) eine Durchschnittsfahrt von 6,0 Sm p. h. 
Der Strom lief, der Stromkarte entsprechend, fast stets östlich, und zwar 
meist ENE mit 0,6—0,9 Sm Geschwindigkeit in der Stunde. Erhebliche Ab- 
weichungen von den in jener Karte gegebenen Daten fanden sich nur zwischen 
50° und 55° Länge, wo. die Bestecks, statt des 60 Sm im Etmal setzenden 
Oststromes, einen solchen von NWzN von 18 Sm Stärke ergaben und zwischen 
85° und 105° Länge, wo die Karte W—WSW-Strom anzeigt, während ENE, 
0,8 Sm in der Stunde, beobachtet wurde, 
Das Wetter war im Allgemeinen klar; die Temperatur betrug 13°—15°C,, 
selten unter 12°, nur an fünf Tagen brachten nördliche Winde dickes Wetter 
mit Nebel und starkem Thaufall. 
Der geringe Anhalt, den das Barometer für die Vorausbestimmung des 
Wetters bot, entsprach den Angaben in der Segelanweisung insofern, als der 
höchste Stand, 773 mm, bei südlichem Winde, der niedrigste, 757 mm, bei 
NNE-Wind vorkam. Die Schwankungen waren gering; nur ®n drei Tagen 
stieg das Barometer über 770 und nur an vier Tagen fiel es unter 760 mm. 
Vom 13.—23, Februar, zwischen 106° und 137° O-Lg und 40° und 41° 8-Br, 
waren die Wetterverhältnisse etwas weniger günstig. Der Wind flaute an drei 
Tagen gänzlich ab; es war mehrfach unsichtig, und das Barometer zeigte be- 
deutendere Schwankungen (von 754—773 mm). Der Strom setzte nach SE und 
NE mit 0,7 Sm Durchschnittsgeschwindigkeit in der Stunde, während die durch- 
schnittliche Schiffsgeschwindigkeit 5,5 Sm betrug. 
Am 23. Februar Abends wurde, von 40° Breite und 137° Länge aus, 
Kurs auf das Kap Moonlight genommen; am 24., bei abflauendem Winde, Dampf 
auf und bis zum nächsten Tage Mittags die Segel festgemacht,. 
Von dem SE-Strom, vor welchem der Nähe der gefährlichen Westküste 
von King-Insel wegen Karte und Segelanweisungen gleichlautend warnen, 
wurde nichts wahrgenommen; die Strömung setzte vielmehr vor der Bass- 
Strafse, in derselben und noch jenseits des östlichen Ausgangs nordöstlich, 
und zwar mit durchschnittlich 0,7 Sm Geschwindigkeit in der Stunde, 
Das Kap Moonlight wurde am 25, früh bei sehr dickem Wetter, welches 
indefs schon um 10 Uhr Vormittags aufklarte, gesichtet; im Laufe dieses Tages 
and der folgenden Nacht mit aufgebänkten Feuern und verminderter Fahrt die 
Bass-Strafßse und am 26. Morgens unter Dampf und Segeln Kap Wilson, am 
Ausgange derselben, passirt. Den Rest der Reise legte das Gesehwader in 
etwa 40 Sm Entfernung .von der Küste unter Dampf und Segel und von Kap 
Howe ab bei einer Stromversetzung von 0,7 Sm p. h. nach SSE!LE zurück, 
sichtete das Land am 28. früh bei Kiamag und traf an demselben Tage Nach- 
mittags, nachdem die von der Kolonial- Regierung unentgeltlich angebotene 
Lotsenhülfe von einem entgegen kommenden Dampfer bereits 2 Sm vor der 
Einfahrt angenommen war, in dem Hafen von Sydney ein. 
Reise S. M. Kr. „Möwe‘ von Zanzibar nach Aden, 
topographische und hydrographische Beobachtungen auf derselben. 
Nach den Berichten des Kommandanten, Kapt. z. See Hoffmann. 
S. M. Kr. „Möwe“ verlief, um sich nach Aden zu begehen, am 28, Juni d. J. 
den Hafen von Zanzibar unter Segel, passirte am folgenden Tage den Pemba- 
Kanal und setzte die Reise, der Küste des Festlandes folgend, fort. Der Südwest- 
Monsun trat als mäfsig frische Briese ohne hohen Seegang und mit durchweg 
schönem, klarem Wetter auf. S. M. Kr. „Möwe“ fuhr am Tage in möglichst 
geringem Abstande von der Küste, so dafs die Küstenbeschreibung der Somali- 
üste durch einige Beobachtungen vervollständigt werden konnte, welche weiter 
unten zusammengestellt sind, Von den dort aufgeführten Orten wurden Kisimaywu,
	        
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