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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 14 (1886)

Die Winde und Strömungen in den Ostafrikanischen Küstengewässern, 383 
durch Blitzen angezeigt. Manchmal kommt er aber erst, nachdem im Gefolge 
des nordöstlichen Windes stunden- ja selbst tagelang Windstille und Mallung 
geherrscht haben. Mitanter zeigen sich auch die ateilsten Gradienten der De- 
pression nicht an der West- sondern an der Ostseite derselben; der nördliche 
ind wächst alsdann zu heftigem Sturme au, während aus Südwest kein 
schwerer Wind nachfolgt. Ebenso erfolgt in einzelnen Fällen das Umlaufen 
nicht von Nord nach Südwest, sondern von Nordost nach Südost oder auch von 
Südost nach Südwest. Die so verlaufenden Stürme, welche mehr kreisförmig 
gebildete Depressionen begleiten, treten indessen fast ausnahmslos nur in einer 
gewissen Jahreszeit, gleichzeitig mit den Stürmen der niederen Breiten auf, 
Beim gewöhnlichen Verlaufe ist die Richtungsänuderung des Windes von der 
ersten zur zweiten Hälfte des Sturmes immer eine sehr beträchtliche, nahezu 
16 Strich umfassend, und das Umlaufen des Windes durch die westlichen 
Striche geht, wenn es überhaupt beobachtet wird und nicht Stille eintritt, 
immer rasch vor sich. Erst iu etwa 34° bis 35° und höheren Breiten, wo man 
sich an der Südseite der Gebiete hohen Luftdruckes befindet, pflegen die Stürme 
anhaltender aus einer westlichen Richtung zu wehen, 
Die Region der umlaufenden Stürme hat den vorliegenden Beob- 
achtungen zufolge ihre nördliche Grenze in etwa 26° S-Br. Sie wehen vor- 
nehmlich in der Nähe der Küste und kommen in allen Jahreszeiten vor; nur 
die Monate November und Dezember scheinen ziemlich sturmfrei zu sein, Im 
Ganzen genommen ist jedoch, wie schon die geringe Häufigkeit südwestlicher 
Winde zwischen 25° und 30° S-Br beweist, das Auftreten von Stürmen im 
Norden von 30° S-Br als ein seltenes zu bezeichnen, Auch ist zu bemerken, 
dafs die Rundläufe des Windes hier sehr oft stattfinden und oft von drohenden 
Anzeichen begleitet sind, ohne dafs es zum Sturme kommt. 
Orkanartige Siürme, Die nördlich von 25° S-Br beobachteten 
Stürme, soweit dieselben nicht blofs ein stürmisches Auftreten des Südmonsuns 
darstellen, fallen ohne Anenahme in die Monate Januar bis April und zum 
allergröfßsten Theile in den Monat Februar, also im dieselbe Jahreszeit, in 
welcher auch die Mauritius-Orkane am häufigsten vorkommen. Mit letzteren 
haben die hier in Rede stehenden Stürme auch insofern Aehnlichkeit, als sie 
ebenfalls wirkliche, von tiefen barometrischen Depressionen begleitete Orkane 
sind. Nach den beobachteten Windänderungen zu Schliefsen, zogen dieselben 
meistens in südlicher und südöstlicher, in mehreren Fällen aber auch in südwest- 
licher und westlicher Richtung. 
Des Weiteren ergeben sich die Hauptzüge des Verlaufs schon aus den in 
den Windkarten verzeichneten Sturmdiagrammen; es dürfte indessen angezeigt 
sein, für die hervorragendsten Fälle hier nach den Journalberichten noch einige 
bestimmtere Daten zu geben. Dieselben betreffen nicht ausschliefslich das Ge- 
biet mördlich von 25° S-Br; aber, wie die Karten zeigen, fielen die weiter 
südwärts vorgekommenen Stürme von orkanartigem Charakter fast alle in die- 
selbe Jahreszeit und gehören deshalb ihrem Ursprunge und ihren sonstigen 
Zügen nach wahrscheinlich derselben Klasse, wie die in niederen Breiten beob- 
achteten, an. 
1869 Februar 2 bis 4 in 26° S-Br und 40° O-Lg. Zunehmender Sturm 
aus Südost bis Ostsüdost mit Regen und bei fallendem Barometer. Nachdem 
das Barometer in 36 Stunden etwa 16mm gefallen, läuft der Wind unter 
heftigem Regen und Gewitter nach Südsüdwest um und weht aus letzterem 
Striche zuerst als orkanartiger Sturm, später mit abnehmender Stärke, bei be- 
deckter Luft und mit Regen und Blitzen etwa 20 Stunden lang. 
1869 Februar 8 in 165° S-Br und 43° O-Lg. Sturm aus Westnordwest, 
dick von Regen, Blitzen, Der Wind verändert dabei seine Richtung allmählich 
bis Westsüdwest, doch nicht weiter. 
1873 Januar 3 in 19° S-Br und 42° O-Lg. Wind aus Nordwest bis 
Nordnordwest, allmählich bei sinkendem Barometer anwachsend zu sehr schwerem 
Sturme, der mit dickem Wetter und Regen und mit furchtbar hoher brechender 
See 48 Stunden anhält, Das südwärts steuernde Schiff „Lagos“ ist mehrere 
Male zum Beidrehen genöthigt, Das Barometer fällt nur um etwa 7mm. Bei 
zunehmendem Luftdruck holt der Wind allmählich herum bis West, worauf der 
Sturm rasch abnimmt. Die Depression zieht wahrscheinlich langsam nach Südost,
	        
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