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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 14 (1886)

3892 Die Winde und Strömungen in den Ostafrikanischen Küstengewässern, 
jung zwischen 25° und 30° S-Br nördlich von Ost, zwischen 25° und 20° S-Br 
östlich von Südost. Von März bis Juli dagegen liegt dieselbe gewöhnlich 
südlich von den genannten Strichen. Die Monate der gröfsten Ablenkung sind 
einerseits Januar, andererseits März und April. In Hinsicht auf die Stärke des 
Windes scheint die jährliche Periode nur wenig ausgeprägt zu sein; indessen 
fallen, wenn auch die Unterschiede nicht bedeutend sind, doch die kleinsten 
Procentsätze der Häufigkeit leichter Winde und Windstillen wieder in die 
Monate, wenn die Richtung des Windes am südlichsten, und dagegen die gröfsten 
in die Zeit, wenn dieselbe am nördlichsten hbeziehentlich östlichsten ist. Für 
beide Abschnitte zusammen berechnet, ergiebt sich diese Häufigkeit nämlich für 
Dezember und Januar zu 17, für Februar zu 14, für März und April zu 9, für 
Mai bis Juli zu 14 und für August bis November zu 15 bis 16 Procent. 
Obschon der Abschnitt 25° bis 30° S-Br näher der polaren Passatgrenze 
liegt, ist doch die Häufigkeit der Windstillen und leichten Winde hier nicht 
so grofs, wie zwischen 25° und 20° S-Br. Es ist dies auf den Einfluß von 
Madagascar zurückzuführen, Da das Gebiet nördlich von 25° S-Br bei dem 
vorwiegend aus dem östlichen Halbkreise kommenden Winde an der Leeseite 
dieser grofsen und verhältnifsmäfsig hohen Insel legt, kann hier der Wind 
nicht so frisch und beständig durchstehen, wie weiter südlich, wo der Passat 
unbehbindert weht. Aechnliches zeigt sich auch im Norden von 20° 3S-Br. In 
den beiden Abschnitten 20° bis 15° und 15° bis 10° S-Br, welche dem Kanal 
von Mozambique angehören und dem Passat gegenüber im Windschatten von 
Madagascar Yiegen, sind Stillen und leichte unbeständige Winde bedeutend 
häufiger, wie in der freier gelegenen Region zwischen 10° und 5° S-Br. Stellt 
man für die fünf Abschnitte die Jahresmittel zusammen, so erhält man als 
procentische Häußgkeit der Stillen und leichten Winde für den Abschnitt: 
5° bis 10° S-Br 13, 
{0° 15° „ 
15° 5 20° > iw 
20° 7 25° 5 2, 
25% . 3° 2» 2 
Die Häufigkeit ist demnach im Kanal von Mozambique mehr denn andert- 
halb Mal so grofs, als nördlich und südlich davon. Am gröfsten ist sie natür- 
lich an der Östseite des Kanals, nahe der Küste von Madagascar, und der 
Jahreszeit nach in den Monaten, wenn der Wind beim Uebergang vom einen 
Monsun zum anderen durch die östlichen Striche geht, insbesondere im Oktober 
und November, 
Die Stürme. Das Auftreten von Stürmen in den Ostafrikanischen Ge- 
wässern beschränkt sich, mit Ausnahme weniger bestimmter Monate und ab- 
gesehen von einem gelegentlichen Anwachsen des Südmonsuns zur Sturmesstärke, 
auf den südlichsten Abschnitt des Gebietes, Die hier vorkommenden Stürme 
sind ähnliche Erscheinungen, wie die Pamperos an der Küste von Südbrasilien 
und der La Plata-Stanten, sturmartige Verstärkungen der im westlichen Theile 
des polaren Grenzgebietes des Passates auftretenden umlaufenden Winde, und 
werden dadurch hervorgerufen, dafs die rinnenförmigen Depressionen zwischen 
den ostwärts oder südostwärts ziehenden Gebieten hohen Luftdrucks, welche 
hier die gewöhnlichen Erscheinungen in der Luftdruckvertheilung bilden, ge- 
Jegentlich eine gröfsere Tiefe oder ausnahmsweise steile Gradienten annehmen. 
Je nach der Form der Depressionen und der Richtung und Geschwindigkeit des 
Fortschreiten derselben ist der Verlauf der Stürme natürlich ein verschiedener; 
meistens geht dieser jedoch in folgender Weise vor sich: Der nördlicher, bis 
Nordost oder Nord holende Passat nimmt bei fallendem Barometer bis zur 
Stärke 6 oder 7 zu. Nachdem der Wind aus dem bezeichneten Viertel etwa 
24 Stunden geweht hat, flaut derselbe bei stehendem Barometer ab, läuft dann 
schnell durch West, mitunter auch durch Ost herum und setzt dann plötzlich 
aus Süd bis Südwest als heftiger Sturm ein, der, in Böen wehend, bei zu- 
nehmendem Luftdruck und mit abnehmender Stärke oft mohrere Tage hinter 
einander, mitunter aber auch nur wenige Stunden anhält. Gewöhnlich wird das 
Hereinbrechen des Südweststurmes durch die drohende Luft im Westen und
	        
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