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Kleine Notizen,
Als Objekte für Kreuzpeilungen während der Einsegelung selbst empfehlen
sich aufser Makkahaa an St-B. noch die dicht zusammenliegenden Inseln Alla-
gapao und Poloa, an B-B. aufser Mallenoah noch Tafao, die dem Kurse nächst-
liegend erscheinende Insel,
Für von Osten kommende Schife werden nach einander Ewa (Evoa),
Euaji (Kuaigee) und Tat, für von Norden kommende ziemlich gleichzeitig Tai,
Mallenoah und Attataa die zu Peilungen zu benutzenden Objekte sein, bis der
Ansteuerungspunkt — Kirche in S!'A4W 10 Sm ab — erreicht ist.
Von den auf der Karte XII, 159 (Br. 2363) und im „South Pacific Ocean
Directory“ angegebenen vier, die nördliche Einfahrt sichernden Tonnen liegt
keine einzige aus, auch scheint wenig Aussicht dafür vorhanden zu sein, dafs
solche wieder ausgelegt werden (vgl, No. 838 d. „Nachr. f. Seef.“ 1886). Die
Bemerkung „Pilot“ bei der Insel Euaji (Kuaigee) auf der Karte XII, 157
(Br. 2421), welche das vorher angeführte Segelhandbuch, 1884, ebenfalls ent-
hält, ist bereits in diesen Annalen 1880, S. 120, als unzutreffend bezeichnet
worden, wie denn auch der Lotse Friday nichts von einer Gelegenheit, dort
Lotsen zu erhalten, wußte.
Am 24. April d. J. Morgens verliels das Geschwader die Rhede von
Nukualofa und dampfte auf denselben Kursen, wie am 19. April, bis zum Dreh-
a und steuerte dann bei dem Tau-Rift vorbei östlich. Zwischen dem
rehpunkte und dem Tazz-Riff, sowie einmal dicht neben dem mit SzO0!/40 auf
die Kirche zuführenden Kurse wurde an mehreren Stellen hellgefärbies Wasser
gesehen, ohne dafs bei 7 Sm Fahrt mit dem Handloth der Grund erreicht
wurde. —
10, Für die Ansteuerung von Apia ist nach dem Bericht des Ge-
schwader-Chefs, Kontre-Admiral Knorr, die Richtung „Thurm der katholischen
Kirche in der Stadt in Linie mit der Spitze des Berges Apia“ in S°/sW zu
empfehlen, um so mehr, da ein neues weißes Gebäude der katholischen Mission
— östlich von dem alten roth gedeckten gelegen — in dieselbe Peilung fällt
und 80 benutzt werden kann, falls etwa der Berggipfel im Regen ete. nicht zu
sehen sein sollte,
11. (D.S) Flaschenposten, a) Durch Vermittelung des Deutschen
Konsulats in Freetown, Sierra Leone, Westafrika, ist der Seewarte ein Flaschen-
postzettel zugegangen, welcher von dem Deutschen Dampfer „Argentina“, Kapt.
Chr. Boie, auf der Reise von Bahia nach Lissabon am d. August 1885 auf
0° 53‘ N-Br und 30° 27‘ W-Lg über Bord geworfen und am 5. Mai 1886 bei
der Faktorei Korouko in Britisch Sherbro, auf 7° 15‘ N-Br und 12° 10‘ W-Lg,
in der Brandung des Atlantischen Oceans treibend, durch den Herrn Reed
aufgefunden wurde.
Der Ort, an dem die Flasche nach 273 Tagen aufgefunden wurde, liegt
1160 Sm ONO*%40 von demjenigen entfernt, an dem sie über Bord geworfen
wurde; es ist indefs wahrscheinlich, daß die Flasche, bevor sie in den östlichen
Strom gelangte, erst nach Norden getrieben ist.
b) Ferner ist der Seewarte durch Vermittelung des Deutschen Konsulats
in St. Thomas (Westindien) ein Flaschenpostzettel zugegaugen, welcher von
dem Deutschen Dampfer „Paranagua“, Kapt. J. Behrmann, auf der Reise von
Rio de Janeiro nach New-York am 31. Januar 1886 auf 20° 20‘ N-Br und
56° 28‘ W-Lg über Bord geworfen und am 14. Mai 1886 auf dem östlichen
Anegada-Riff, in 18° 40° N.Br und 64° 10°‘ W-Lg, durch einen Neger dieser
Insel, Namens Ernst Wheatly, aufgefunden wurde.
Diese Flasche hat unter den bekannten Voraussetzungen in 103 Tagen
450 Sm nach WSW74AW zurückgelegt,
Gedruckt und in Kommission bei E. S, Mittler & Schü
Königliche Hofbuchhandlung
Kochstrafse 68—70.