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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 14 (1886)

Reform der Wetterberichte der Deutschen Seewarte, 
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Immerhin mag dieser erste Entwurf zum Zwecke der Aufstellung von 
Prognosen nach einheitlicher fester Grundlage noch manches Unsichere enthalten, 
namentlich den Umstand, dafs die in der Tabelle angeführten Fälle nur die 
besonders typischen Wettiererscheinungen enthalten, die nur einen Theil aus der 
grofsen Mannigfaltigkeit darstellen; indessen habe ich. die volle: Ueberzeugung, 
dafs die hier eingeschlagene Methode durchaus entwickelungsmäfsig ist, Daher 
bitte ich meine Fachgenossen und solche, welche sich mit dem Ausbau von 
Wetterprognosen. beschäftigen oder sich dafür interessiren, mir ihre Erfahrungen 
sder ihr Urtheil in dieser so eminent wichtigen Frage mittheilen zu wollen. 
Reform der Wetterberichte der Deutschen Seewarte, 
(Mittheilung von der Deutschen Seewarte,) 
Hierzu ein Wetterbericht als Beilage, 
Während die täglichen autographirten Woetterberichte der Deutschen 
Zeewarte seit dem Bestehen dieses Institutes, dem Jahre 1876, sowohl bezüglich 
der Form als des Inhalts fast unverändert geblieben sind, haben die Wetter- 
berichte der ausländischen Centralstellen fast alle nicht unwesentliche Wand- 
jungen durchgemacht. Diese Aenderungen sind insofern von nicht unerheblicher 
Bedeutung, als hierdurch in einigen Punkten eine gröfßsere Einigkeit erzielt 
wurde, als sie früher herrschte. Abgesehen davon, dafs nach uud nach die 
Abendbeobachtungen in den tabellarischen Uebersichten immer mehr Berück- 
sichtigung fanden, wodurch dem Bedürfnifs nach öfterer Information Ausdruck 
gegeben wurde, gelangten alle Institute, mit Ausnahme von Vesterreich und 
der Schweiz, dahin, täglich zwei Wetterkarten für 8 Uhr Morgens zu veröffent- 
lichen, wovon die eine auf Luftdruck, Wind und Wetter, die andere auf 
Temperatur und Hydrometeore sich bezog, eine Einrichtung, die an der See- 
warte von Beginn an getroffen wurde, 
Seit: dem 10jährigen Bestehen ist das an der Scewarte täglich ein- 
laufende wettertelegraphische Material erheblich vermehrt resp. ergänzt, die 
Ansprüche, welche man; an die ausübende Witterungskunde stellt, insbesondere 
aber die Bedürfnisse nach öfterer und eingehender Information sind infolge der 
fortschreitenden Forschung und der nach und vach gesammelten Erfahrungen 
gesteigert worden, so dafs es jetzt wohl an der Zeit erscheint, die Wetterberichte 
der Seewarte einer gründlichen Revision zu unterziehen und dieselben in 
einer Weise zu reformiren, wie es dem gegenwärtigen Stande der ausübenden 
Witterungskunde angemessen erscheint, so dafs diese hierdurch auch wirklich 
gefördert werden und möglichst erspriefslich zum Wohle des dabei interessirten 
Publikums wirken kann. Andererseits erscheint es als eine Pflicht, das an der 
Seewarte einlaufende werthvrolle Material ip einer möglichst verwerthbaren 
Form sofort zu publieiren, damit dasselbe nach allen Richtungen ausgenutzt 
werden kann. . 
Nach eingehender Prüfung der Frage der Reformirung der Wetterberichte 
Aurch eine Kommission, bestehend aus Beamten der Seewarte, wurden folgende 
Abänderungen als wünschenswerth gefunden und, mit dem 1. Januar 1886 an- 
fangend, durchgeführt, 
Was zunächst den tabellarischen Theil der Weiterberichte betrifft, 
20 waren in demselben bisher nur die inländischen Stationen vertreten, und 
war diesen eine besondere Aufmerksamkeit gewidmet; das Ausland fohlte ganz; 
nur in dem Nachmittagsberichte waren die Beobachtungen von einer Anzahl 
ausländischer Stationen aufgeführt, Bei weiterer Verwerthung der Wetter- 
berichte für wissenschaftliche Untersuchungen stellte sich dieser Umstand als 
eine sehr fühlbare Lücke heraus, insbesondere aber für die Abonnenten des 
Wetterberichtes, welche nicht in der Lage sind, dio Bulletins der aus- 
ländischen Stationen zu benutzen, und daher wurde zu der durchgreifenden 
Malßsregel geschritten, alle einlaufenden Beobachtungen des Auslandes mit 
möglichster Vollständigkeit zu veröffentlichen. Dabei blieb der Bericht für das 
Ans, 8, Hydr. atc., 1856, Haft L 
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