32 Aufstellung von Wetterprognosen hei typischen Witterungserscheinungen.
6 und für Süd-Deutschland von 7 Stationen benutzt. Beiden einzelnen Angaben
sind die Fälle beigeschrieben, in welchen jene eintraten oder nicht, z. B. kälter
{l: 3 heifst: in 11 Fällen trat Abkühlung, in 3 Erwärmung ein, Dabei wurde
bei normaler oder wenig veränderter Temperatur die eine Hälfte zu „warm“
“über der Normalen) resp. „wärmer“, die andere zu „kühl“ (unter der Nor-
malen) resp. „kühler“ gezählt. Aehnlich wurde mit der Bewölkung verfahren:
hier wurde unterschieden 0—2 = heiter, 3 = wolkig, 4 = bedeckt, und dann
die Anzahl der Fälle. wolkigen Wetters halb zu heiter, halb zu bedeckt ge-
rechnet. Die Fälle der Temperaturänderung beziehen sich alle auf die letzten
24 Stunden, dagegen diejenigen für Regen und Gewitter auf die folgenden
24 Stunden, alle übrigen auf den Moment der Beobachtung. Regen und Nebel
wurde nur dann gerechnet, wenn diese Erscheinungen wenigstens an 2 Stationen
sorkamen oder Regen an einer in erheblich größerer Menge. Ein bestimmtes
Beispiel wird die Anlage der Tabelle vollständig klar machen.
Gesetzt, in einem bestimmten Falle lasse die Wetterlage erwarten, dafs ein
»ben erschienenes Minimum die Zugstraßse I verfolge und das barometrische
Maximum läge über der Iberischen Halbinsel, dann würde die Prognose lauten
‘dio mit + bezeichneten Zahlen geben die Anzahl der wahrscheinlichen Treffer,
die mit‘ — bezeichneten die Anzahl der verfehlten Prognosen):
Für den folgenden Tag und das nordwestliche Deutschland:
„Starke bis stürmische westliche und südwostliche Winde, Wetter warm
(14'2-}, 1’/2—), meist wärmer als vor 24 Stunden (8-4, 7'/,—), Wetter meist
heiter (8!-+, 7'/a—), Regen (12-, 4—), kein Nebel (15-4, 1—), kein Gewitter
(14-4. 2—)°;
für das südliche Deutschland:
„Frische, westliche bis südwestliche Winde, warm (12-+, 4—), wärmer
als vor 24 Stunden (11-+, 5—), Wetter trübe (9'!L2-+, 6'/2—), Regen (11+, 5—),
kein Nebel (15+, 1—), kein Gewitter (164, 0-—)“;
für das östliche Deutschland:
„Mäfsige, südwestliche bis westliche Winde, warm (13'/-+, 21/2—), wärmer
als vor 24 Stunden (11% -—+, a Wetter trübe (124, 4—), kein Nebel
(16, 0—), kein Gewitter (154, 1—)*.
Für den zweitfolgenden Tag und das nordwestliche Deutschland
(wenn das Minimum sich auf der Zugstrafse 1 beim Vorübergange befindet):
„Starke bis stürmische westliche und südwestliche Winde, Wetter warm
(81 +, 1'/—), kälter als vor 24 Stunden (6-+, 3—), meist heiter (5, 4—),
Regen (6-4, 3—), kein Nebel (8+, 1—), kein Gowitter (9-+,. 0—)“;
für das südliche Deutschland:
„Meist mäfige, südwestliche Winde, warm (7-+, 3—), kälter als vor
24 Stunden (5-4, 4—), Wetter meist heiter (5-4, 4—), kein Nebel (7+, 2-—)
kein Gewitter (9-4-, 0—)“;
für das östliche Deutschland: “un
„Schwache, westliche und südwestliche Winde, warm (8142-+, !h-—),
wärmer als vor 24 Stunden (5'2-+, 3'4-—), Wetter heiter oder trübe (4'4+-,
4'/s—), Regen (6-4, 3—), kein Nebel (74, 2—), kein Gewitter (94, 9—)“.
Bei Aufstellung der Prognosen und bei Beurtheilung der Wahr-
scheinlichkeit des Eintreffens ist es nothwendig, die in der Tabelle
eingeklammerten Zahlen zu berücksichtigen.
Es braucht wohl kaum erwähnt zu werden, dafs diese Prognose durch
aufmerksame Beobachtungen am Orte selbst, namentlich des Barometers und
des Wolkenhimmels erheblich unterstützt und vervollkommnet werden kann.
Durch Anwendung der Tabelle als Hauptgrundlage bei der Wetterprognose
überhaupt, wird die sogenannte Lokalprognose einer systematischen Behandlung
fähig und erhält so „genau bestimmbare Zielpunkte, so dafs auf diese Weise
eine festere Grundlage für dieselbe geschaffen werden kann, als sie bisher auf-
zuweisen hatte.